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Der rabenschwarze Arbeitstag von Milos Veljkovic war nach 36 Minuten vorbei.

Platzverweis im Auswärtsspiel gegen den VfB Stuttgart 

Gelb-Rot-Sünder Veljkovic übt Selbstkritik: „Das darf mir nicht passieren“ 

Stuttgart - Er weiß schon, dass ihn die Bilder des Spiels erstmal nicht loslassen.

Die erste Gelbe Karte, die aus seiner Sicht ungerechtfertigt war. Das erste Gegentor. Dann der Platzverweis. „Ein, zwei Tage denke ich bestimmt noch darüber nach“, sagte Milos Veljkovic, dem bei der 1:2-Niederlage des SV Werder beim VfB Stuttgart unfreiwillig eine Hauptrolle zuteil geworden war.

Schon nach 36 Minuten flog er wegen zwei gleich gearteter Fouls gegen Stuttgarts Daniel Didavi mit Gelb-Rot vom Platz, zwischendurch ließ er Anastasios Donis zum 0:1 entwischen. „Es waren ein, zwei unaufmerksame Momente. Die erste Gelbe Karte hätte auch für mich gepfiffen werden können, die zweite war klar meine Schuld“, sagte Veljkovic, der bei Verwarnung Nummer eins zuvor ein Foul von Didavi gespürt haben will: „Er foult erst mich, dann bringe ich ihn zu Fall.“

Trost von Coach Kohfeldt.

Bei der zweiten Aktion gab es dann aber keinen Interpretationsspielraum. Gegenspieler entwischen lassen, mit der Hand gezogen – das gibt Gelb. „Das darf mir nicht passieren“, meinte der serbische Nationalspieler, „darum tut es mir auch leid für die Mannschaft. Mit zehn Mann war es dann schwer für uns. Ich denke, die Unterzahl war auch der Hauptgrund für die Niederlage. Trotzdem hätten wir auch einen Punkt verdient gehabt oder drei. Denn die Mannschaft hat eine sehr gute Reaktion gezeigt, hat toll gespielt und bis zum Schluss gekämpft.“

Gegen Wolfsburg gesperrt

Veljkovic verfolgte das Spiel aus versteckter Position im Spielertunnel. Am Freitag, wenn Werder den VfL Wolfsburg empfängt, wird er auf der Tribüne sitzen und seine automatisch verhängte Ein-Spiel-Sperre abbrummen. Danach, das machte Coach Florian Kohfeldt bereits deutlich, „wird er sicher wieder spielen“.

Bis dahin ist der Innenverteidiger sicher mit der Aufarbeitung des Ganzen durch. Wobei: Eigentlich machte er schon in den Katakomben der Mercdes-Benz-Arena den Eindruck, als würde er nicht mal die genannten ein, zwei Tage benötigen. Er hatte den Tag schon in der Rubrik „So ist es im Fußball“ abgespeichert: „Mal passieren gute Dinge, mal schlechte. Das ist aber kein Problem für mich.“

Fotostrecke: Verrücktes Werder-Spiel in Stuttgart

Ein freundlicher Handschlag unter Trainern: Tayfun Korkut und Florian Kohfeldt vor der Partie.
Ein freundlicher Handschlag unter Trainern: Tayfun Korkut und Florian Kohfeldt vor der Partie. © Gumz
In der 9. Minute flankt Kruse von links in den Stuttgarter Strafraum, Osako bringt die Pille im Sprung aus zehn Metern gut aufs Tor - Zieler faustet die Kugel weg.
In der 9. Minute flankt Kruse von links in den Stuttgarter Strafraum, Osako bringt die Pille im Sprung aus zehn Metern gut aufs Tor - Zieler faustet die Kugel weg. © Gumz
Eine Minute später verliert Veljkovic den Ball an Daidavi und reißt den Stuttgarter dann um - Gelb.
Eine Minute später verliert Veljkovic den Ball an Daidavi und reißt den Stuttgarter dann um - Gelb. © imago
Dem ist nichts hinzuzufügen!
Dem ist nichts hinzuzufügen! © Gumz
Was für ein Ball von Didavi in die Gasse auf Donis. Der Angreifer eilt Veljkovic davon, geht am herauseilenden Pavlenka vorbei und vollendet ins leere Tor.
Was für ein Ball von Didavi in die Gasse auf Donis. Der Angreifer eilt Veljkovic davon, geht am herauseilenden Pavlenka vorbei und vollendet ins leere Tor. © imago
Ganz glücklich sieht Werder-Keeper Pavlenka nicht aus, wenn er rauskommt, muss er eigentlich auch den Ball kriegen.
Ganz glücklich sieht Werder-Keeper Pavlenka nicht aus, wenn er rauskommt, muss er eigentlich auch den Ball kriegen. © imago
Gelb-Rot in der 36. Minute: Didavi geht an Veljkovic vorbei und wird dann kurz vor dem Strafraum von dem Bremer zu Boden gerissen. So darf er natürlich nicht hingehen, wenn er schon Gelb hat. Konsequenz: Werder nur noch zu zehnt.
Gelb-Rot in der 36. Minute: Didavi geht an Veljkovic vorbei und wird dann kurz vor dem Strafraum von dem Bremer zu Boden gerissen. So darf er natürlich nicht hingehen, wenn er schon Gelb hat. Konsequenz: Werder nur noch zu zehnt. © imago
Trost von Coach Kohfeldt.
Trost von Coach Kohfeldt. © imago
Gebre Selassie im Duell mit Mario Gomez.
Gebre Selassie im Duell mit Mario Gomez. © imago
Max Kruse im Duell mit Timo Baumgartl.
Max Kruse im Duell mit Timo Baumgartl. © imago
68. Minute: Der Ausgleich - und was für ein kurioser! Sosa macht einen Einwurf auf Keeper Zieler, der lässt den Ball durchrutschen, berührt ihn aber leicht - das Leder trudelt ins eigene Tor.
68. Minute: Der Ausgleich - und was für ein kurioser! Sosa macht einen Einwurf auf Keeper Zieler, der lässt den Ball durchrutschen, berührt ihn aber leicht - das Leder trudelt ins eigene Tor. © imago
Hätte Zieler den Ball nicht mehr berührt, dann hätte der Treffer nicht gezählt. So ist die Freude bei Pizarro und Kruse groß. Zumindest bis zur...
Hätte Zieler den Ball nicht mehr berührt, dann hätte der Treffer nicht gezählt. So ist die Freude bei Pizarro und Kruse groß. Zumindest bis zur... © Gumz
...bis zur 75. Minute Castro trifft trocken ins linke Eck vom Bremer Tor.
...bis zur 75. Minute Castro trifft trocken ins linke Eck vom Bremer Tor. © imago
Gebre Selassie im Duell mit Erik Thommy.
Gebre Selassie im Duell mit Erik Thommy. © imago
Zufrieden sieht anders aus: Werder-Coach Florian Kohfeldt nach der Niederlage.
Zufrieden sieht anders aus: Werder-Coach Florian Kohfeldt nach der Niederlage. © imago

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