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Das Duell zwischen Janek Sternberg (li.) und Arturo Vidal im Bremer Strafraum endet mit einem Strafstoß.

DFB-Pokal-Halbfinale 2016

Konservierte Wut über eine „reine Verarschung“

Bremen – Werder Bremen im DFB-Pokal-Halbfinale gegen Bayern München – da war doch was! Zuletzt hat es diese Konstellation vor drei Jahren gegeben.

Und wenn Janek Sternberg an diesen 19. April 2016 zurückdenkt, kocht die Wut wieder in ihm hoch. „Es regt mich noch genauso auf wie damals“, sagt der mittlerweile 26 Jahre alte Linksverteidiger, der sich nach der 0:2-Niederlage als der Gelackmeierste unter allen gelackmeierten Bremern vorkommen musste. Und zwar wegen Arturo Vidal, dem Bayern-Star, dem an diesem Tag laut der „Zeit“ eine der „formvollendesten Fußballbetrügereien der letzten Zeit“ gelungen war.

Werder als krasser Außenseiter beim FC Bayern München

Werder war als krasser Außenseiter zum FC Bayern gereist. In der Liga kämpften die Bremer auf dem Relegationsplatz stehend ums Überleben, der Pokal spielte da eher eine Nebenrolle. 

Dennoch hielten die Bremer die Partie lange offen. 1:0 stand es nur für die Bayern, ehe sich jene Szene zutrug, die Sternberg als „reine Verarschung“ betitelte. Vidal drang mit Tempo in den Bremer Strafraum ein, Sternberg setzte zur Grätsche an – jedoch ohne den Bayern-Star zu berühren. Aber Vidal hob ab und produzierte eine der dreistesten Schwalben der Pokalgeschichte. „Der Videobeweis hätte uns damals sicher geholfen“, seufzt Sternberg im Rückblick. Schiedsrichter Tobias Stieler fiel nämlich auf Vidal herein. 

Thomas Müller, der zuvor auch das 1:0 erzielt hatte (30.), trat zum Elfmeter an und verwandelte (71.). Hinterher sagte er: „Es war eine Schwalbe, es gibt keine Entschuldigung dafür. Reinmachen muss ich ihn trotzdem.“

Drei Jahre später erklärte jener Thomas Müller übrigens nach einem umstrittenen Handelfmeter gegen die Bayern, dass er ein solches Elfmetergeschenk selbst nicht annehmen würde: „Den würde ich absichtlich daneben schießen.“ Was er nach Vidals Tiefflug nicht getan hatte. Aber das ist eine andere Geschichte.

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Zurück zu Sternberg: Im größten Spiel seiner Karriere war der heutige Profi des Drittligisten 1. FC Kaiserslautern übelst hereingelegt worden. „Klar, ich hätte da nicht so hingehen dürfen. Von einem Spieler wie Vidal sollte man so eine Aktion aber auch nicht erwarten. Aber die Bayern hatten gemerkt, dass wir sie in der Phase am Wickel hatten. Wir hatten eine echte Chance, ins Finale zu kommen“, sagt er im Rückblick. 

Mit dem 0:2 war die Partie natürlich gelaufen und Werder ausgeschieden. Sternberg trug den Ärger „noch eine Woche mit mir herum, danach war das Thema durch“. Es sei denn, es wird wieder ein Halbfinale zwischen Werder und Bayern gespielt, dann kocht der Ärger wieder hoch, „dann könnte ich mich immer noch in Rage reden“.

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