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Max Kruse im Duell mit Axel Witsel.

1:2 - Werder Bremen verliert gegen Borussia Dortmund

Forsch, aber fehlerhaft

Dortmund - Großer Einsatz, kein Ertrag: Trotz einer couragierten Vorstellung hat Werder Bremen bei Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Dortmund mit 1:2 (1:2) verloren.

Große Bremer Fehler begünstigten die BVB-Tore durch Torjäger Paco Alcacer (19.) und Marco Reus (27.). Kapitän Max Kruse verkürzte für die Grün-Weißen (35.), denen am Ende aber auch der Einsatz von Josh Sargent nichts mehr brachte.

Vor dem Spiel gab es zunächst Blumen und viel Applaus für Nuri Sahin. 274 Spiele hatte er für den BVB absolviert, ehe er im Sommer nach Bremen wechselte. Herzlich verlief die Verabschiedung, die Dortmunder Südtribüne feierte den 30-Jährigen ausgiebig. Doch mit dem Anpfiff war Schluss mit den Freundlichkeiten. Die Borussia spielte sofort jenen Fußball, der sie zum aktuell souveränen Herbstmeister der Bundesliga gemacht hat. Blitzschnell, kombinationssicher, abschlussstark – es waren Angriffe mit Überfallcharakter, denen Werder in der ersten halben Stunde mitunter hilflos gegenüberstand.

Baumann extrem verärgert über Klaassens Verletzung

Dabei hatten die Bremer im 4-4-2-System mit Mittelfeldraute durchaus mutig begonnen. Das Team von Trainer Florian Kohfeldt bestimmte die Anfangsphase, wurde aber mehrfach ausgekontert. Wie in der siebten Minute, als Alcacer Werder-Schlussmann Jiri Pavlenka überlupfte, Davy Klaassen aber noch rettete. Bitter jedoch: der Niederländer verletzte sich bei der Aktion am linken Knie, spielte zunächst noch weiter (und hatte Glück, dass sein Schubser gegen Reus nicht mit Elfmeter geahndet wurde/11.), musste wenig später aber ausgewechselt werden. Laut erster Diagnose hat sich Klaassen aber nur eine Schienbeinprellung zugezogen.

Davy Klaassen verletzt sich im Spiel gegen den BVB am Scdhienbein.

Dennoch war Sportchef Frank Baumann extrem verärgert über die Verletzung. Denn: Das Tor hätte gar nicht gezählt, denn Alcacer stand im Abseits. Gepfiffen wurde aber erst nach dessen Abschluss und nach Klaassens Rettungstat. „Das ist leider die Regelauslegung. Aber es ärgert mich, dass nicht früher gepfiffen wird“, meinte Baumann.

Werder-Verteidigung macht alles, nur nicht verteidigen

Abseits war auch das Thema beim Dortmunder 1:0. Nach einer Freistoß-Hereingabe von Raphael Guerreiro machte die Werder-Verteidigung alles, nur nicht verteidigen, weshalb Alcacer frei zum Kopfball kam. Den zu versenken, war nur noch eine Pflichtübung – im zehnten Bundesliga-Spiel markierte der 25-Jährige seinen elften Treffer, was für eine Quote! Zunächst wurde das Tor allerdings zurückgepfiffen, doch der Videobeweis zeigte: Alles okay, kein Abseits.

(Einzelkritik: Pavlenka mal wieder klasse)

Für Werder war der Rückstand doppelt ärgerlich. Erstens weil alle Verteidiger geschlafen hatten, zweitens weil gegen eine so spiel- und konterstarke Mannschaft wie Borussia Dortmund Gegentore nach Standardsituationen extrem wehtun. „Das darf uns nicht passieren“, sagte Baumann in der Halbzeitpause bei Sky.

Fotostrecke BVB vs. Werder: Liebe für Sahin und Kohfeldt on fire

 © Gumz
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 © imago
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Schlimmer als dieser Fehler sind nur noch Fehler wie der vor dem 0:2: Niklas Moisander schoss im Aufbauspiel Klaassen-Ersatz Kevin Möhwald an, und im Anschluss schauten vier Bremer zu, wie Reus den Ball locker einschob (27.). Fazit des Bremer Auftretens bis dahin: Forsch, aber extrem fehlerhaft. Das Spiel nach vorne lief passabel, dass Werder dem BVB dabei viele Räume gewährte, war aber hochgradig leichtsinnig. Dabei hatte Coach Kohfeldt vor dem Anpfiff noch angenommen, dass es „uns 60, 70 Minuten gelingen sollte, die Räume eng zu halten“. War aber nicht. Weshalb befürchtet werden musste, dass es ein ganz schlimmer Vorweihnachtsabend werden könnte für die Gäste.

(Stimmen zum Spiel - Reus: „Haben gegen selbstbewusste Bremer Probleme bekommen“)

Kruse bringt Werder zurück in die Partie

Zur Pause ließ sich aber feststellen: Gerade noch rechtzeitig berappelt! Kapitän Kruse brachte die Bremer mit seinem schönen Rechtsschuss in den Winkel (sein erster Treffer seit dem fünften Spieltag) sogar zurück in die Partie (35.). Und Baumann träumte: „Da geht noch was. Warum nicht?“

Max Kruse schießt in der 35. Minute das 1:2 und bringt Werder zurück in die Partie.

Tatsächlich gehörte Werder auch die Anfangsphase der zweiten Halbzeit. Kruse scheiterte Sekunden nach Wiederbeginn an BVB-Keeper Roman Bürki, Möhwald zögerte nach Vorarbeit von Milot Rashica zu lange mit dem Abschluss (51.). Es waren die Szenen, die zeigten, dass Werder manchmal nicht weit weg ist von einem Spitzenteam. Aber es gibt eben auch die anderen Momente, in denen die Kohfeldt-Truppe einfach zu viele Abschlüsse des Gegners zulässt. Es war nur Glück, dass Jadon Sancho, Alcacer und Reus mit ihren Chancen zu lässig umgingen. Vom 2:2 bis zum 1:4 war bis zur 60. Minute alles drin für die Bremer, die sich nach weiteren Möglichkeiten für Sancho (67.) und dem ehemaligen Kollegen Thomas Delaney (68.) bei Pavlenka bedanken durfte, dass die Hoffnung auf einen Punktgewinn weiter bestand.

(Nach Torstangen-Crash: Klaassen droht eine Pause)

Werder tat auch einiges dafür, den Signal-Iduna-Park nicht als Verlierer verlassen zu müssen, gestaltete das Spiel offen. Und acht Minuten vor Schluss kam dann Josh Sargent ins Spiel. Acht Tage nach seinem Traumdebüt mit dem ersten Bundesliga-Tor beim ersten Bundesliga-Ballkontakt bekam der 18-Jährige als Hoffungsträger den Vorzug vor Claudio Pizarro (40). Auch wenn das nicht mehr den erhofften Erfolg brachte, war es doch ein Fingerzeig für die Zukunft

Fotostrecke: Werder-Fans heiß auf Top-Spiel gegen den BVB 

Werder-Fans mit Vorfreude auf das Top-Spiel beim BVB.
Werder-Fans mit Vorfreude auf das Top-Spiel beim BVB. © gumzmedia
Werder-Fans mit Vorfreude auf das Top-Spiel beim BVB.
Werder-Fans mit Vorfreude auf das Top-Spiel beim BVB. © gumzmedia
Werder-Fans mit Vorfreude auf das Top-Spiel beim BVB.
Werder-Fans mit Vorfreude auf das Top-Spiel beim BVB. © gumzmedia
Werder-Fans mit Vorfreude auf das Top-Spiel beim BVB.
Werder-Fans mit Vorfreude auf das Top-Spiel beim BVB. © gumzmedia
Werder-Fans mit Vorfreude auf das Top-Spiel beim BVB.
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Werder-Fans mit Vorfreude auf das Top-Spiel beim BVB.
Werder-Fans mit Vorfreude auf das Top-Spiel beim BVB. © gumzmedia
Werder-Fans mit Vorfreude auf das Top-Spiel beim BVB.
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Werder-Fans mit Vorfreude auf das Top-Spiel beim BVB.
Werder-Fans mit Vorfreude auf das Top-Spiel beim BVB. © gumzmedia
Werder-Fans mit Vorfreude auf das Top-Spiel beim BVB.
Werder-Fans mit Vorfreude auf das Top-Spiel beim BVB. © gumzmedia

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