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Werder Bremen feiert mit dem 1:0-Sieg gegen Hannover 96 einen gelungenen Start in die Bundesliga-Rückrunde.

Sieg zum Rückrunden-Auftakt in Hannover

1:0 - ein fast perfekter Werder-Tag

Hannover - Es lief die 85. Spielminute in der HDI-Arena zu Hannover, als Florian Kohfeldt die Welt nicht mehr verstand. 1:0? Wirklich nur 1:0? „Ich dachte, das kann nicht wahr sein“, sagte der Trainer des SV Werder, nachdem er binnen weniger Sekunden mit angesehen hatte, wie erst Philipp Bargfrede und dann Maximilian Eggestein die Anzahl ausgelassener Top-Möglichkeiten auf ein Dutzend geschraubt hatten.

Das Bremer Plus an Großchancen war gewaltig, die Torschuss-Statistik wies am Ende ein 23:9 für Werder aus. Und dennoch musste die Kohfeldt-Truppe bis zum Abpfiff am Sieg beim Bundesliga-Vorletzten Hannover 96 zweifeln. Letztlich reichte der Treffer von Milot Rashica aus der 32. Minute aber, und Kohfeldt fand dann doch, dass so ein 1:0 ziemlich okay ist: „Wir haben gewonnen. Das ist das Wichtigste.“

In den Tagen vor dem Auftakt in die Rückrunde hatte der 36-Jährige gefordert, dass die Zeit des Schönspielens und Nicht-Gewinnens nun unbedingt vorbei sein müsse. „Es zählen nur Punkte“, hatte er gesagt. So gesehen hat sein Team in Hannover einen sehr gelungenen Start hingelegt – über lange Strecken übererfüllten die Spieler sogar des Trainers Vorgaben, indem sie vor 44.300 Zuschauern auch schön spielten und die Partie klar dominierten.

„Wenn wir dann auch noch mehr Tore gemacht hätten, wäre es ein perfekter Tag gewesen“, meinte Martin Harnik, der allerdings einer der Hauptverantwortlichen dafür war, dass Werder die Perfektion eben nicht erlangte. In der elften und 41. Minute ließ er gegen seinen Ex-Club zwei der besten Bremer Möglichkeiten ungenutzt. Nach der Pause folgten zwei weitere, wenn auch nicht mehr ganz so hochkarätige Chancen.

Werder in Noten: Harnik verschont seinen Ex-Club - die Einzelkritik

Und es ist absolut klar, dass Harnik hinterher nicht von einem guten Tag gesprochen hätte, wenn da nicht auch die Szene in Minute 32 gewesen wäre. Es war die Minute der Bremer Führung. Ein Traumpass von Max Kruse hatte Maximilian Eggestein in Position gebracht. Dessen Querpass beförderte Harnik mit der Hacke Richtung 96-Tor. Ein Traum, wenn der reingegangen wäre. Aber Hannover-Keeper Michael Esser bekam noch die Finger an den Ball. Rashica staubte ab und erzielte so das erste Werder-Tor der Rückrunde.

Dass es bereits das Goldene Tor des Spiels sein würde, konnte in diesem Moment niemand ahnen. Und es hätte angesichts der Bremer Überlegenheit wohl auch niemand darauf gewettet. Doch die Bremer, die in der Vorbereitung in Südafrika verstärkt das Verhalten im letzten Drittel und den Torabschluss trainiert hatten, setzten das Gelernte nicht um. Kohfeldt: „Dass wir die Tore nicht machen, ist wirklich der einzige Vorwurf, den ich der Mannschaft machen kann. Das hatte aber auch mit einem heute überragenden Torwart zu tun.“ Esser hatte tatsächlich einen großartigen Tag erwischt – mit den Paraden gegen Bargfrede und Maxi Eggestein als Krönung und einer Flugeinlage bei einem Volleyschuss von Rashica (27.) als frühem Höhepunkt. „Das sind eigentlich sichere Tore“, sagte Kohfeldt – es klang hadernd und lobend zugleich.

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„Großes Kompliment“ von Kohfeldt für die Verteidigung

Nach der von Werder überlegen geführten ersten Halbzeit, in der Hannover 96 wie ein sicherer Absteiger aufgetreten war, veränderten sich die Kräfteverhältnisse im zweiten Spielabschnitt leicht, aber spürbar. 96, das sich in der Winterpause mit Verteidiger Kevin Akpoguma sowie den Stürmern Nicolai Müller und Jonathas verstärkt hatte, suchte mehr die Initiative, brachte Werder aber kaum in Verlegenheit. „Für die Art und Weise, wie wir verteidigt haben, gibt es von mir ein großes Kompliment“, erklärte Kohfeldt. Dennoch musste er sich einmal mehr bei Keeper Jiri Pavlenka bedanken, dass dieser in der einzigen Szene, in der sich Werder ausspielen ließ, voll auf der Höhe war. Iver Fossum lief frei auf ihn zu, Pavlenka behielt aber die Nerven (75.). Nur 1:0? Zum Glück 1:0!

Ansonsten parierten die Bremer die Hannoveraner Angriffsbemühungen tatsächlich sicher, wussten aber mit den sich zwangsläufig ergebenden Konterchancen wenig bis nichts anzufangen. Da besteht noch großer Verbesserungsbedarf, das räumte auch Kohfeldt ein. Für den Moment genügte es ihm aber, dass die drei Punkte auf dem Konto sind, der Start geglückt ist und Werder seine Europapokal-Ambitionen untermauert hat. Am kommenden Samstag empfangen die Bremer Eintracht Frankfurt im Weserstadion. „Dann geht‘s gegen die drei Verrückten“, lachte Kohfeldt und meinte Sebastien Haller, Ante Rebic und Luka Jovic – die drei Eintracht-Stürmer, die am Samstag den SC Freiburg mit 3:1 zerlegt haben.

Fotostrecke: Werder gewinnt in Hannover

Hannover 96 gegen Werder Bremen
Hannover 96 gegen Werder Bremen © gumzmedia
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