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Werder feierte nach dem 2:0-Sieg auf Schalke ausgelassen vor den mitgereisten Bremer Fans.

Nachbericht zum 2:0-Sieg gegen Schalke

Eiskalt und sehr erwachsen

Gelsenkirchen - Der Mann mit dem schwarzen Leibchen blieb auf Tuchfühlung. Als Max Kruse auf dem Weg zum Interview mit dem ZDF die steile Treppe aus dem Medienbereich der Schalker Veltins-Arena hochhastete, hielt der Herr Schritt. Auf seinem Rücken der Schriftzug „Dopingkontrolle“.

Als Kruse zurückkehrte, klebte er weiter an den Fersen des Bremer Kapitäns. Das sah schon witzig aus, letztlich spürte der Kontrolleur aber nur auf seine Art einer Frage nach, die nicht erst seit dem 2:0-Sieg bei Schalke 04 viele Fußball-Fans im Land beschäftigt. Was nur macht diesen SV Werder Bremen so gut?

Wundermittel wird es wohl nicht geben, schon gar nicht irgendwelche unerlaubten. Aber bei der Suche nach den Erfolgsfaktoren bei Kruse anzusetzen, ist dennoch ein guter Gedanke. Der Bremer Kapitän hatte auf Schalke überzeugend gespielt, das Team dirigiert, geleitet und so zum fünften Sieg im achten Saisonspiel geführt. Ein Grund, weshalb Werder aktuell so gut ist und sich mit 17 Punkten an Tabellenführer Borussia Dortmund rangehängt hat, trägt folglich seinen Namen. Doch er allein ist es natürlich nicht. Vielmehr ist es ein mit enormer Geschwindigkeit voranschreitender Lern- und Reifeprozess, der Werder nach acht Spieltagen weit nach oben geführt hat in der Tabelle – Platz drei.

Kohfeldt schätzt „unheimlichen Fokus“ seiner Mannschaft

„Sensationell“ nennt Trainer Florian Kohfeldt die Punkteausbeute. Egal ist ihm dagegen der Tabellenplatz, sagt er. Es zählt die Leistung. Und für die fand der Coach auf Schalke diese Worte: „Das war sehr erwachsen. Wir sind in einer Phase, in der wir gut bis sehr gut spielen.“ Sein Team hatte gegen biedere Schalker Geduld, Konzentrationsfähigkeit und Effektivität perfekt zusammengerührt. Das war viel besser als gegen Stuttgart, Nürnberg und Hannover – die Spiele also, in denen die Bremer bislang Punkte haben liegen lassen.

Entweder weil sie mit einem Vorsprung nicht umgehen konnten (Nürnberg), zu wenig Durchschlagskraft zeigten (Hannover) oder krasse defensive Fehler machten (alle drei Partien). Es scheint, als könne Werder einmal erkannte Defizite sofort oder zumindest schnell abstellen. „Was ich an dieser Mannschaft so unglaublich schätze, ist, dass sie unheimlich fokussiert ist“, schwärmte Kohfeldt über diese Qualität.

Und das Team ist in der Lage, einen Matchplan umzusetzen – wie das Spiel auf Schalke demonstriert. Hinterher waren sich alle einig, dass die Partie zwar „nicht unser schönstes Spiel war“ (Mittelfeldmann Davy Klaassen), aber man habe eben gemacht, „was nötig war“, meinte Sport-Geschäftsführer Frank Baumann.

Taktik-Analyse: Werder besteht die taktische Reifeprüfung

Soll heißen: Werder spielte abwartend, fast ohne Risiko, machte es also wie Schalke. Die Folge: Eine erste Halbzeit, die lange nichts zu bieten hatte. Bis das passierte, worauf Kohfeldt gehofft hatte. Irgendwann „ging der Block bei Schalke auf“, so Kohfeldt. Maximilian Eggestein nutzte das, traf aus der Distanz (43.).

Sahin: „Im Moment passt es bei uns einfach“

„Das war eiskalt“, stöhnte Schalke-Verteidiger und Ex-Werder-Profi Naldo. „Sehr effektiv“ nannte es Baumann und bezog das 2:0 – wiederum erzielt durch Eggestein (66.) – gleich mit ein. Denn der erst zweite Torschuss hatte zum zweiten Tor geführt. Weil sich danach der Schalker Block total auflöste und Werder fröhlich kontern konnte, „hätten wir noch mehr Tore erzwingen müssen“, monierte Kohfeldt.

Aber wichtiger war, dass Keeper Jiri Pavlenka die einzigen beiden Chancen, die die Defensive zuließ, mit Glanztaten zunichte machte. So fügte sich eins zum anderen, und Nuri Sahin fasste treffend zusammen: „Im Moment passt es bei uns einfach.“

Fotostrecke: Eggestein-Show auf Schalke

Werder Bremen gegen FC Schalke 04.
Werder Bremen gegen FC Schalke 04. © gumzmedia
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