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Wachsam bleiben: Werder-Trainer Florian Kohfeldt weiß natürlich um die brenzlige Situation von Schalke 04, sieht sie aber nicht als Vorteil für sein Team.

Gefährliches Chaos

Warum Kohfeldt Schalkes brenzlige Lage nicht als Vorteil für Werder sieht

Bremen – Florian Kohfeldt hat die Bilder natürlich auch gesehen, am Fernseher, und, so viel lässt sich sagen, sie haben den Werder-Trainer beeindruckt.

0:4 gegen Fortuna Düsseldorf. Die Arena brodelt, als sich Schalkes Trainer Domenico Tedesco kurz nach dem Abpfiff den Fans in der Nordkurve stellt. Stoisch, ohne eine Miene zu verziehen, hält er es vor der geifernden Masse aus, ehe er in die Kabine geht. „Es erfordert sehr viel Mut, was er gemacht hat“, sagt Kohfeldt über die denkwürdige Szene, die seit dem vergangenen Wochenende eine Art Sinnbild der Schalker Krise ist. Am Freitagabend sind die Königsblauen nun in Bremen zu Gast. Einen Vorteil für seine Mannschaft sieht Kohfeldt in Schalkes brenzliger Lage aber nicht – ganz im Gegenteil.

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Kohfeldt erwartet extra motivierte Schalker

„Ich glaube, dass die Situation beim Gegner wirklich Auswirkungen auf das Spiel haben wird“, setzte Kohfeldt an, und was folgte, war ein entscheidender Nachsatz: „Ich erwarte aber keine positiven Auswirkungen für uns.“ Nur für den besseren Überblick: Schalke steht derzeit auf Tabellenplatz 14, hat seit sechs Spielen nicht mehr gewonnen und nur noch vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Heißt: Bei einer Niederlage in Bremen dürfte Tedesco seinen Job ziemlich schnell los sein.

Sein Bremer Kollege Kohfeldt rechnet fest damit, dass sich der Gegner gerade wegen dieser heiklen Gemengelage extra motiviert präsentieren wird: „Ich erwarte, dass die ganze Unruhe bei ihnen eher dazu führt, dass sie gegen uns sehr geschlossen und aggressiv auftreten, eventuell auch eine gewisse Härte ins Spiel bringen werden. Sie werden richtig scharf sein, weil sie zeigen wollen, dass sie sich gegen die Situation wehren.“ Für Werder sei das „nicht unbedingt gut“. Aber auch kein Drama. „Wir müssen uns nur darauf einstellen“, betonte Kohfeldt.

Kohfeldt erwartet kein Fußballfest

Während des 1:1 in Berlin hatten die Bremer zuletzt große Probleme mit einem Gegner, der auf Körperlichkeit und Zweikampfhärte setzte. Das soll sich nicht wiederholen. Schließlich steht auch für Werder sehr viel auf dem Spiel. Es geht darum, den Anschluss ans internationale Geschäft und damit ans eigene Saisonziel nicht zu verlieren. „Wir dürfen nicht vergessen, dass wir im Gegensatz zu Schalke um etwas Positives kämpfen“, erinnerte Kohfeldt, der mit seiner Mannschaft seit sieben Partien ungeschlagen ist, davon allerdings fünf Mal nur unentschieden spielte.

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Ein Fußballfest erwartet der 36-Jährige am Freitagabend trotz ausverkauftem Weserstadion – es werden auch 4.500 Gästefans erwartet – und trotz Flutlicht-Atmosphäre übrigens nicht. „Wenn damit viele Torraumszenen und ganz viel Hin und Her gemeint ist, dann will ich nichts versprechen, was vermutlich nicht eintritt“, sagte er. Erstmal gehe es darum, Geduld zu haben, aber trotzdem mutig und risikobereit nach vorne zu spielen, um möglichst „etwas zu knacken“. Dann könnte es den Moment geben, in dem das Spiel in Werders Richtung kippt und es für die Gäste richtig bitter wird. Kommt es so, könnte Tedesco nach dem Spiel wieder vor den eigenen Fans stehen. Es wäre wohl seine Abschiedsvorstellung.

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