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Nicht zu fassen! Kapitän Max Kruse und der SV Werder haben nach der 1:4-Pleite gegen Düsseldorf die Chance auf Europa so gut wie verspielt.

Europa in weiter Ferne, aber Kohfeldt hofft weiter

Drei Spiele für ein Wunder

Düsseldorf/Bremen – Vom nahen Düsseldorfer Flughafen dröhnte ein schmerzhafter Gruß nach dem anderen in die Ohren der Bremer Spieler. Jedes Flugzeug, das von dort abhob und über die Merkur Spiel-Arena zog, musste ihnen vorkommen wie das gestillte Fernweh anderer. Das eigene Fernweh wird die Bremer Profis dagegen weiter quälen. Denn aus ihrem Traum, in der kommenden Saison Europa zu bereisen, wird wohl nichts werden.

Durch die 1:4-Niederlage bei Fortuna Düsseldorf sind die Chancen auf die Teilnahme am europäischen Geschäft auf ein Minimum gesunken. Dennoch klammert sich Trainer Florian Kohfeldt an das Saisonziel. „Wir haken gar nichts ab“, sagte er. Doch nach zwei Niederlagen in Folge ist die Bundesliga-Tabelle kein Freund mehr des zuvor so furios durch die Rückrunde marschierten SV Werder.

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0:1 bei Bayern München, nun das 1:4 bei Aufsteiger Düsseldorf, dazwischen das bittere Aus im DFB-Pokal-Halbfinale gegen den FC Bayern – so wurde binnen acht Tagen aus einer hoffnungsvollen Ausgangslage mit riesiger Fan-Euphorie Platz neun mit einem Vier-Punkte-Rückstand auf Rang sieben und fünf Zählern auf Rang sechs. Diese Lücke zu schließen, ist bei nur noch neun zu vergebenden Punkten eine extrem herausfordernde Aufgabe. „Die Wahrscheinlichkeit, einen der ersten sieben Plätze zu erreichen, ist geringer geworden“, räumte auch Sportchef Frank Baumann ein.

Kohfeldt: „Warum sollten wir jetzt aufhören?“

Zumal Werder im Vergleich mit den Mitbewerbern das wohl anspruchsvollste Restprogramm zu bewältigen hat. Doch ausgerechnet darin sieht Kohfeldt die Bremer Chance. Dortmund, Hoffenheim, Leipzig – „das sind doch tolle Spiele. So verrückt es klingt: Es ist noch nicht vorbei für uns. Warum sollten wir jetzt aufhören? Jeder, der den Charakter dieser Mannschaft kennt, der weiß: Wir werden fighten.“

Aber selbst wenn es zu Siegen gegen die sicheren Champions-League-Teilnehmer aus Dortmund und Leipzig sowie den direkten Konkurrenten 1899 Hoffenheim reichen sollte, müssen Bayer Leverkusen, Borussia Mönchengladbach, Hoffenheim und auch der VfL Wolfsburg fleißig Punkte liegen lassen. Werder braucht beim finalen Auskegeln der Euro-Plätze also „alle neune“ sowie die eine oder andere „Pumpe“ der Konkurrenten, sonst wird definitiv nichts aus dem Europa-Traum.

Die Bremer Hoffnung – sie steht folglich auf wackeligen Beinen, bei Baumann regiert dennoch der Optimismus, „dass wir noch einige Punkte holen werden. Ob es dann am Ende reicht, liegt nicht in unserer Hand.“ Bei Kohfeldt liest sich das so: „Wir werden es probieren, so lange es möglich ist. Das sind wir den Fans schuldig, aber vor allem sind wir es uns selbst schuldig.“

Der Trainer hatten den Leistungseinbruch seiner Mannschaft in Düsseldorf frustriert aber nicht konsterniert verfolgt. Denn irgendwie war es gut erklärbar, dass seine Spieler wie eine schlechte Kopie ihrer selbst aufgetreten waren. Die Ursachenforschung führte zurück zum vergangenen Mittwoch, zurück zum Pokal-Halbfinale gegen Bayern München.

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Baumann: „So eine Leistung ist vielleicht auch einfach mal menschlich“

„Dieses Gesamtereignis“, so Kohfeldt, „haben wir nicht verpackt bekommen.“ Soll heißen: Das Aus wegen des unberechtigten Elfmeters spukte auch vier Tage später in Düsseldorf noch durch die Köpfe. „So ein Spiel hat mentale Auswirkungen, das ist so. Dann ist so eine Leistung vielleicht auch einfach mal menschlich“, entschuldigte Baumann das 1:4, zu dem Benito Raman (1.), Kenan Karaman (23.), Rouwen Hennings (56.) und Markus Suttner (73.) die Düsseldorfer Tore beigesteuert hatten. 

Max Kruse hatte per Elfmeter zwischenzeitlich für Hoffnung gesorgt (28.). Doch mehr ging nicht an einem Tag, „an dem alles gegen uns lief“, meinte Kohfeldt und formulierte nicht einen Vorwurf an sein Team. Er gab den Spielern nach dem Match sogar zwei Tage frei: „Die Jungs sollen den Kopf jetzt freibekommen.“ Denn es wartet noch diese eine Aufgabe auf alle. Sie lautet: Aus drei Spielen ein Wunder machen!

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Das Restprogramm im Kampf um Europa: Werder mit schlechtester Ausgangslage

EINTRACHT FRANKFURT (4./58:35/54)

Bayer Leverkusen (A)

FSV Mainz 05 (H)

Bayern München (A)

BORUSSIA M’GLADBACH (5./49:38/51)

1899 Hoffenheim (H)

1. FC Nürnberg (A)

Borussia Dortmund (H)

BAYER LEVERKUSEN (6./57:49/51)

Eintracht Frankfurt (H)

Schalke 04 (H)

Hertha BSC (A)

1899 HOFFENHEIM (7./66:45/50)

Bor. M’gladbach (A)

Werder Bremen (H)

FSV Mainz 05 (A)

VFL WOLFSBURG (8./52:46/49)

1. FC Nürnberg (H)

VfB Stuttgart (A)

FC Augsburg (H)

WERDER BREMEN (9./53:46/46)

Borussia Dortmund (H)

1899 Hoffenheim (A)

RB Leipzig (H)

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