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Bei Max Kruse und Co. hängen die Köpfe: Werder Bremen hat mit 1:4 bei Fortuna Düsseldorf verloren.

1:4-Niederlage gegen Fortuna Düsseldorf

Der Bayern-Kater und seine Folgen: Tschüss, Europa?

Düsseldorf - Florian Kohfeldt ist ein hilfsbereiter Mensch – auch in der Niederlage. Und so machte der Werder-Coach den Journalisten nach der unerwarteten 1:4 (1:2)-Pleite in Düsseldorf den Überschriften-Vorschlag „Ein gebrauchter Tag“.

Als ihm dann aber einer aus der Runde seine Idee „Die dritte Niederlage gegen die Bayern“ servierte, da nickte Kohfeldt zustimmend: „Wow! Deswegen stehe ich hier und ihr dort.“ Diese Überschrift bringt es auf den Punkt. Die beiden Pleiten in Meisterschaft und DFB-Pokal gegen die Bayern waren mitverantwortlich dafür, dass Werder auch gegen Düsseldorf verlor und die Chancen auf Europa enorm gesunken sind.

„Das Gesamterlebnis in dieser Woche war zu viel für uns. Die Jungs haben alles probiert und gekämpft, um im Kopf frei zu sein. Aber es hat nicht geklappt“, gestand Kohfeldt. Er meinte damit vor allem dieses Pokalspiel mit dem Empfang der Fans, dem dramatischen Spielverlauf inklusive des unberechtigten Elfmeters zum Münchner Siegtreffer sowie das Fehler-Eingeständnis des DFB und die Entschuldigung von Bayern-Profi Thomas Müller am Tag danach. All das hätten seine Spieler auf- und mit nach Düsseldorf genommen.

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Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf
Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf © gumzmedia
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Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf
Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf © dpa
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Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf © dpa
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Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf
Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf © imago images / Jan Huebner
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Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf
Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf © dpa

Das Trainerteam habe mit Einzel- und Gruppengesprächen versucht, den Bayern-Kater zu bekämpfen und den Fokus wieder auf den Fußball zu lenken, erzählte Kohfeldt. Dazu gehörte auch die Taktik, den Gegner sofort zu attackieren, um gut ins Spiel zu kommen. Doch dieser Schuss ging gewaltig nach hinten los, denn nach nur 49 Sekunden lagen die Gäste schon zurück. Benito Raman durfte jubeln, weil zuvor Johannes Eggestein, Ludwig Augustinsson und Niklas Moisander geschlafen hatten.

„Was Schlimmeres hätte uns nicht passieren können“, seufzte Kohfeldt. Sein Team war geschockt und fing sich in der 23. Minute das 0:2. Ein ganz übler Treffer: Kenan Karaman war in der eigenen Hälfte mit dem Ball am Fuß gestartet und bis zu seinem Torschuss von keinem Bremer gestoppt worden. „Sieben waren es“, ärgerte sich Kohfeldt.

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Klaassen-Pech stoppt Bremer Aufschwung

Immerhin: Werder kämpfte sich zurück und profitierte ausgerechnet vom Video-Schiedsrichter, der ihnen gegen die Bayern noch so übel mitgespielt hatte. Dem Unparteiischen auf dem Rasen, Benjamin Cortus, war das Foul von Kaan Ayhan an Davy Klaassen entgangen, doch sein Helfer im berühmten Kölner Keller schickte ihn zum Bildschirm an den Spielfeldrand. Den fälligen Elfmeter verwandelte Max Kruse sicher (28.), wie zuvor auch seine anderen 13 Strafstöße in der Bundesliga. Und wer weiß, was passiert wäre, wenn der Kopfball von Nuri Sahin im Tor und nicht an der Latte gelandet wäre (35.)?

Werder spielte nun endlich gefälliger, um dann gleich das nächste Unglück zu erleben – das große Klaassen-Pech. Nach dem schmerzhaften Kopf-an-Kopf-Duell mit Aymen Barkok und einer genähten Risswunde am Ohr kehrte der Niederländer aufs Feld zurück und leitete mit seinem Fehlpass das Düsseldorfer 3:1 durch Rouwen Hennings ein (56.). Sofort danach verließ er mit Schwindel das Spielfeld.

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„Es ist heute irgendwie alles gegen uns gelaufen“, stöhnte Kohfeldt. Dazu gehörte auch das 1:4 von Markus Suttner, dem ein Handspiel im Mittelfeld vorausgegangen war. Keine grobe Fehlentscheidung, aber eine aus Bremer Sicht unglückliche.

Zur Wahrheit des Spiels gehörte aber auch: Werder spielte nur selten gut und verteidigte richtig schlecht. „Wir haben viel zu offen gestanden“, schimpfte Kruse. Auch Kohfeldt wollte nichts schönreden, kritisierte dabei auch die mangelhafte Chancenauswertung. Martin Harnik hätte Werder noch Hoffnung machen können, machte es aber nicht. Insgesamt agierte Werder vor dem Tor viel zu umständlich.

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Kohfeldt über Europa: „Es ist noch nicht vorbei!“

Die Fortuna feierte am Ende die nächste Großtat in einer für den Aufsteiger furiosen Saison. Kohfeldt musste dagegen erklären, was nun aus Europa wird. „Ich habe keine Sorge, dass wir einbrechen, es ist noch nicht vorbei!“, betonte der 36-Jährige und blickte voraus: „Lasst uns doch mal nächste Woche gegen Dortmund gewinnen, dann schauen wir wieder auf die Tabelle.“ Ein guter Plan, denn im Moment macht der Blick aufs Tableau keinen Spaß, Werder hat als Achter vier Punkte Rückstand auf Platz sieben, am Sonntag könnten es sogar fünf sein. Ganz schön viel bei nur noch drei ausstehenden Spielen. Doch Kohfeldt bewahrt die Ruhe und gibt der Mannschaft zwei Tage frei: „Viele werden das nach einem 1:4 vielleicht nicht verstehen, aber die Jungs müssen jetzt atmen im Kopf.“

Vielleicht lassen sich so auch die Gedanken an den FC Bayern vertreiben. Wenn gleich, welche Ironie des Schicksals: Die Bremer könnten die Münchner am Samstag womöglich mit einem Erfolg gegen den BVB schon zum Meister machen.

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