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Ein häufiges Bild in dieser Saison: Das Sturm-Trio der Eintracht bejubelt einen Frankfurter Treffer.

Haller, Rebic und Jovic – Wie sehr Frankfurt vom Top-Trio profitiert

Die Büffel kommen nach Bremen

Von Frank Hellmann. Da sage noch einer, dieses Trio infernale ist sich immer einig. Das Kabinenfoto, das nach dem 3:1-Heimsieg gegen den SC Freiburg von Sebastien Haller, Ante Rebic und Luka Jovic entstand, zeugt eher nicht von blindem Verständnis. 

Das Dreigestirn, das Eintracht Frankfurt im Alleingang zu den ersten drei Punkten im neuen Jahr geschossen hatte, versuchte auf dem für die Plattform Instagram erstellten Schnappschuss ihren ersten gemeinsamen Tore-Streich zu symbolisieren. Der Franzose Haller nahm dafür die drei inneren Finger der rechten, der Kroate Rebic die drei äußeren der linken und der Serbe Jovic die drei inneren der linken Hand. 

Haller und Jovic hatten den Oberkörper entblößt, während Rebic noch Funktionsunterwäsche trug. Alles wirkte schnell improvisiert, aber wäre ja auch schlimm, wenn sie immer dasselbe tun würden – dann wäre diese wahnwitzige Troika leicht ausrechenbar.

„Jetzt geht es gegen die drei Verrückten aus Frankfurt“

Ihre Stärke beziehen die wuchtigen Kanoniere, die sich in der Scorerliste der Bundesliga auf den Plätzen zwei (Haller, zehn Tore, neun Vorlagen), drei (Jovic, 13/5) und 15 (Rebic, 6/3) niedergelassen haben, aus ihrer Vielseitigkeit, weil sich Körperlichkeit mit Draufgängertum, List mit Wucht, Technik mit Kampf paaren. Haller ist in der Ballbehauptung, Rebic beim Durchsetzungsvermögen, Jovic beim Instinkt fast unerreicht. 

Werder Trainer Florian Kohfeldt, dessen Mannschaft die Hessen am Samstag um 18.30 Uhr im Weserstadion empfängt, hat die Ausgangslage vor dem Aufeinandertreffen so formuliert: „Jetzt geht es gegen die drei Verrückten aus Frankfurt.“ Gegen drei Büffel, die auch mal die ganze lahme Herde ziehen. Nur zwei der 37 Frankfurter Bundesliga-Treffer kamen ohne Beteiligung des bundesweit als „Büffelherde“ titulierten Trios zustande.

Frankfurts Trainer Adi Hütter weiß, dass notfalls diese Combo das Kommando übernimmt. Der Österreicher freut sich über „individuell gute Stürmer, die immer ein Tor schießen können.“ Gemeinsam seien die drei „über 90 Minuten schwer zu eliminieren“. Dennoch ist es nicht die Regel, dass Haller (24 Jahre), Rebic (25) und Jovic (21) gemeinsam in der Startelf stehen; am zehnten Spieltag beim VfB Stuttgart (3:0) ging Hütter erstmals dieses Risiko. 

Längst freut sich der 48-Jährige, „wie die drei füreinander und für die Mannschaft arbeiten.“ Gleichwohl bleibt die Taktik fürs Auswärtsspiel in Bremen offen. Alternativ ist die Formation mit zwei Stürmern und drei zentralen Mittelfeldspielern nicht weniger erfolgversprechend, da Hütter bei Bedarf reagieren kann. „Wir werden nicht immer mit drei Spitzen spielen, einer der Top-Stürmer wird auch mal auf der Bank sitzen“, sagt er.

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Millionenschweres Frankfurter Faustpfand

Die Eintracht hält mit dem Triumvirat ein millionenschweres Faustpfand in den Händen. Ein jeder gilt auf dem Transfermarkt als äußerst begehrt. Der 2017 für sieben Millionen vom FC Utrecht geholte Mittelstürmer Haller (Vertrag bis 2021) wird vom Portal transfermarkt.de mit 35 Millionen Euro Marktwert veranschlagt. 

Der 2016 zunächst vom AC Florenz ausgeliehene, dann fest verpflichtete und nach der Vizeweltmeisterschaft mit Kroatien mit einem deutlich verbesserten Vertrag bis 2022 ausgestattete Offensivallrounder Rebic liegt bei derselben Hausnummer. Die meiste Fantasie steckt jedoch in Toptalent Jovic, den die Frankfurter bereits in der Vorsaison von Benfica Lissabon ausgeliehen hatten und nun per Zehn-Millionen-Kaufoption fest binden werden: Marktwert 40 Millionen, Tendenz stark steigend.

Sportvorstand Fredi Bobic hat es geschafft, einen 110-Millionen-Sturm zum Markenzeichen der Eintracht zu machen. Im Programmheft des Florida-Cups während des US-Trainingslagers wurden Haller-Rebic-Jovic als dreiköpfiges Monster präsentiert. Dass diese Reihe nicht ewig im Namen des Adlers zusammenbleibt, weiß Bobic. „Die drei sind gut bei uns aufgehoben. Wenn Angebote kommen, werden wir diese sorgfältig prüfen.“ 

Intern geht die Abmachung so, dass beim Einzug in die Europa League nur einer, beim Erreichen der Champions League vielleicht sogar gar keiner verkauft wird. Sollte es mit einem Europapokalplatz nichts werden, dann werden womöglich zwei der drei Künstler den Abflug machen. Und dann irgendwo anders die Finger für Fotos strecken.

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