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Es gab in Freiburg viel zu diskutieren: Hier reden Werder-Coach Florian Kohfeldt und Sportchef Frank Baumann auf den Vierten Offiziellen Martin Thomsen ein.

Spieler haben Hauptschuld für die Freiburg-Pleite

Baumann und das schlechte Gefühl bei den Schiris

Bremen/Freiburg - Von alleine sprach Frank Baumann das Thema nicht an. Bei seiner Analyse der 0:1-Niederlage seines SV Werder in Freiburg drehte sich alles um die eigene Leistung, um die eigenen Fehler.

Doch als der Sportchef dann mit den umstrittenen Entscheidungen von Schiedsrichter Robert Hartmann konfrontiert wurde, da hielt sich Baumann nicht mehr zurück und schaute im Gespräch mit der DeichStube nicht nur verärgert auf diese eine Partie. „Wir haben schon klar das Gefühl, dass in den letzten Wochen nicht so viel für uns entschieden worden ist“, haderte Baumann, forderte aber zugleich: „Das darf für unsere tägliche Arbeit keine Rolle spielen. Wir dürfen uns jetzt nicht die ganze Woche darüber den Kopf zerbrechen, das bringt nichts!“

Aber Baumann will und kann es eben auch nicht komplett ausblenden. Vor allem, wenn eine Partie so eng ist wie die in Freiburg, dann entscheiden oft Kleinigkeiten – meistens sind das Fehler. Da nahm Baumann zunächst das eigene Personal in die Pflicht. „Wir sind bei dem Freistoß vor dem 0:1 einfach zu schläfrig“, schimpfte Baumann, verzichtete aber darauf, Namen zu nennen. Letztlich war es Aron Johannsson, der Marco Terrazzino erst laufen und dann fallen ließ – Elfmeter (24.). Nils Petersen vollstreckte sicher.

Kontakt mit dem Videoassistent

Doch Baumann hatte nicht nur einen eigenen Fehler gesehen: „Wir haben uns sehr über den Freistoß geärgert.“ Maximilian Eggestein habe in dieser Szene nicht gefoult, es sei genau andersherum gewesen. Und der Elfmeter? „Das ist keine klare Sache“, urteilte Baumann. So sei es im Prinzip bei allen drei kniffligen Situationen im Strafraum an diesem Nachmittag gewesen. „Und die Schiedsrichter legen es sich das dann so hin, wie sie es brauchen“, monierte Baumann.

Für Freiburg gab es zwei Mal Strafstoß, den zweiten verschoss Janik Haberer (87.), für Werder keinen. Den Schubser von Christian Günter an Max Kruse hatte Hartmann nicht geahndet (86.). „Da gibt es einen Kontakt, und den Ball hat er auch nicht gespielt“, meinte Baumann und forderte: „Da kann sich der Videoassistent durchaus melden.“ Laut Niklas Moisander soll es Kontakt zur Video-Zentrale in Köln gegeben haben. Der Finne hatte direkt nach der Szene beim Schiedsrichter nachgefragt: „Er hat mir gesagt, sie hätten es gecheckt, es wäre kein Elfmeter gewesen.“

In der 86. Minute ging Max Kruse im Sechzehner zu Boden, einen Elfmeter gab es aber nicht.

Das passte in Baumanns Bild: „Es sind viele Dinge eher gegen uns entschieden worden.“ Dazu zählte er zum Beispiel auch das rüde Foul von Amir Abrashi an Philipp Bargfrede, für das es in der ersten Halbzeit nur Gelb gegeben hatte: „Da kann man auch Rot zeigen.“ Und nach dem Spiel sei Theodor Gebre Selassie mit einer Platzwunde am Kopf vom Platz gegangen. „Er hat im gegnerischen Strafraum kurz vor Schluss einen Schlag an den Kopf bekommen, aber das wurde gar nicht registriert“, ereiferte sich Baumann.

So ist das, wenn man sich dann doch zu sehr mit diesem Thema beschäftigt. Aber Baumann ist besonnen genug, um die Schuld nicht allein bei anderen zu suchen. „Wir haben diesen einen Fehler gemacht, der zum Tor führt. Und wir waren einfach nicht zwingend genug“, kritisierte der Ex-Profi. Es sei allerdings auch nicht einfach, gegen so defensiv eingestellte Mannschaften wie Freiburg. Doch auf diese Taktik wird Werder nun häufiger treffen, selbst Schalke hatte es so schon vor zwei Wochen probiert.

Samstag steigt das Nordderby gegen den HSV

„Diesen Respekt haben wir uns erarbeitet“, sagte Baumann: „Gegen Mannschaften wie uns, die gerne den Ball haben, stellen sich viele Gegner noch tiefer hinten rein.“ Doch Sorge bereitet ihm das nicht. „Wir spielen ja nicht nur reinen Ballbesitz-Fußball. Das darf man nicht überbewerten. Wir haben genügend andere Möglichkeiten, um Spiele zu gewinnen.“

Das ist auch bitter nötig, denn nach dem 23. Spieltag ist Werder wieder punktgleich mit dem 1. FSV Mainz 05, der den Relegationsplatz belegt. Immerhin ist der Abstand zum Hamburger SV auf dem ersten Abstiegsplatz mit sechs Punkten gleich geblieben. Und eben dieser HSV kommt am Samstagabend (18.30 Uhr) ins Weserstadion. Eine gute Gelegenheit, um diesen Konkurrenten endgültig abzuschütteln. Aber dafür muss Werder wieder torgefährlicher werden und von Anfang an den nötigen Biss zeigen.

Werder verliert 0:1 beim SC Freiburg

SC Freiburg gegen Werder Bremen.
SC Freiburg gegen Werder Bremen. © Gumz
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SC Freiburg gegen Werder Bremen. © nordphoto
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Uns muss klar sein, dass wir im Abstiegskampf nicht so eine erste Halbzeit spielen dürfen wie hier, wir brauchen doch jeden Punkt“, hatte Moisander nach der Niederlage in Freiburg geschimpft und damit unterstrichen: Die Profis wissen sehr wohl, wer in erster Linie für die Pleite in Freiburg verantwortlich war: sie selbst und nicht der Schiedsrichter.

So wünscht es sich auch Baumann. Aber verschwiegen werden muss eben auch nichts. „Wir können das alles ganz realistisch einschätzen“, behauptete Baumann und meinte damit auch die sportliche Situation nach der ersten Niederlage nach zuletzt zwei furiosen Siegen in Folge: „Wir werden weder in die eine noch in die andere Richtung die Nerven verlieren.“

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