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Mesut Özil schoss Werder Bremen mit seinem Tor gegen Bayer Leverkusen zum Sieg im DFB-Pokal-Finale 2009.

Rückblick auf eine perfekte Serie

Sechs Duelle, sechs Siege: So liefen Werders Pokal-Spiele gegen Leverkusen

Bremen/Leverkusen - Sechsmal ging alles glatt – wird Spiel Nummer sieben für den SV Werder zum Stolperstein?

Wenn die Bremer am Dienstagabend (Anstoß 20.45 Uhr) im Viertelfinale des DFB-Pokals bei Bayer Leverkusen antreten, dann tun sie das mit dem Gefühl, dass statistisch gesehen gegen die Werkself nichts schiefgehen kann. Jedenfalls nicht im DFB-Pokal. Ein halbes Dutzend Mal standen sich die beiden Teams bislang in dem Bremer Lieblingswettbewerb gegenüber, und immer hieß der Sieger SV Werder. Ein Rückblick auf die sechs Siege.

18. Dezember 1976, 2. Runde: Werder Bremen - Bayer Leverkusen 3:0

Leverkusen ist noch Zweitligist und hat in Bremen keine Chance. Lediglich 4.000 Zuschauer verlieren sich im Weserstadion und sehen nach einer mauen ersten Hälfte Tore von Jürgen Röber (49.), Werner Görts (65.) und Karlheinz Meininger (76.).

10. Mai 1989, Halbfinale: Bayer Leverkusen - Werder Bremen 1:2

Das Spiel dient Werder zur Frustbewältigung – und zwar aus gleich zweifachem Anlass. Kurz zuvor hatte der amtierende Meister seine Chance auf die Titelverteidigung verspielt. Zudem ist mit Leverkusen noch eine Rechnung offen, denn in der Vorsaison hatte sich die Werkself im Halbfinales des Uefa-Pokals gegen die Bremer durchgesetzt (und schließlich auch den Pokal gewonnen).

Werder sinnt also auf Revanche und jubelt am Ende dank Dieter Eilts. Mit seinem ersten Pflichtspieltreffer im Bremer Trikot schießt er sein Team drei Minuten vor Spielende ins Finale nach Berlin. Zuvor hatte Leverkusens Andrzej Buncol (54.) die Bremer Führung durch Rune Bratseth (21.) ausgeglichen. Das Endspiel verlor Werder übrigens mit 1:4 gegen Borussia Dortmund.

11. August 1996, 1. Runde: Werder Bremen - Bayer Leverkusen n.E. 6:4

90 Minuten bleiben torlos – und trotzdem ist es ein Spiel voller Höhepunkte. Kurz vor der Pause fliegt Werder-Stürmer Bruno Labbadia nach einem Foul an Christian Wörns vom Platz, dann wird ein Tor von Marco Bode nicht anerkannt – und in der Nachspielzeit drischt Leverkusens Erik Meijer einen zweifelhaften Elfmeter an die Latte.

Also geht es in die Verlängerung, in der erst Rene Rydlewicz für die Gäste und dann Rodolfo Cardoso per Strafstoß für Werder treffen. Im Elfmeterschießen verwandeln dann alle fünf Bremer, während Keeper Oliver Reck mit einer Parade gegen Wörns zum Matchwinner wird.

22. September 2004, 2. Runde: Werder Bremen - Bayer Leverkusen

Als Double-Gewinner tritt Werder an und wird seiner Favoritenrolle gegen eine extrem ersatzgeschwächte Bayer-Elf gerecht. Johan Micoud (5.) sowie Nelson Valdez mit einem Doppelpack (55., 58.) erzielen die Tore. Marko Babic (17.) und Dimitar Berbatow (69.) sorgen mit ihren Toren aber für Spannung bis zum Schluss.

30. Mai 2009, Finale in Berlin: Bayer Leverkusen - Werder Bremen 0:1

Es ist das letzte Spiel einer Saison, die für Werder viel Licht, aber auch viel Schatten brachte. In der Liga verpasst der Champions-League-Dauergast der vergangenen Jahre die internationalen Plätze, in den Pokal-Wettbewerben läuft‘s dafür umso besser. Werder erreicht sowohl im Uefa-Cup als auch im DFB-Pokal das Finale.

Nach Berlin fährt das Team von Trainer Thomas Schaaf aber mit der Enttäuschung der Endspiel-Niederlage gegen Schachtjor Donezk (1:2 n.V.). Mit dem Gewinn des DFB-Pokals kann und muss Werder also die Saison retten – und die Mannschaft liefert! Das Tor des Spiels gelingt Mesut Özil (58.), der mit diesem Treffer einen weiteren Schritt auf dem Weg zum internationalen Star macht.

„Das ist so ein Spiel, das ich wahrscheinlich nie vergessen werde“, sagt der heutige Arsenal-Profi im Interview mit „dfb.de“: „Der Pokalsieg war damals der erste große Titel meiner Karriere.“ Bis heute ist der Triumph der letzte Titel für Werder Bremen. Kapitän Frank Baumann beendet mit diesem Triumph seine Karriere, Diego verabschiedet sich nach dem Spiel gen Juventus Turin.

9. Februar 2016, Viertelfinale: Bayer Leverkusen - Werder Bremen 1:3

Dieses Spiel, das fast auf den Tag genau zwei Jahre zurückliegt, könnte gut und gerne als Blaupause für das aktuelle Duell dienen. Leverkusen war damals Bundesliga-5., Werder 16. Jetzt ist es das Duell zwischen dem Zweiten und dem 15. Wie anno 2016 ist Bayer also wieder der Favorit – dennoch reicht auch eine 1:0-Führung, per Elfmeter von Chicharito erzielt (22.), nicht zum ersten Pokalerfolg über Bremen. Santiago Garcia (31.), Claudio Pizarro (42./Elfmeter) und Florian Grillitsch (82.) sorgen für eine Fortsetzung der Bremer Pokal-Siegesserie über Bayer Leverkusen.

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