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Werder-Trainer Florian Kohfeldt jubelt beim 2:0-Sieg gegen den VfL Wolfsburg.

Jetzt bloß nicht ausruhen

Kohfeldt ist mit Werders „Sieben-Spieltage-Start“ zufrieden – fordert aber noch mehr

Bremen - Es war nur eine kurze Antwort – die Kunstpause danach war deutlich länger –, mit der Florian Kohfeldt das Thema „Tabellenplatz“ am späten Freitagabend am liebsten gleich wieder beendet hätte.

„Es fühlt sich jedenfalls besser an, als 16. zu sein“, sagte Werders Trainer lapidar auf die Frage, was es denn für ein Gefühl sei, nach sieben Spieltagen ganz weit oben in der Tabelle zu stehen. Mit 2:0 (1:0) hatte sich seine Mannschaft kurz zuvor gegen den VfL Wolfsburg durchgesetzt – und damit endgültig den Sprung in die Zone der Spitzenteams geschafft. Für Kohfeldt nicht mehr als eine Momentaufnahme, „jetzt muss es weitergehen“, forderte der Trainer, gestattete sich dann aber doch das vor einigen Tagen bereits angekündigte Sieben-Spieltage-Zwischenfazit.

„Die ersten sieben Spiele waren für mich die Startphase der Saison“, erklärte der Trainer, angesichts dessen Akribie und Detailversessenheit davon ausgegangen werden kann, dass diese Gliederung nicht bloß so dahergesagt war, sondern vermutlich in einer Art Masterplan festgehalten ist. „Ab jetzt sind wir drin, jetzt haben wir einen Rhythmus“, betonte Kohfeldt, „und jetzt kann man diese erste Phase auch bewerten.“

Kohfeldt: Punkteschnitt ist „gut bis sehr gut“

Ein Blick auf die nackten Zahlen reicht eigentlich schon aus, um erahnen zu können, dass das Urteil des Trainers positiv ausfällt. Nicht ausnahmslos, aber doch überwiegend. Nach sieben Spielen haben die Bremer stolze 14 Punkte gesammelt, 13 erzielte Tore sind dabei ebenso ordentlich wie acht kassierte, und die Heimserie ist inzwischen auf 16 Liga-Spiele ohne Niederlage angewachsen. „In der Summe der ersten Spiele hatten wir deutlich mehr Phasen, die mir gut gefallen haben, als Phasen, über die ich mich geärgert habe“, lobte Kohfeldt und verwies auf einen Punkteschnitt von zwei pro Partie: „Das ist gut bis sehr gut.“

Nun wäre Kohfeldt aber nicht Kohfeldt, wenn er seine Analyse an diesem Punkt mit einem zufriedenen Lächeln beendet hätte. Nein. Der Coach, der am Freitag seinen 36. Geburtstag feierte, lebte sie einmal mehr vor – diese „latente Unzufriedenheit“, die er immer wieder von sich, seinem Trainerstab und vor allem von seinen Profis fordert. „Wichtig ist jetzt, dass wir uns die Phasen noch einmal ansehen, in denen wir nicht das auf den Platz gebracht haben, was wir wollten“, sagte er.

Vor dem Hintergrund der beeindruckenden Punkteausbeute fällt es derzeit schwer, Werder zu kritisieren. Zum Vergleich: Für 14 Zähler hatte das Team in der vergangenen Saison 15 Spieltage, also fast die komplette Hinrunde gebraucht. Und besser gestartet in eine Spielzeit war der Verein zuletzt in der Serie 2011/2012, als die Mannschaft unter Trainer Thomas Schaaf auf 16 Punkte nach den ersten sieben Spielen kam. Es sind Zahlen, die natürlich auch Kohfeldt kennt – blenden lassen möchte er sich von ihnen aber nicht.

„Es lässt sich aus der guten ersten Phase kein Automatismus ableiten, dass es jetzt einfach so weitergeht“, betonte der Coach. Die nun anstehende Länderspielpause möchte er dazu nutzen, seinen Profis genau das einzutrichtern. Besonders viel Arbeit dürfte das nicht werden, denn Werders Spieler machen schon jetzt den Eindruck, als hätten sie die Gedanken ihres Chefs längst verinnerlicht.

Zielstrebig, mutig, aber nicht übermütig

„So viele Punkte zu haben, ist super“, sagte etwa Florian Kainz kurz nach dem Heimerfolg über Wolfsburg, ehe er sich sofort selbst zügelte: „Wir müssen aber auf dem Boden bleiben und weiter fokussiert arbeiten.“ Sein Mitspieler Davy Klaassen sah es ebenfalls pragmatisch. „Dort oben in der Tabelle zu bleiben, wird nicht einfach“, sagte er – und betonte: „Aber wenn wir nach Europa wollen, dann müssen wir es schaffen.“

Keine Frage: Den Grundstein dafür hat Werder während der von Kohfeldt ausgemachten „Sieben-Spieltage-Startphase“ gelegt. Mehr aber auch nicht. Von Europa singen sollen die Fans. Im Club wollen sie hingegen so weitermachen wie bisher: zielstrebig, mutig, aber nicht übermütig. Da passte es irgendwie ins Bild, dass Kohfeldt am späten Freitagabend auch gegen Ende seiner Ausführungen einen Satz wählte, der tabellarische Träumereien ausschloss: „Entscheidend ist, was jetzt noch kommt“, sagte der Trainer, „denn mit 14 Punkten steigt man am Ende ab.“ Viel hinzuzufügen war dem nicht mehr.

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Werder Bremen gegen VfL Wolfsburg
Werder Bremen gegen VfL Wolfsburg © gumzmedia
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