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Die Werder-Profis um Maximilian Eggestein (vorne links) und Max Kruse (vorne rechts) verlassen enttäuscht den Rasen des Weserstadions.

„Das wird uns nicht verunsichern“

Dem 2:6 folgt Kohfeldts Versprechen

Bremen - Es war seine Premiere, erstmals nach 16 Spielen musste Florian Kohfeldt als Werder-Coach eine Heimniederlage erklären – und was für eine: Mit 2:6 (0:3) hatten sich die Bremer vom eigentlich doch kriselnden TSV Bayer 04 Leverkusen abfertigen lassen.

Das war mehr als nur ein Wirkungstreffer, doch Kohfeldt steuerte dagegen und versicherte: „Macht euch keine Sorgen, das wird uns nicht verunsichern. Ich kenne die Jungs, sie werden wieder da sein!“

Aber was war schief gelaufen? „Gar nicht so viel“, meinte Kohfeldt und wusste, dass sich die Zuhörer bei dieser Aussage etwas wundern würden. Dafür war das Ergebnis einfach viel zu deutlich. Doch der Trainer bestand darauf, dass vor allem eine Sache nicht funktioniert hatte: „Die Konterabsicherung. Wir haben in den vergangenen Monaten kaum Konter zugelassen, heute haben wir so viele gefressen, das reicht für eine ganze Saison.“ Bei Werders mutiger Spielweise sei das aber der entscheidende Punkt, so der Coach: „Daraus werden wir lernen.“

Dreierkette? Kohfeldt würde es wieder so machen

Anschauungsunterricht dafür gibt es genügend. Immer wieder überrannten die starken Leverkusener die Bremer Abwehr. Schon nach acht Minuten besorgte Kevin Volland nach guter Vorarbeit von Karim Bellarabi das 1:0. Werders neue Dreierkette war da nicht auf der Höhe gewesen.

Kohfeldt hatte systematisch und personell ziemlich überrascht. Nach dem kurzfristigen Ausfall von Niklas Moisander brachte er nicht nur Sebastian Langkamp als Ersatz, sondern in Marco Friedl gleich noch einen dritten Innenverteidiger. Zusammen mit Milos Veljkovic bildeten sie eine Dreierkette, die wenig überraschend einige Abstimmungsprobleme hatte – das galt auch für die Kollegen drumherum. Doch Kohfeldt sah darin nicht das Hauptproblem, betonte, dass er es wieder so machen würde.

Einzelkritik: Friedl indisponiert, Pavlenka unsicher

„Wir haben einfach taktische Fehler gemacht“, sagte der Coach und meinte damit das Verhalten seiner Spieler – speziell bei und nach Ballverlust. Immerhin: Nach dem frühen Rückstand spielte Werder gefälliger nach vorne, erarbeitete sich einige gute Chancen zum Ausgleich, die beste ließ Ludwig Augustinsson liegen (23.). Leverkusen konterte munter weiter, auch auf besondere Einladung von Friedl, der einen rabenschwarzen Tag erlebte. Doch erst Julian Brandt traf (38.), kurz vor der Pause dann auch noch Karim Bellarabi (45.). Wie sollte Werder nur ein 0:3 drehen? Mit Claudio Pizarro!

Der 40-Jährige kam für Friedl, aus der Dreier- wurde eine Viererkette. Und als Pizarro dann nach genau einer Stunde die Vorlage von Davy Klaassen zum 1:3 versenkte, da bebte das mit 40.400 Zuschauern ausverkaufte Weserstadion. Und es explodierte fast, als Yuya Osako nach einer Klaassen-Ecke umgehend das 2:3 folgen ließ (62.). Es wurde sogar zwei Mal gejubelt, weil der Video-Assistent in Köln sich das Tor nochmal genau anschauen musste.

Eggestein: „Ein Spektakel – aber leider gegen uns“

„Da waren wir wieder richtig dran“, erinnerte sich Kohfeldt und seufzte: „Und dann haben wir den falschen Weg gewählt.“ Sein Team drängte sofort auf den Ausgleich, was grundsätzlich nicht falsch sei, aber eben gegen diesen Gegner nicht das richtige Rezept. „Wir hätten die Ruhe bewahren müssen.“ So wurden die wilden Werderaner sofort wieder ausgekontert, diesmal von Kai Havertz (67.). Den Rest besorgten dann Aleksandar Dragovic nach Pavlenka-Fehler (72.) und erneut Havertz (77.). Wenngleich Letzteres nur die DFL so gesehen hatte, eigentlich war Sebastian Langkamp ein Eigentor unterlaufen.

„Das war ein Spektakel – aber leider gegen uns“, haderte Maximilian Eggestein und wünschte sich: „So ein blödes Spiel wird uns hoffentlich nie wieder passieren.“ Kohfeldt machte ihm da Mut: „So ein Spiel gehört zu unserer Entwicklung dazu. In Mainz haben wir die Möglichkeit, unseren komfortablen vierten Platz auszubauen.“ Es war nicht nur ein Hinweis auf das nächste Bundesliga-Spiel, sondern auch auf den immer noch sehr guten Saisonstart. Der kann am Mittwochabend mit einem Sieg im DFB-Pokal gegen Weiche Flensburg noch ein Schleifchen bekommen. Und eines ist klar: Der Regionalligist kann gewiss nicht so gut kontern wie Leverkusen.

Fotostrecke: Bellarabi, Havertz und Co. spielen Werder schwindelig

Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen
Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen © gumzmedia
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