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Benito Raman ließ Fortuna Düsseldorf schon nach nicht einmal einer Minute Spielzeit gegen Werder Bremen erstmals jubeln.

1:4-Niederlage gegen Fortuna Düsseldorf

Europa nach schwarzer Werder-Woche ganz weit weg

Düsseldorf - Erst das Aus im DFB-Pokal-Halbfinale gegen Bayern München, dann dies: Mit 1:4 (1:2) hat Werder Bremen am Samstagnachmittag bei Fortuna Düsseldorf verloren und damit im Rennen um die internationalen Plätze in der Fußball-Bundesliga eine empfindlichen, vielleicht schon vorentscheidenden Rückschlag hinnehmen müssen.

Eine indiskutable Leistung in der Defensive und eine glücklose Vorstellung im Angriff waren die Zutaten für die Pleite. Benito Raman (1.), Kenan Karaman (23.), Rouwen Hennings (56.) und Markus Suttner (73.) sorgten – bei einem Elfmeter-Treffer durch Max Kruse (28.) – dafür, dass die vergangenen Tage den Bremer Fans als schwarze Woche in Erinnerung bleiben werden.

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Raman trifft schon nach 49 Sekunden

Erst das 0:1 in München, das das Ende der bis dahin niederlagenlosen Rückrunde bedeutete, dann das Ende der Pokalträume beim 2:3 gegen die Bayern am Mittwoch, schließlich das 1:4, das den Himmel über Bremen weiter verfinsterte. Denn drei Spieltage vor Schluss hat das Team von Trainer Florian Kohfeldt nun mindestens vier Punkte Rückstand auf Rang sieben. Vielleicht sogar fünf, sofern 1899 Hoffenheim am Sonntag gegen den VfL Wolfsburg punkten sollte. Kombiniert mit dem Bremer Restprogramm mit Spielen gegen Borussia Dortmund, Hoffenheim und RB Leipzig macht das eine ganz schwere Ausgangslage im Rennen um Europa.

Trainer Florian Kohfeldt hatte angekündigt, sein Team würde nach dem Pokalfrust nun in der Liga alles geben. „Wut und Trotz“ hatte er angekündigt. Und dass sich das Team nicht mehr nehmen lassen will, „was wir uns schon – auch gegen einige Widerstände – erarbeitet haben“. Aber es kam ganz anders. Und das schon nach 49 Sekunden. Gleich mit dem ersten Angriff ging die Fortuna durch Benito Raman in Führung. Ludwig Augustinsson und Niklas Moisander packten gegen Rouwen Hennings und Raman nicht entschlossen genug zu – und schon lag der Ball im Tor.

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Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf
Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf © gumzmedia
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Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf
Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf © dpa
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Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf © imago images / Jan Huebner
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Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf © dpa

Dass es noch der Schock des Pokal-K.o.s war, der zum frühen Rückstand führte, lässt sich nicht beweisen, aber leicht vermuten. Da sich aber zum Pokalfrust auch noch der Schreck des Blitz-Gegentors gesellte, ging bei den Bremern gar nichts auf dem Platz. Jeder Bremer stand mindestens einen Meter neben sich. Gut zu beobachten in Minute 23, als sich Düsseldorfs Kenan Karaman noch weit in der eigenen Hälfte den Ball schnappte und eine fröhliche Reise gen 2:0 begann. Karaman lief Gebre Selassie und Nuri Sahin davon, zog am widerstandslosen Moisander vorbei, ließ Gebre Selassie und Sebastian Langkamp mit einem Haken aussteigen und vollendete sicher.

Das Tor mit der Beurteilung „tolles Solo“ zu adeln, ging aus Düsseldorfer Sicht völlig in Ordnung. Aus Bremer Sicht musste man allerdings fragen: Was war das denn, bitte? Keine Gegenwehr, kein Körperkontakt, kein Zupacken – das war kein Verteidigen, das war eine Einladung. 0:2 also nach einem Viertel der Partie - mit der Zugabe, dass sich Moisander unmittelbar nach dem Gegentreffer seine fünfte Gelbe Karte abholte. Damit fehlt er am kommenden Samstag (18.30 Uhr) im Heimspiel gegen Borussia Dortmund.

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Kruse verwandelt auch seinen 14. Bundesliga-Elfmeter

Immerhin wachte Werder nun aber endlich auf und kam schnell zum Anschlusstreffer. Davy Klaassen war im Strafraum über den Fuß von Kaan Ayhan gefallen, nach Ansicht der Videobilder entschied Referee Benjamin Cortus auf Elfmeter. Eine vertretbare Entscheidung, denn Klaassen war eher am Ball gewesen als der Düsseldorfer. Max Kruse, der trotz seines Blutergusses im Oberschenkel spielen konnte, trat an und verwandelte auch den 14. Bundesliga-Strafstoß seiner Karriere (27.). Er ist damit vom Punkt weiter ohne Fehlversuch.

Die Bremer waren nun besser, aber immer noch nicht wirklich gut. Durch Langkamp (30.) und Sahin (35./Latte) kamen sie jeweils nach Ecken zu gefährlichen Kopfbällen. Aber aus dem Spiel heraus ging wenig, weil die Angriffe zu ungenau und oft zu langsam vorgetragen wurden. Coach Florian Kohfeldt reagierte darauf mit der Einwechslung von Yuya Osako (für den schwachen Johannes Eggestein), doch auch der Japaner lieferte direkt ein Beispiel für die Bremer Fahrlässigkeiten ab. Als Kruse ihn perfekt in Szene setzte, vermasselte Osako die Ballannahme und damit eine gute Chance (49.).

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Jiri Pavlenka erneut geschlagen: Rouwen Hennigs traf zum 3:1 beim 4:1-Sieg von Fortuna Düsseldorf gegen Werder Bremen.

Kurz darauf eine Szene, die allen den Atem stocken ließ. Klaassen krachte im vollen Lauf mit Aymen Barkok zusammen. Kopf an Kopf, beide blieben liegen, Barkok wurde blutend ausgewechselt, Klaassen spielte nach längerer Behandlung weiter, war aber nicht mehr wirklich handlungsfähig. Als der Niederländer schließlich ging, hatte Düsseldorf gerade auf 3:1 erhöht. Ein Konter, eine Flanke von Karaman – und in der Mitte vollstreckte Hennings von Langkamp nicht gestört (56.). Wieder hatte Werder die Quittung für eine seltsam schläfrige Defensivleistung bekommen.

Erledigt waren die Bremer aber trotz des erneuten Zwei-Tore-Rückstands noch nicht. Gebre Selassie (60.), Osako (63.) und Kruse (66.) hatten Chancen, den SV Werder zurück ins Spiel zu bringen. Doch nichts funktionierte wirklich. Als Düsseldorf dann auch noch durch Suttner auf 4:1 stellte, war alles vorbei. Dass das auch für den Kampf um das internationale Geschäft gilt, ist ziemlich wahrscheinlich.

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