+
Doppelpacker Milot Rashica bejubelt gemeinsam mit Max Kruse (l.) sein Tor zum zwischenzeitlichen 3:1 für Werder Bremen gegen Schalke 04.

Rashica trifft doppelt - Bartels feiert Comeback

4:2 – Werder zerlegt Schalke

Bremen – Zwei Tore von Milot Rashica, ein eiskalt verwandelter Elfmeter von Max Kruse und der finale Punch von Martin Harnik – das waren die Zutaten, mit denen sich Werder Bremen am Freitagabend wieder auf die Straße Richtung Europa brachte.

Mit 4:2 (1:1) bezwangen die Bremer den sportlich schwer angeschlagenen FC Schalke 04 und hielten damit nach zuvor drei Unentschieden in Folge den Kontakt zu den internationalen Plätzen. Nach dem 0:1-Rückstand durch Breel Embolo, dem kurz vor Schluss auch der zweite Schalker Treffer gelang, drehten die Bremer die Partie auch mit Hilfe des Videoschiedsrichters. Der griff beim 1:1 durch Rashica trotz einer Abseitsstellung nicht ein, intervenierte später aber nach Foul an Kruse, was den Elfmeter zum 2:1 brachte. Die Schalker Niederlage wird die Situation um Trainer Domenico Tedesco weiter verschärfen – trotz einer besonders in der ersten Halbzeit sehr ansprechenden königsblauen Leistung.

Schon gelesen? Kohfeldt: „Wir müssen uns bei Pavlenka bedanken“ - Stimmen zum Spiel

Pavlenka zeigt seine Extra-Klasse

Der Matchplan von Tedescos Kollegen Florian Kohfeldt war an einer einzigen Personalie deutlich abzulesen gewesen: Der Werder-Coach stellte den 40 Jahre alten Claudio Pizarro in die Startelf und dokumentierte damit, was er seinem Team mit auf den Weg gegeben hatte. Volle Kraft voraus und im Zentrum auf Pizarros Strafraumkünste hoffen! Doch das funktionierte vor 42.100 Zuschauern im Weserstadion zunächst überhaupt nicht.

In einem Spiel, das zwar tatsächlich sofort voller Leben steckte, waren die Gäste die gefährlichere Mannschaft. Werder entfachte den Druck, legte sofort den Vorwärtsgang ein, bot in der Defensive aber viel an. Gefährlich viel. Siehe Linksverteidiger Ludwig Augustinsson, der mit einem haarsträubenden Ballverlust beinahe den frühen Rückstand eingeleitet hätte. Nur Jiri Pavlenka, einmal mehr überragender Rückhalt im Bremer Tor, verhinderte gegen Breel Embolo das Gegentor (6.). Bei einem Freistoß von Daniel Caligiuri (12.) und einem verdeckten Versuch von Matija Nastasic (20.) zeigte der Tscheche seine Extra-Klasse.

Schon gelesen? Einzelkritik und Noten: Kruse und Rashica überragend

Milot Rashica bejubelt sein Tor zum 1:1 für Werder Bremen gegen Schalke 04. Später traf er noch zum 3:1.

Dem Rest des Bremer Teams konnte dieses Prädikat nicht verliehen werden. Zu ungefährlich in der Offensive, zu anfällig in der Defensive – und nach 26 Minuten dann auch in Rückstand. Ein langer Schalker Ball nach vorne, ein gewonnenes Kopfballduell von Weston McKennie, ein schneller Antritt von Embolo gegen den desorientierten Augustinsson – schon war es passiert. Pavlenka war beim Schuss des Schweizers chancenlos.

Der Rückstand gegen die zuvor schwer angeschlagenen Knappen war die Quittung für eine zu laxe Defensivhaltung. Zudem lagen die Bremer im vierten Spiel in Folge mit 0:1 hinten. Allerdings fanden sie ebenfalls im vierten Spiel in Folge eine Antwort auf diese Situation. Eine sehr schnelle sogar. Nach Flanke von Max Kruse drückte Milot Rashica den Ball aus 13, 14 Metern per Direktabnahme neben den Pfosten (31.). Schön gemacht, aber: Das Tor war eines aus der Rubrik „Höchst diskutabel“. Denn Pizarro stand bei der Flanke von Kruse knapp im Abseits, ging mit dem Fuß auch Richtung Ball, erreichte das Spielgerät jedoch nicht. Der Videoschiedsrichter griff in diesem Fall zum Bremer Glück nicht ein. Dafür bezog Matthias Sammer klar Stellung: „Eindeutig ein aktives Abseits. Aus meiner Sicht kein korrektes Tor“, urteilte der Eurosport-Experte in seiner Halbzeit-Analyse.

Fotostrecke: Doppelpacker Rashica und Elfer-Iceman Kruse

Werder Bremen gegen Schalke 04
Werder Bremen gegen Schalke 04 © gumzmedia
Werder Bremen gegen Schalke 04
Werder Bremen gegen Schalke 04 © dpa
Werder Bremen gegen Schalke 04
Werder Bremen gegen Schalke 04 © gumzmedia
Werder Bremen gegen Schalke 04
Werder Bremen gegen Schalke 04 © gumzmedia
Werder Bremen gegen Schalke 04
Werder Bremen gegen Schalke 04 © imago
Werder Bremen gegen Schalke 04
Werder Bremen gegen Schalke 04 © gumzmedia
Werder Bremen gegen Schalke 04
Werder Bremen gegen Schalke 04 © dpa
Werder Bremen gegen Schalke 04
Werder Bremen gegen Schalke 04 © dpa
Werder Bremen gegen Schalke 04
Werder Bremen gegen Schalke 04 © gumzmedia
Werder Bremen gegen Schalke 04
Werder Bremen gegen Schalke 04 © gumzmedia
Werder Bremen gegen Schalke 04
Werder Bremen gegen Schalke 04 © dpa
Werder Bremen gegen Schalke 04
Werder Bremen gegen Schalke 04 © gumzmedia
Werder Bremen gegen Schalke 04
Werder Bremen gegen Schalke 04 © gumzmedia
Werder Bremen gegen Schalke 04
Werder Bremen gegen Schalke 04 © dp a
Werder Bremen gegen Schalke 04
Werder Bremen gegen Schalke 04 © gumzmedia
Werder Bremen gegen Schalke 04
Werder Bremen gegen Schalke 04 © gumzmedia
Werder Bremen gegen Schalke 04
Werder Bremen gegen Schalke 04 © gumzmedia
Werder Bremen gegen Schalke 04
Werder Bremen gegen Schalke 04 © imago
Werder Bremen gegen Schalke 04
Werder Bremen gegen Schalke 04 © gumzmedia
Werder Bremen gegen Schalke 04
Werder Bremen gegen Schalke 04 © dpa
Werder Bremen gegen Schalke 04
Werder Bremen gegen Schalke 04 © gumzmedia
Werder Bremen gegen Schalke 04
Werder Bremen gegen Schalke 04 © imago
Werder Bremen gegen Schalke 04
Werder Bremen gegen Schalke 04 © dpa
Werder Bremen gegen Schalke 04
Werder Bremen gegen Schalke 04 © gumzmedia
Werder Bremen gegen Schalke 04
Werder Bremen gegen Schalke 04 © dpa
Werder Bremen gegen Schalke 04
Werder Bremen gegen Schalke 04 © dpa
Werder Bremen gegen Schalke 04
Werder Bremen gegen Schalke 04 © dpa

Videoassistent kommt Werder zu Hilfe

Die fiel für Werder nicht gerade positiv aus. Doch nach der Pause verdienten sich die Bremer den Sieg. Die deutlich verbesserten Schalker (Zitat Tedesco: „Wir wollen uns um 180 Grad drehen und voll loshämmern“) ließen nach, Werder nicht. Besonders nicht Max Kruse, der sich die 2:1-Führung quasi im Alleingang verdiente. Erst schickte er Rashica mit einem Steilpass auf die Reise, dann stürmte er in den Strafraum – und stürzte. Jeffrey Bruma war ihm in die Quere gekommen – was jedoch erst durch Intervention des Videoreferee geahndet wurde. Schiri Martin Petersen (Stuttgart) zeigte auf den Punkt, Kruse verwandelte sicher (51.).

Es folgten Minuten, in denen Schalke die Ordnung verlor, Werder aber nicht den Schlüssel zum 3:1 fand. Bis zur 73. Minute. Kruse und Eggestein kombinierten sich durch die Schalker Hälfte, letztlich kam Rashica zum Abschluss und zu seinem zweiten Tor des Tages (73.). Kruse verpasste anschließend frei vor dem Schalker Tor das 4:1, weshalb nach Embolos Anschlusstreffer (85.) noch gezittert werden musste – was der eingewechselte Martin Harnik in der vierten Minute der Nachspielzeit beendete. Zuvor hatte es bereits einen anderen Gänsehautmoment gegeben: Fin Bartels (32) kam 454 Tage nach seinem Achillessehnenriss zu seinem umjubelten Bundesliga-Comeback.

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Was denkst Du über den Artikel?

Nichts mehr verpassen

Kommentare