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Die Werder-Profis bejubeln den 3:1-Heimsieg gegen Hertha BSC.

Werder beeindruckt beim 3:1 gegen Berlin

Bayern-Jäger wider Willen

Bremen - Als Pal Dardai versuchte, auf der Pressekonferenz die Niederlage seiner Hertha zu erklären, da schaute er grinsend zum Kollegen Florian Kohfeldt hinüber: „Herzlichen Glückwunsch, jetzt bist du der Bayern-Jäger. Diesen Stab gebe ich gerne weiter.“

Kohfeldt schaute wenig begeistert, dabei hatte sein Team die Berliner gerade mit 3:1 (2:0) hochverdient besiegt und war mit elf Punkten nach fünf Partien auf Platz zwei der Bundesliga-Tabelle gesprungen, doch der Werder-Coach mahnte umgehend: „Wir dürfen jetzt nicht durchdrehen!“

Dardai behauptete derweil, dass seiner Mannschaft dieser zweite Platz so nah dran an den großen Bayern nicht gut getan habe. Sie habe sich darüber wahrscheinlich zu sehr gefreut und nicht die nötige Frische gehabt. Aber objektiv betrachtet, war es an diesem Dienstagabend eher so, dass Werder den Gästen mit einem unglaublich starken Spiel jegliche Luft zum Atmen nahm. Das Team von Kohfeldt spielte derart dominant, ballsicher, zielstrebig und gleichzeitig sehr gut absichernd, dass die knapp 40.000 Zuschauer aus dem Staunen kaum herauskamen.

Die Raute als Schlüssel zum Erfolg

Kohfeldts Umstellung auf eine Raute im Mittelfeld war dabei der Schlüssel zum Erfolg. „Das hat die Hertha total überrascht“, freute sich Nuri Sahin. Der Neuzugang aus Dortmund stand erstmals in der Startelf und war gleich der Taktgeber – in einem übrigens sehr stillen Weserstadion.

Die Ultras in der Ostkurve machten ihren Stimmungsboykott wahr, um gegen die Zerstückelung der Spieltage zu protestieren. „Ich hatte immer Angst, dass man mich hört“, scherzte Kohfeldt, fügte dann aber ganz ernst an: „Schöner war es wieder mit lauten Fans.“ Nach 18 Minuten und 30 Sekunden – in Anlehnung an die Anstoßzeit – bebte die Ostkurve. Allerdings nicht zum ersten Mal an diesem Abend. Denn das frühe 1:0 von Martin Harnik war dort natürlich trotzdem bejubelt worden.

Der Stürmer profitierte bei seinem Tor davon, dass Fabian Lustenberger seinem eigenen Keeper Rune Jarstein den Ball aus den Händen gespitzelt hatte (11.). Harnik legte bald das 2:0 nach (17.), wurde aber wegen Abseitsposition zurückgepfiffen. Kein Problem, dann traf eben Milos Veljkovic per Kopf nach einer Ecke von Sahin (45.).

Dardai nahm seinen angeschlagenen Keeper raus und änderte die Taktik. Mit Erfolg! Javairo Dilrosun verkürzte schnell auf 1:2 (53.). Ausnahmsweise hatte Werder-Keeper Jiri Pavlenka mal gepatzt. „Da haben viele im Stadion bestimmt schon an einen Rückfall gedacht“, meinte Sahin und lächelte. Denn diesmal ließ Werder keinen Ausgleich mehr zu.

Kruse: „Wollten zeigen, dass mit uns zu rechnen ist“

Dafür hatte Kohfeldt allerdings auch umgestellt und für den leicht angeschlagenen und ausgepumpten Sahin (Pferdekuss) Philipp Bargfrede gebracht. Der machte aus der Vierer- eine Fünferkette. Werder wurde wieder sicherer, und vorne holte Theodor Gebre Selassie mit beherztem Einsatz einen Strafstoß heraus. Marvin Plattenhardt hatte ihn gefoult. Kapitän Max Kruse verwandelte wie immer sicher (66.). Damit war die Partie entschieden.

„Wir haben endlich das auf den Platz gebracht, was wir in den letzten Wochen trainiert haben“, sagte Kruse und verriet, dass sich die Mannschaft auf dieses Spitzenspiel Vierter gegen Zweiter ganz besonders gefreut hatte: „Die ganze Bundesliga hat doch auf dieses Spiel geschaut. Das haben wir uns nach so viel Abstiegskampf auch verdient. Und wir wollten zeigen, dass mit uns zu rechnen ist.“

Mit diesen Aussagen gab Kruse die Steilvorlage für die berüchtigte Frage nach dem neuen Bayern-Jäger, doch da verdüsterte sich beim Kapitän wie bei Coach Kohfeldt die Miene: „Die Frage brauche ich ja wohl nicht zu beantworten.“ Das geht also viel zu weit, das Ziel Europa ist aber präsenter denn je – und dazu meinte Kohfeldt warnend und fordernd zugleich: „Es war ein Heimsieg, mehr nicht. Es muss unser Anspruch sein, so zu spielen wie heute.“

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Werder Bremen gegen Hertha BSC.
Werder Bremen gegen Hertha BSC. © gumzmedia
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