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Serge Gnabry könnte am Samstag zum zweiten Mal seit seinem Abschied aus Bremen im Weserstadion auflaufen.

Ex-Bremer vor Weserstadion-Rückkehr

Gnabrys „Heimkehr“: „Wir freuen uns auf ihn“

Bremen/München - Kommt er? Oder bleibt er „dahoam“? Sicher ist es bislang nicht, dass Serge Gnabry am Samstag zum Wiedersehen mit alten Bekannten an die Weser zurückkehrt.

Wegen Adduktorenproblemen hat der 23-Jährige die letzten beiden Spiele des FC Bayern verpasst, mittlerweile trainiert er aber wieder. Die Chancen für Samstag, sie steigen. Ohne ihn blamierten sich die Münchner beim 3:3 gegen Fortuna Düsseldorf, ohne ihn zauberten sie sich zum 5:1 gegen Benfica Lissabon. Mit ihm erwartet aber Werder-Coach Florian Kohfeldt die Bayern: „Ich gehe davon aus, dass sich Serge sein altes Heimspiel nicht entgehen lassen wird.“

„Altes Heimspiel“ – schön gesagt. So, als ob Gnabry noch emotional verknüpft wäre mit dem SV Werder, für den er in der Saison 2016/17 in 27 Spielen elf Tore erzielte. Vielleicht ist das auch so. Allerdings wirkte es insgesamt eher, als sei Gnabrys Bremen-Etappe von vornherein nur Teil eines großen Karriereplans gewesen. Und Ziel dieses Plans war wohl schon immer der FC Bayern. Nach der Station Werder verpflichteten die Münchner den Flügelspieler auch, verliehen ihn noch für ein Jahr an Hoffenheim und haben ihn nun in den eigenen Kader eingewoben.

Dort trumpft Gnabry auf, hat zehn von zwölf Partien absolviert (ein Tor, eine Vorlage). Angekommen bei Bayern – das war es wohl, was er immer wollte. Werder-Sportchef Frank Baumann widerspricht aber immer noch der Darstellung, dass Werder nur als kurzfristige Zwischenstation eingeplant gewesen war. „Es ist richtig, dass es eine Ausstiegsklausel gab. Aber es ist nicht richtig, dass diese Klausel mit einem bestimmten Club verknüpft war. Wir hatten absolut die Chance, Serge zu halten.“ Letztlich war Werder zu der Zeit aber nicht gut genug für Gnabry. Baumann: „Er wollte international spielen.“ Dann zahlten die Bayern die festgeschriebenen acht Millionen Euro – und fort war Gnabry.

Die Rückkehr nach Bremen wäre am Samstag nicht die erste für ihn. Mit Hoffenheim war er im Januar beim 1:1 schon da. Gnabry gab die Vorlage zum Tor der Gäste. Trotz dieser nicht so schönen Erfahrung würde Baumann den Neu-Bayern natürlich freundlich begrüßen. „Wir freuen uns auf ihn“, sagt der 43-Jährige.

Serge Gnabry: Seine Karriere in Bildern

Serge Gnabry - ein Talent auf dem Weg zum Superstar. Das Leben des heutigen Bundesliga-Profis war früh auf Fußball ausgerichtet. Der gebürtige Stuttgarter schnürte die Fußballschuhe zuerst für den TSV Weissach, kam über mehrere weitere Stationen zum VfB Stuttgart...
Serge Gnabry - ein Talent auf dem Weg zum Superstar. Das Leben des heutigen Bundesliga-Profis war früh auf Fußball ausgerichtet. Der gebürtige Stuttgarter schnürte die Fußballschuhe zuerst für den TSV Weissach, kam über mehrere weitere Stationen zum VfB Stuttgart... © gumzmedia
... spielte dort B-Junioren-Bundesliga. Schon damals wurde der FC Arsenal auf ihn aufmerksam. Als 16-Jähriger wechselte er zum Weltklasse-Club nach London, trainierte später auch an der Seite des Ex-Bremers Per Mertesacker.
... spielte dort B-Junioren-Bundesliga. Schon damals wurde der FC Arsenal auf ihn aufmerksam. Als 16-Jähriger wechselte er zum Weltklasse-Club nach London, trainierte später auch an der Seite des Ex-Bremers Per Mertesacker. © imago
Mit 17 Jahren unterschrieb Gnabry im Sommer 2012 seinen ersten Profivertrag. Den Durchbruch schaffte der junge Dribbler beim Champions-League-Teilnehmer aber nicht. Er kam nur auf zehn Spiele (ein Tor) in der Premier League, wurde 2015/2016 zu West Bromwich Albion verliehen.
Mit 17 Jahren unterschrieb Gnabry im Sommer 2012 seinen ersten Profivertrag. Den Durchbruch schaffte der junge Dribbler beim Champions-League-Teilnehmer aber nicht. Er kam nur auf zehn Spiele (ein Tor) in der Premier League, wurde 2015/2016 zu West Bromwich Albion verliehen. © imago
Wie talentiert Gnabry aber ist, sah die Welt bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio, als er mit der deutschen Auswahl Silber holte. Gnabry erzielte sechs Tore im Turnier - keiner schoss mehr.
Wie talentiert Gnabry aber ist, sah die Welt bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio, als er mit der deutschen Auswahl Silber holte. Gnabry erzielte sechs Tore im Turnier - keiner schoss mehr. © imago
Plötzlich war Gnabry begehrt, sehr begehrt. Den Zuschlag bekam etwas überraschend der SV Werder. Für rund fünf Millionen Euro wechselte der Außenbahnspieler in die Bundesliga, um endlich mehr Einsatzzeiten zu bekommen und seiner Karriere mehr Schwung zu verleihen.
Plötzlich war Gnabry begehrt, sehr begehrt. Den Zuschlag bekam etwas überraschend der SV Werder. Für rund fünf Millionen Euro wechselte der Außenbahnspieler in die Bundesliga, um endlich mehr Einsatzzeiten zu bekommen und seiner Karriere mehr Schwung zu verleihen. © gumzmedia
Und Gnabry schlug voll ein, schoss alleine in der Hinrunde der Saison 2016/17 sieben Tore. Seinen ersten Doppelpack erzielte er am 22. Spieltag beim VfL Wolfsburg.
Und Gnabry schlug voll ein, schoss alleine in der Hinrunde der Saison 2016/17 sieben Tore. Seinen ersten Doppelpack erzielte er am 22. Spieltag beim VfL Wolfsburg. © gumzmedia
Gnabry zog wieder viele Augen auf sich - auch die des Bundestrainers. Joachim Löw nominierte ihn im November 2016 erstmals für die A-Nationalmannschaft. Bei seinem Debüt, einem 8:0 in der WM-Qualifikation gegen San Marino, schoss Gnabry drei Tore.
Gnabry zog wieder viele Augen auf sich - auch die des Bundestrainers. Joachim Löw nominierte ihn im November 2016 erstmals für die A-Nationalmannschaft. Bei seinem Debüt, einem 8:0 in der WM-Qualifikation gegen San Marino, schoss Gnabry drei Tore. © imago
Klarheit nach Wochen der Spekulationen: Am 8. Juni 2017 teilten Serge Gnabry und der SV Werder mit, dass der 21-Jährige den Verein nach nur einem Jahr wieder verlässt. Wenige Tage später wurde bekannt: Gnabry geht zum FC Bayern München.
Klarheit nach Wochen der Spekulationen: Am 8. Juni 2017 teilten Serge Gnabry und der SV Werder mit, dass der 21-Jährige den Verein nach nur einem Jahr wieder verlässt. Wenige Tage später wurde bekannt: Gnabry geht zum FC Bayern München. © gumzmedia
Von den Bayern wurde er allerdings direkt an 1899 Hoffenheim verliehen.
Von den Bayern wurde er allerdings direkt an 1899 Hoffenheim verliehen. © imago
Nach einem Jahr Leihe kehrte Gnabry dann zur Saison 2018/2019 zum FC Bayern zurück.
Nach einem Jahr Leihe kehrte Gnabry dann zur Saison 2018/2019 zum FC Bayern zurück. © imago
Am 01. Dezember 2018 ist es dann soweit. Serge Gnabry trifft mit dem FC Bayern im Bremer Weserstadion auf seinen Ex-Verein Werder.
Am 01. Dezember 2018 ist es dann soweit. Serge Gnabry trifft mit dem FC Bayern im Bremer Weserstadion auf seinen Ex-Verein Werder. © gumzmedia
Und er knipst auch noch! Bayern gewinnt mit 2:1 in Bremen und beide Tore erzielt Serge Gnabry.
Und er trifft auch noch! Bayern gewinnt mit 2:1 in Bremen und beide Tore erzielt Serge Gnabry. © imago

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