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Maximilian Eggestein (l.) und Werder haben im Hinspiel gegen den VfB Stuttgart um Chirstian Gentner ihre erste Saisonniederlage kassiert.

Kohfeldt hat Hinspiel gegen Stuttgart noch im Kopf - und mahnt

Zwischen Erinnerung und Erwartung

Bremen – Die Chance war da, nur genutzt hat Werder sie nicht. Ein Auswärtssieg beim VfB Stuttgart – und das Team von Trainer Florian Kohfeldt hätte am 29. September, zumindest vorübergehend, die Tabellenführung übernommen. Nach dem sechsten Spieltag, nach einem bis dato grandiosen Saisonstart. Es kam allerdings anders.

1:2, erste Niederlage der Spielzeit, trotz eines Einwurf-Eigentor-Geschenks des VfB, trotz eines zuvor bärenstarken Auftritts, dessen Bewertung Kohfeldt im Nachgang mit zwei schlichten Worten begann: „Einfach geil!“ Kein Wunder also, dass der 36-Jährige vor dem Rückspiel am Freitag gegen die Schwaben offen zugibt, „dass ich dieses Spiel nur schwer vergessen konnte“. Es sei noch immer in seinem Hinterkopf, sagte Kohfeldt – und betonte: „Wir wollen zeigen, dass wir gegen Stuttgart gewinnen können.“

Gut für Werder: Die Voraussetzungen haben sich seit der knappen Hinspielpleite grundlegend verändert. Heißt: Die Bremer empfangen als Tabellenzehnter mit ernsthaften Europa-League-Ambitionen den 16., bei dem seit Wochen große Unruhe herrscht, der bis zum Saisonende um den Klassenerhalt wird bangen müssen und dessen Trainer Markus Weinzierl nach nur drei Siegen aus 15 Partien seit Amtsübernahme wohl vor einem Endspiel steht.

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Erst einen Punkt haben die Schwaben in fünf Partien im Jahr 2019 geholt (beim 2:2 in Freiburg), dafür aber schon 15 Gegentore kassiert. Ein Verein am Boden – da dürfte Werder vor eigener Kulisse doch beste Chancen haben, oder? Kohfeldt wäre nicht Kohfeldt, wenn er an dieser Stelle nicht große Einwände hätte.

„Wenn man die individuelle Qualität der Stuttgarter sieht, kann man nicht davon reden, dass es ein lockeres Spiel für uns wird“, sagte der Trainer. Und schob direkt hinterher: „Das wäre wirklich sehr vermessen. Wir gewinnen in der Bundesliga nicht ein einziges Spiel, wenn wir nicht an unser Limit gehen.“

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VfB Stuttgart: Harte Gangart gegen Werder wie zuletzt Hertha?

Beim 1:1 in Berlin war Werder das zuletzt nicht gelungen, zumindest in punkto taktische Disziplin nicht. „Die Jungs wussten, was wir tun wollten, aber sie haben es nicht auf den Platz gebracht“, sagte Kohfeldt, der sich mit schwachen Leistungen niemals abfinden will, sie auf der anderen Seite aber als „normale Schwankungen“ im Laufe einer langen Saison betrachtet: „Wir dürfen uns nicht einreden, dass so etwas komplett unnormal ist, aber unzufrieden müssen wir nach so einem Spiel sein.“

Vor allem die harte Gangart der Berliner hatte Werder zu schaffen gemacht. Kohfeldt hat „seit einiger Zeit“ beobachtet, dass viele Gegner „gegen uns auf eine höhere Mannorientierung“ setzen. „Wir wissen, dass das auch gegen Stuttgart auf uns zukommen kann und müssen es annehmen.“ Dann trifft vielleicht auch folgende Prognose des Trainers zu: „Freitag, Flutlicht – es könnte ein schöner Abend werden.“

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