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Florian Kainz hat derzeit wenig zu lachen beim SV Werder - er musste zweimal in Folge auf die Tribüne.

Erneut nicht berücksichtigt

Kainz kommt nicht voran

Freiburg - Florian Kohfeldt und Florian Kainz haben in den vergangenen Tagen gleich mehrere Gespräche geführt. Unter vier Augen und in aller Ruhe, denn schließlich ging es um sportlich unangenehme Themen.

Nachdem es Kainz vor dem Heimspiel gegen Gladbach (1:3) erstmals in dieser Saison nicht in den Kader geschafft hatte, sprach Werder-Trainer Kohfeldt mit dem Flügelstürmer darüber, wie sich mehr Konstanz in dessen Leistungen bringen lässt.

„Wir haben Maßnahmen besprochen, die liegen jetzt bei ihm und in der Betreuung von ihm“, berichtete Kohfeldt später. Gegriffen haben diese Maßnahmen aber offenbar noch nicht, denn auch vor der Reise zum Auswärtsspiel in Freiburg gab es ein Gespräch zwischen Kohfeldt und Kainz, in dem der Trainer dem Österreicher erklärte, warum es wieder nicht für den Kader reichte.

„Die Situation ist für Kainzi momentan nicht einfach“, sagte Kohfeldt nach dem 1:1 in den Katakomben des Freiburger Stadions. Werders Trainer vermied es, die abermalige Nicht-Berücksichtigung des 26-Jährigen mit dessen aktueller Form zu erklären. Er begründete sie lieber taktisch – wie schon vor zwei Wochen. „Wir wollten in Freiburg nicht mit Flügelstürmern beginnen“, sagte Kohfeldt. 

Fehlende Konstanz als größtes Manko

Als Joker für diese Rolle setzte er Milot Rashica auf die Bank, „weil er auf beiden Seiten spielen kann“. Das klang Kainz gegenüber zwar nicht sonderlich kritisch. Zufrieden sein mit der Rolle seines Angreifers kann Kohfeldt aber auch nicht. Seit Kainz im Sommer 2016 von Rapid Wien zu Werder gekommen ist, hat sich an seinem Status innerhalb der Mannschaft nicht wirklich viel verändert.

Ein Versprechen war er, aufgrund seiner Schnelligkeit, seiner Dynamik, seinem Offensivdrang. Allerdings ein Versprechen, das bis heute nicht eingelöst wurde. Zwar ließ Kainz in Phasen immer mal wieder aufblitzen, was er kann. Gelungen ist es ihm aber auch in seiner dritten Saison bislang nicht, zu einem festen Bestandteil der Startelf zu werden.

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Kainz mit dem 1. FC Köln in Verbindung gebracht

Auch deshalb tauchte sein Name kürzlich in der Gerüchteküche auf, war ein möglicher Wechsel zum 1. FC Köln kurzzeitig Thema. Der österreichische Nationalspieler (13 Einsätze) dürfte sich längst Gedanken darüber machen, wie es mit seiner Karriere weitergeht. Sein Vertrag läuft noch bis 2020.

Florian Kohfeldt ist derweil fest überzeugt davon, dass Kainz in Bremen weiterkämpft. „Ich bin mir sicher, dass Kainzi gut mit der Situation umgehen wird. Er wird in der nächsten Woche wieder mit dem Messer zwischen den Zähnen trainieren, um es mir so schwer wie möglich zu machen“, sagte der Trainer. Und das müsste Kainz in der Tat mal wieder gelingen, damit das nächste Zwiegespräch zwischen den beiden Männern wieder positiver ausfällt.

Florian Kainz: Seine Karriere in Bildern

Florian Kainz
In seiner Jugend kickte Florian Kainz für Sturm Graz in allen Junioren-Mannschaften. © imago
Florian Kainz
In seiner ersten Saison bei den Profis 2010/11 holte Sturm Graz die österreichische Meisterschaft. Kainz absolvierte bis 2014 insgesamt 122 Pflichtspiele für die Steirer und erzielte 21 Treffer.  © imago
Florian Kainz
Zur Saison 2014/15 wechselte Kainz innerhalb der österreichischen Liga zu Rapid Wien, spielte dort in 84 Partien und schoss 15 Tore. © imago
Im Juli 2016 verpflichtete Werder dann den jungen Österreicher.
Im Juli 2016 verpflichtete Werder dann den jungen Österreicher. © gumzmedia
Für den Flügelspieler überwiesen die Grün-Weißen rund 3,5 Millionen Euro an Wien.
Für den Flügelspieler überwiesen die Grün-Weißen rund 3,5 Millionen Euro an Wien. © gumzmedia
Unter Trainer Viktor Skripnik reichte es jedoch nur für einen Kurzeinsatz gegen Borussia Mönchengladbach.
Unter Trainer Viktor Skripnik reichte es jedoch nur für einen Kurzeinsatz gegen Borussia Mönchengladbach. © gumzmedia
Und auch nachdem Alexander Nouri die Verantwortung bei den Werder-Profis übernahm, kam Kainz meist nur zu Kurzeinsätzen. 
Und auch nachdem Alexander Nouri die Verantwortung bei den Werder-Profis übernahm, kam Kainz meist nur zu Kurzeinsätzen.  © gumzmedia
Florian Kainz
In der Saison 2016/17 stach der Joker dann zweimal gegen Hamburg und Leipzig. © Gumz
Florian Kainz
Zu Beginn der Spielzeit 2017/18 entwickelte Kainz sich allerdings zum Stammspieler und einer festen Größe in Werders Mittelfeld. © Gumz
Florian Kainz
Unter Trainer Andreas Herzog debütierte Kainz 2011 für die österreichische U21. © imago
Florian Kainz
Im November 2015 wurde er das erste Mal zur A-Nationalmannschaft berufen, 2017 absolvierte er vier Spiele in der WM-Qualifikation für Österreich. © imago
In vielen Spielen der Saison 2017/18 war Florian Kainz ein ständiger Unruheherd in Werders Mittelfeld
In vielen Spielen der Saison 2017/18 war Florian Kainz ein ständiger Unruheherd in Werders Mittelfeld © gumzmedia
Am 22. Spieltag konnte Florian Kainz einen Doppelpack gegen den VfL Wolfsburg erzielen.
Am 22. Spieltag konnte Florian Kainz einen Doppelpack gegen den VfL Wolfsburg erzielen. © gumzmedia

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