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Werder-Coach Florian Kohfeldt weiß nicht, wie Eintracht Frankfurt am Samstag auftreten wird. Dafür waren die ersten Spiele der Hessen zu unterschiedlich.

Werder gegen Frankfurt am Samstag

Wundertüte trifft auf Wundertüte

Bremen - Florian Kohfeldt ist verwirrt – darf man das so sagen, ohne den Werder-Trainer zu kränken? Vor dem Spiel bei Eintracht Frankfurt, dem ersten Bremer Auswärtsspiel in der gerade erst gestarteten neuen Bundesliga-Saison, weiß der der Coach mit den üblichen Gegneranalysen wenig anzufangen.

Was daran liegt, dass die Eintracht im Supercup, im DFB-Pokal und in der Liga bislang völlig unterschiedliche Auftritte hingelegt hat. Dies, das oder doch jenes? Welches Frankfurt-Gesicht das wahre ist, kann Kohfeldt nur tippen. Aber auch seine eigene Mannschaft birgt Potenzial zum Grübeln und Raten. Wundertüte trifft auf Wundertüte, so scheint es.

Auf Eintracht Frankfurt trifft das ganz sicher zu. Denn was die Hessen in der Startphase der Saison gezeigt haben, schüttelte die Eintracht-Fans gleich mehrfach richtig durch. Erst die krachende 0:5-Pleite im Supercup gegen den FC Bayern, dann das sensationell frühe Aus im DFB-Pokal bei Regionalligist SSV Ulm – 1:2 verloren, und das auch noch als Titelverteidiger. Neu-Trainer Adi Hütter, im vergangenen Herbst auch bei Werder ein Kandidat, wurde vom Hoffnungsträger zum Top-Favoriten auf die erste Trainerentlassung der Saison. Schließlich das Spiel, das alles wieder relativierte: ein 2:0-Sieg zum Liga-Auftakt beim SC Freiburg. Frankfurt kann es also doch. Oder, Florian Kohfeldt?

Der Werder-Coach gibt zu, dass er aus dem, was die Eintracht bislang gezeigt hat, nicht wirklich schlau wird. „Jedes Spiel war komplett anders. Anderes Personal, andere Grundordnungen, andere Herangehensweisen“, sagt Kohfeldt, der sich nicht sicher sein kann, welche Eintracht ihn und seine Mannschaft am Samstag erwartet: „Ich habe eine Ahnung, aber da die nur Spekulation ist, sage ich lieber nichts.“ Es könnte sich ja als falsch herausstellen.

Allerdings zeigt sich auf dem Platz ja sowieso, ob der Bremer Trainer die Gastgeber richtig ausgeguckt hat oder nicht. Klar ist für Kohfeldt nur, dass sich sein eigenes Team gegenüber dem etwas enttäuschenden 1:1 gegen Hannover 96 am ersten Spieltag steigern muss, um nicht in Richtung Fehlstart abzudriften. Kohfeldts Forderung richtet sich dabei eindeutig an die Offensivabteilung: „Wir hatten im letzten Drittel des Spielfelds nicht den zwingenden Charakter. Es ist uns nicht gelungen, über 90 Minuten rasanten Fußball zu bieten.“ Zudem vermisste er die richtige Entscheidung zur richtigen Zeit – sprich: die zündende Idee: „Aber den letzten Pass richtig zu spielen, ist auch eine Frage des Rhythmus.“ Und in den hat Werder gegen Hannover noch nicht gefunden. Aber nun in Frankfurt?

Kohfeldt: „Ich kann nicht sagen, was kommen wird“

Kohfeldt sagt, dass die Trainingseindrücke gut waren und die Mannschaft versucht habe, so Manches zu verfeinern. Insgesamt sei das Team „nicht dramatisch weit weg“ von seinen Ansprüchen. Da die Richtung nach Europa gehen soll, sollte die Wundertüte Werder am Samstag mindestens einen, besser aber drei Punkte ausspucken.

Diese Aufgabe wäre um einiges leichter zu erfüllen, wenn Frankfurt Leistung und Einstellung aus dem Ulm-Spiel wiederholen würde. Doch damit, so viel Vorahnung lässt Kohfeldt dann doch raus, rechnet er nicht: „Ich weiß nicht, was der Sieg in Freiburg alles bewirkt hat bei Frankfurt. Aber in der vergangenen Saison sind sie unter Trainer Niko Kovac sehr mutig und sehr physisch aufgetreten. So erwarte ich sie jetzt auch wieder. Aber ehrlich: Ich kann nicht sagen, was kommen wird.“

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