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Torschützen unter sich: Werders Maximilian Eggestein (r.) und Frankfurts Ante Rebic.

Werder 2:2 gegen Frankfurt

Viel Leidenschaft, zu wenig Lohn

Bremen - Gestürmt, getroffen und doch geärgert: In einem hochklassigen, teils dramatischen Spiel mit leidenschaftlichem Angriffsfußball ist Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt nur zu einem 2:2 (1:1) gekommen.

Maximilian Eggestein (27.) und Martin Harnik (52.) hatten die Bremer vor 42.100 Zuschauern im Weserstadion zweimal in Führung gebracht, Ante Rebic (35.) und Sebastien Haller (68./Handelfmeter) glichen jeweils aus. Einmal mehr musste sich Werder hinterher den Vorwurf gefallen lassen, ein überlegen geführtes Spiel nicht gewonnen zu haben. Am Ende hatten die Bremer sogar Riesenglück, dass ein klares Handspiel von Niklas Moisander in der Nachspielzeit nicht zu einem weiteren Strafstoß für Frankfurt geführt hatte. Wegen heftigen Protestierens musste Coach Florian Kohfeldt Sekunden vor dem Abpfiff auf die Tribüne.

Es war ein Spiel, das Eintracht-Trainer Adi Hütter ob der Tabellensituation und der internationalen Ambitionen beider Teams zu einem „Schlüsselspiel“ auf dem Weg nach Europa erhob. Und es war ein Spiel, von dem sich Kohfeldt zwar guten Angriffsfußball, aber „kein wildes Hin und Her“ oder gar „Harakiri“ erwartete. Aber wild wurde die Anfangsphase dann doch – und zwar im allerbesten Sinn. Die Partie brauchte keine Aufwärmphase und keine Anlaufzeit, sondern bot von Beginn an mitreißenden Fußball. Mit Chancen auf beiden Seiten.

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Langkamp muss mit Brummschädel raus

Den Anfang machten die Bremer – in Person von Martin Harnik. Nach sechs Minuten stand er frei vor Eintracht-Keeper Kevin Trapp, zum eigenen Abschluss fehlte ihm aus etwas spitzem Winkel aber der Mut. Weshalb er quer legen wollte auf Johannes Eggestein, doch das misslang. Aber apropos Johannes Eggestein, apropos Harnik: Weil Milot Rashica mit Rückenproblemen passen musste, tauchten beide in der Startelf auf.

In der stand erstmals seit dem elften Spieltag auch Philipp Bargfrede, er verdrängte Nuri Sahin. Außerdem bekam im Innenverteidiger-Duell Sebastian Langkamp erneut den Vorzug vor Milos Veljkovic. Doch nach nur 37 Minuten musste Langkamp wegen eines Brummschädels vom Platz, Veljkovic kam für ihn.

Maximilian Eggestein und Co. bejubeln das Tor zum 1:0 gegen Eintracht Frankfurt.

Zum Turbo-Start des Spiels gehörte neben Harniks Chance auch ein gefährlicher Seitfallzieher von Frankfurts Luka Jovic (9.), eine weitere Möglichkeit für Harnik, der an einer Kopfball-Vorlage von Langkamp vorbei säbelte (12.), und ein Kopfball von Sebastien Haller, der nur knapp am Bremer Tor vorbeirauschte (18.).

Danach war erstmal ein paar Minuten Luftholen angesagt, ehe allen die Luft wegblieb. Grund war das Tänzchen von Maxi Eggestein mit einem Eintracht-Trio, das das 1:0 für Werder brachte. Ungefähr 30 Meter vor dem Tor bekam Eggestein den Ball und sah sich sofort von David Abraham, Simon Falette und Danny da Costa umzingelt. Eigentlich eine aussichtslose Situation. Doch Eggestein hatte eine prima Idee. Mit der Hacke legte er den Ball Richtung Tor, drehte eine Pirouette und kam frei zum Abschluss – 1:0 (27.). Die Bremer, die in dieser Saison nur 14 Prozent ihrer Chancen nutzen, führten. Und das war auch richtig so. Denn Werder war das überlegene Team.

Kurz vor dem Frankfurter 1:1 hätten die Platzherren sogar auf 2:0 stellen können. Max Kruse kam zentral vor dem Tor an den Ball, legte aber nicht genug Überzeugung in den Abschluss (33.). Dann geschah, was nicht geschehen sollte: Wegen eines Stellungsfehlers von Innenverteidiger Niklas Moisander kam Rebic aus 16 Metern frei zum Abschluss und ließ Pavlenka keine Chance. Allerdings: Der Szene war ein Handspiel von Luka Jovic vorangegangen, alle Bremer Proteste brachten jedoch nichts.

Trotzdem hätte Werder zur Halbzeit führen müssen. Zunächst traf Maximilian Eggestein aus der Distanz nur den Pfosten (39.), dann spielten die Bremer eine Überzahlsituation bei einem Konter nicht gut aus. Jojo Eggestein hielt drauf, statt Max Kruse in der Mitte zu bedienen (43.). Trapp parierte, und Kruse hob gleichermaßen anklagend wie entgeistert die Arme. Wieder eine Top-Chance vergeben – das ärgerte Sportchef Frank Baumann enorm. „Wir machen ein richtig gutes Spiel, haben viele gute Kombinationen. Aber dass wir noch zu viele Chancen brauchen, kennen wir ja schon aus den vergangenen Spielen“, sagte er nach der rasanten ersten Halbzeit bei Sky.

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Handspiel Augustinsson - Haller verwandelt Elfmeter

Sieben Minuten waren nach der Pause gespielt, als Harnik ihm zeigte, dass es auch anders geht. Nach Pass von Kruse schüttelte er Falette ab, legte den Ball an Trapp vorbei und traf zum 2:1. Es war ein Zuckertor, das perfekt zum Bremer Zuckerspiel passte. Und hinsichtlich des abgebrühten Abschlusses musste man sich schon fragen, ob das der gleiche Harnik war, der vor einer Woche in Hannover noch beste Möglichkeiten ausgelassen und daran auch gegen Frankfurt zunächst angeknüpft hatte.

Beinahe wäre dieser Treffer in puncto Schönheit und Eleganz noch von Kruse übertroffen worden. Dessen Heber entschärfte Trapp aber mit den Fingerspitzen (57.). Und wieder war es eine Szene, über die Werder sich ärgern musste. Denn statt 3:1 zu führen, stand auf der Videowall wenig später das 2:2. Ludwig Augustinsson hatte mit einem Handspiel im Strafraum, das irgendwo zwischen unglücklich und dumm anzusiedeln war, einen Elfmeter provoziert, den Haller sicher verwandelte (68.) und damit seine Elfmeter-Bilanz im Profi-Fußball auf 20 Treffer bei 20 Versuchen schraubte. Was die Bremer betraf: Wieder einmal hatten sie sich selbst einen Knüppel zwischen die Beine geworfen.

Erinnerungen kamen auf an die Partie zum Hinrundenabschluss gegen RB Leipzig, als Werder volles Risiko gegangen war und noch das 2:3 kassiert hatte. Es wäre also nur verständlich gewesen, wenn die Bremer gegen die Eintracht mit einem Punkt zufrieden gewesen wären. Waren sie aber nicht. Es ging weiter nach vorne, Kruse, Johannes und Maximilian Eggestein sowie Davy Klaassen vergaben jedoch gute Möglichkeiten. Für die letzten fünf Minuten kam noch Claudio Pizarro, doch auch das änderte nichts mehr daran, dass Werder zwei Punkte liegen ließ.

Fotostrecke: So lief der Fight gegen die Eintracht

Samstagabend, Weserstadion, Flutlicht: Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt 
Samstagabend, Weserstadion, Flutlicht: Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt  © gumzmedia
Samstagabend, Weserstadion, Flutlicht: Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt
Samstagabend, Weserstadion, Flutlicht: Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt © imago
Samstagabend, Weserstadion, Flutlicht: Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt 
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