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Werder Bremen hat gegen RB Leipzig einen 0:2-Rückstand aufgeholt, um dann doch noch mit 2:3 zu verlieren.

2:3-Niederlage in Leipzig

Werder will einfach zu viel und verliert

Leipzig - Was für ein Spiel des SV Werder! Die Bremer boten in Leipzig eine herausragende Leistung, lagen aber trotzdem 0:2 zurück, um sich dann ein hoch verdientes 2:2 zu erkämpfen - und am Ende doch mit 2:3 (0:1) zu verlieren. Werder-Coach Florian Kohfeldt hatte ganz offenbar zu viel gewollt, nach dem Ausgleich sehr offensiv gewechselt. Das wurde bestraft. Bruma gelang in der 87. Minute der Siegtreffer.

Max Kruse (67.) und Josh Sargent (77.) hatten zuvor die Führung der Gastgeber durch Lukas Klostermann (22.) und Timo Werner (43.) egalisiert. Ein bitteres Hinrundenende für die Bremer, die im grauen Mittelfeld der Tabelle liegen.

Werder-Coach Florian Kohfeldt hatte auf Niklas Moisander (Verhärtung im Oberschenkel) verzichten müssen und bot für den Finnen im Abwehrzentrum den gerade erst wieder gesunden Milos Veljkovic neben Sebastian Langkamp auf. Im Angriff gab es eine Veränderung gegenüber dem Hoffenheim-Spiel. Dort durfte Milot Rashica für Yuya Osako ran. Ein großer Vertrauensbeweis des Trainers, schließlich hatte Rashica in der Schlussphase gegen Hoffenheim zwei ganz dicke Chancen zum Siegtreffer ausgelassen.

Rashicas Chancenwucher - Klostermanns Knaller - Kruses Patzer

Unglaublich, aber wahr: Rashica machte so weiter, wie er aufgehört hatte, er vergab beste Chancen. Schon nach acht Minuten steuerte der Kosovare alleine auf Peter Gulacsi zu, schoss dem Keeper den Ball aus seitlicher Position allerdings direkt in die Arme. Nur wenig später kam Rashica nach einem abgewehrten Ball acht Meter vor dem Tor völlig frei zum Schuss – und traf nur Lukas Klostermann (14.). Werder war klar die bessere Mannschaft, kombinierte mutig nach vorne, vergaß aber das Toreschießen.

Nur das machte Leipzig besser. Fast aus dem Nichts erzielte Klostermann das 1:0 (22.). Kevin Möhwald hätte den durchgestarteten Außenverteidiger mit einem Foul stoppen können, das tat er aber nicht. Milos Veljkovic hätte eher rausrücken können, das tat er aber nicht. Und so jagte Klostermann die Kugel unbedrängt aus 20 Metern unhaltbar unter die Latte.

Stimmen zum Spiel: Klaassen: „Wir sind nicht effektiv genug für Europa“

Werder war geschockt, Leipzig plötzlich wie befreit. Die Gastgeber wurden nun ihrer Favoritenrolle gerecht, hätten durch Timo Werner (31.) und Ibrahima Konate (35.) erhöhen können. Doch die Bremer kämpften sich zurück, übernahmen tatsächlich wieder das Kommando. Langkamps Kopfball klärte Konate auf der Linie (38.), anschließend drosch Rashica die Kugel in den Himmel. Der 22-Jährige konnte einem schon leid tun. Immerhin lief es für ihn als Vorbereiter besser: Seine perfekte Flanke hätte Kruse durchaus per Kopf versenken können, doch der Kapitän ging nicht konsequent genug zum Ball (39.). Genauso wie kurz darauf vor dem eigenen Strafraum. Kruse spielte einen Pavlenka-Abstoß viel zu zaghaft zum Keeper zurück und schenkte Werner damit das 2:0 (44.). Eine Szene zum Kopfschütteln!

Werder startete in Halbzeit zwei eine starke Aufholjagd und kam durch die Treffer von Kruse und Sargent zum zwischenzeitlichen 2:2.

Kohfeldt reagierte – allerdings nicht personell: Der Coach stellte auf Dreierkette um, beorderte Maximilian Eggestein dabei ins Abwehrzentrum. Die Außenverteidiger agierten nun noch offensiver. Und wieder bestimmten die Bremer das Spielgeschehen und wieder trafen sie das Tor nicht – diesmal in Person von Johannes Eggestein, der richtig stark agierte. Doch bei einer Direktabnahme nach Kruse-Flanke traf er den Ball nicht richtig (48.), und nach einer guten Einzelaktion zielte er am Tor vorbei (50.). In der 54. Minute verpassten Veljkovic und Augustinsson nach einem Wirrwarr im Leipziger Strafraum den eigentlich hoch verdienten Anschlusstreffer.

Kohfeldt brachte nun Osako für Rashica (58.). Werder riskierte viel und war hinten nun etwas offener. Doch einen Konate-Kopfball konnte Pavlenka parieren (65.). Es war ein super interessantes Spiel. Josh Sargent kam für den völlig ausgepumpten Johannes Eggestein (66.). Und nur wenige Sekunden später durfte Werder endlich jubeln – wenn auch mit Verzögerung. Denn Kruses Anschlusstreffer nach Vorarbeit von Gebre Selassie wurde vom Video-Assistenten wegen angeblicher Abseitsposition von Osako überprüft, aber nicht beanstandet (67.). Es war das vierte Saisontor des Kapitäns, der seine Mannschaft nun weiter antrieb.

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Bruma bestraft Kohfeldts zu offensiven Wechsel

Nicht nur verbal, sondern auch mit seinem feinen linken Fuß. Klasse, wie er Osako in Szene setzte. Der Japaner ließ gleich drei Leipziger am Strafraum alt aussehen, passte zum durchgestarteten Sargent, dessen Schuss vom Innenpfosten ins Tor prallte – 2:2 (77.) Was für ein Tor des erst 18-Jährigen, der erst vor zwei Wochen sein Bundesliga-Debüt gegen Düsseldorf gefeiert hatte – natürlich mit Tor.

Aber Werder war längst noch nicht satt. Osako wurde auf dem Weg zum 3:2 gerade noch gestört und schoss über das Tor (79.). Und dann brachte Kohfeldt in Claudio Pizarro tatsächlich noch einen weiteren Stürmer und nahm dafür den Mittelfeldmann Klaassen raus (85.). Vielleicht ein Fehler. Denn statt des Siegtreffers gab es die kalte Dusche. Bruma schaffte das 3:2 (87.), er schoss Pavlenka den Ball durch die Hosenträger. Und damit geht Werder ziemlich frustriert in die Winterpause, was völlig unnötig war.

Werder Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Langkamp, Veljkovic, Augustinsson - Möhwald, M. Eggestein, Klaassen (86. Pizarro), Kruse - J. Eggestein (66. Sargent),  Rashica (58. Osako)

Fotostrecke: Sargents Jubel währt nur kurz - 2:3 in Leipzig

Werder Bremen gegen RB Leipzig.
Werder Bremen gegen RB Leipzig. © gumzmedia
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