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HSV-Sportchef Jens Todt steckt mit dem Hamburger SV in einer Krise.

Kurz-Interview vor dem Nordderby

HSV-Sportchef Jens Todt: „Es ist auch ein Spiel im Existenzkampf“

Hamburg - Schwere Zeiten für Jens Todt. Mit dem HSV steckt der Sportchef tief im Abstiegskampf, zudem gibt es Gerüchte, dass der neue HSV-Präsident Bernd Hoffmann nicht langfristig mit ihm plant.

Mit der DeichStube sprach Todt, von 1996 bis 1999 bei Werder Bremen unter Vertrag, über das bevorstehende Nordderby.

Werder Bremen gegen Hamburger SV, Tabellen-15. gegen -17. – ist es für Sie eines der brisantesten Nordderbys, an die Sie sich erinnern können?

„Ja, natürlich, wenn man sich die Ausgangslage aus HSV-Sicht anguckt, ist es ein ganz brisantes Spiel. Für uns geht es um ganz viel, wir müssen in den nächsten Spielen unbedingt punkten. Deswegen ist es nicht nur ein Derby, sondern auch ein Spiel im Existenzkampf.“

In Bremen reagieren die Fans auf schwierige Situationen mit Geschlossenheit, beim HSV hat man am vergangenen Wochenende dieses unschöne Banner im Stadion gesehen („Bevor die Uhr ausgeht, jagen wir euch durch die Stadt“). Wie nehmen Sie diesen Unterschied wahr, wie die Fans mit schwierigen Situationen umgehen?

„Wir fühlen totale Unterstützung von unseren Fans. Unsere Fans sind in den vergangenen Jahren wirklich durch ein Tal der Tränen gegangen und haben die Mannschaft immer vorbehaltlos unterstützt, wenn es eng war. Das sehen wir auch jetzt. Das Plakat ist durch Einzelne da hingehängt worden. Und dass die Fans enttäuscht sind und auch mal sauer werden, das können wir total verstehen. Auch wenn wir diese Art und Weise natürlich komplett ablehnen und da eine Grenze überschritten wurde. Aber das Gros der Fans steht total hinter der Mannschaft – und das brauchen wir jetzt auch, um im Abstiegskampf zu bestehen.“

Sie haben eine Bremer Vergangenheit (als Spieler von 1996 bis 1999 bei Werder). Ist das Nordderby für Sie noch immer ein besonderes Spiel?

„Das ist ein besonderes Spiel, weil die Situation für uns so brisant ist. Was früher war, war früher. Ich lebe nicht in der Vergangenheit.“

Diese Profis spielten für Werder und den HSV

Benno Möhlmann hielt Werder von 1978 bis 1987 die Treue, ehe er zum Hamburger SV wechselte. Dort beendete der Mittelfeldmann seine aktive Karriere als Fußballprofi. Zudem war er von 1992 bis 1995 Cheftrainer beim HSV. © imago
GER, Hallenfußballturnier "Cup der Öffentlichen Versicherungen Oldenburg"
Frank Ordenewitz spielte von 1983 bis 1989 noch unter der Leitung von Otto Rehagel für die Bremer. Ein Jahr bevor er den Verein verließ, gewann der Mittelstürmer die Meisterschaft und den Superpokal. Für Werder absolvierte Ordenewitz 164 Spiele und traf 44 Mal ins Eckige. © nordphoto
Dietmar Beiersdorfer spielte von 1986 bis 1992 beim HSV (DFB-Pokal-Sieger 1987), ehe er zum Erzrivalen wechselte. In seinen knapp vier Jahren beim SV Werder wurde der Innenverteidiger Deutscher Meister, DFB-Pokal-Sieger und zweimal deutscher Superpokalsieger. © imago
Pawel Wojtala wagte ebenfalls den direkten Wechsel von Hamburg nach Bremen. Nach einem Jahr Aufenthalt an der Weser, verließ er Werder in Richtung Warschau. Der Innenverteidiger absolvierte 24 Spiele für Werder und 22 für den HSV. © imago
Bruno Labbadia trug von 1987 bis 1989 das Trikot vom HSV. Über Kaiserslautern, Bayern München und den 1. FC Köln landete der Mittelstürmer 1996 beim SV Werder. Zudem stand Labbadia gleich zweimal beim HSV als Trainer an der Seitenlinie (2009-2010 und 2015-2016). © imago
Marinus Bester kickte zwei Jahre beim SVW, kam aber nicht über die Reservistenrolle hinaus, sodass der Mittelstürmer 1992 per Leihe zum HSV wechselte. Ein Jahr später kam er an die Weser zurück und wurde erneut verliehen (FC Schalke). Danach verließ Bester den Verein 1995 endgültig. © imago
Liga-Pokal-Finale
Rodolfo Cardoso spielte von 1995 bis 1996 für den SVW, ehe er nach Hamburg wechselte. Insgesamt absolvierte der Offensivmann 220 Bundesliga-Spiele und erzielte dabei 47 Treffer. 44 weitere legte er auf. © nordphoto
Dirk Weetendorf lief von 1996 bis 1999 beim Hamburger SV auf und wechselte direkt zum Erzrivalen Werder Bremen, wo der Mittelstürmer jedoch nur ein Jahr kickte. © imago
BL 2002/2003 - Bor.-Dortmund vs SV Werder Bremen 2:1
Fabian Ernst (Mitte) spielte sogar für drei Nordclubs. Seine Karriere begann der Mittelfeldspieler bei Hannover 96. 1998 wechslte er dann nach Hamburg und zwei Jahre später landete er beim SVW. Dort hielt es Ernst fünf Jahre. 2004 gewann er mit Werder das Double. © nordphoto
FBL 05/06 - Hamburger SV vs. Werder Bremen
Ailton (l.) kam 1998 aus Mexiko zum SV Werder. Sechs Jahre kickte der "Kugelblitz" an der Weser. Mit Bremen wurde der Stürmer Deutscher Meister (1999 und 2004), gewann den DFB-Pokal (2004) und wurde in der Bundesliga-Saison 2003/04 Torschützenkönig mit 28 Treffern. 2005/06 spielte Ailton für den HSV. © nordphoto
Efes Pilsen Cup 5 - Werder Bremen vs. Besiktas Istanbul
Andreas Reinke stand zwar bei den HSV-Profis unter Vertrag, war aber bei den Amateuren aktiv. Für die Profis kam er nur einmal zum Einsatz. Nach mehreren Stationen landete der Keeper 2003 bei Werder, wo er das Double gewann. © nordphoto
Raphael Wicky hielt gleich beiden Nordclubs über viele Jahre die Treue. Für Werder trug er 128 Mal das Trikot, beim Hamburger SV kam der Defensiv-Allrounder 162 Mal zum Einsatz. © nordphoto
Mohamed Zidan wechselte 2005 zum SV Werder, wo er sich jedoch nicht durchsetzen konnte. Über Mainz 05 landete der Offensivmann 2007 beim Hamburger SV. © nordphoto
CL 07/08 Real MADRID - Werder BREMEN
Boubacar Sanogo kam für 4,5 Millionen Euro von Hamburg nach Bremen. Für Werder absolvierte der Angreifer 51 Spiele und erzielte 22 Treffer. © nordphoto
Eljero Elia spielte von 2009 bis 2011 beim Hamburger SV. Nach einer Saison bei Juventus Turin wechselte der Linksaußen zum SV Werder. In Bremen ist Elia jedoch selten mit guten Leistungen aufgefallen. © nordphoto
GER, 1.FBL , Werder Bremen vs Hamburger SV
Sieben Jahre stand Frank Rost beim SV Werder zwischen den Pfosten. In Bremen hatte der Keeper seine erfolgreichste Zeit. Er wurde Deutsche Meister, DFB-Pokalsieger und zweimal deutscher Superpokalsieger. Nach dem zwischenzeitlichen Aufenthalt auf Schalke (2002-2007), wechselte Rost zum HSV. © nordphoto
GER, FSP, MSV Duisburg vs. SV Werder Bremen
Levin Öztunali hatte in der Jugend für die "Rothosen" gespielt, bevor er nach Leverkusen wechselte. Der Enkel von Uwe Seele kam im Januar 2015 per Leihe an die Weser. Seit der aktuellen Saison kickt der Offensivmann für Mainz 05. © nordphoto
Aaron Hunt lief bereits für Werders U17 auf. Am 18. September 2004 gab Hunt sein Bundesliga-Debüt im Werder-Dress. Zudem ist er mit 18 Jahren und 161 Tagen Werders jüngster Torschütze aller Zeiten. Im Februar 2005 erzielte der Stürmer seinen ersten Treffer in der Bundesliga. Aktuell spielt Hunt beim Erzrivalen aus Hamburg. © nordphoto
GER, Dresden Cup, SV Werder Bremen (GER) vs Real Betis Sevilla (ESP)
Ähnlich verlief es bei Janek Sternberg. Der Abwehrspieler verbrachte seine Jugendzeit allerdings zunächst beim HSV und kam dann 2013 direkt zum SV Werder. © nordphoto
GER, 1.FBL, Training Werder Bremen
Auch Raphael Wolf kam aus der HSV-Jugendabteilung. Der Keeper wechselte jedoch erst zum SV Kapfernberg, ehe er 2012 nach Bremen kam. Aktuell spielt Wolf bei Werder keine Rolle mehr. © nordphoto
GER, 1.FBL, Werder Bremen vs VFL Wolfsburg
Jaroslav Drobny hingegen spielt sehr wohl eine Rolle beim SV Werder. Der Keeper wechselte erst zur aktuellen Spielzeit von den Rothosen nach Bremen. Derzeit kämpft er gegen Felix Wiedwald um dem Stammplatz im Werder-Tor. © nordphoto
GER, 1.FBL, Hamburger SV vs Eintracht Frankfurt
Dennis Diekmeier spielte von 2003 bis 2009 bei Werder. Erst in der Jugend, dann bei den Amateuren. Aber nie in der Bundesliga. Dann wechselte der Rechtsverteidiger zum 1. FC Nürnberg. Ein Jahr später verließ er den "Club" Richtung Hamburg, wo er bis heute aktiv ist. © nordphoto
Patrick Owomoyela
Nach seiner Zeit von 2005 bis 2008 beim SV Werder und den darauffolgenden fünf Jahren bei Borussia Dortmund beendete Patrick Owomoyela seine Karriere 2014 beim HSV. © imago
Fritz Laband
Fritz Laband spielte vor der Bundesliga-Zeit von 1950 bis 1956 für die Rothosen. Es folgte der Wechsel an die Weser. Bis 1957 trug er das Werder-Trikot. © imago
Hans Schulz
Hans Schulz war in der Zeit von 1964 bis 1966 Spieler des SV Werder. 1966 zog es ihn zum HSV, wo er bis 1971 gegen den Ball getreten hat. Nach seiner aktiven Profi-Karriere war er 17 Jahre im Werder-Aufsichtsrat - bis 2016. © imago
Ole Björnmose
Ole Björnmose spielte von 1967 bis 1971 für die Grün-Weißen. Auch er entschied sich für einen direkten Wechsel zum HSV. Dort war er von 1971 bis 1978 aktiv. © imago
Werner Dreeßel
Werner Dreeßel spielte von 1977 bis 1980 für Werder, dann zog es ihn zum Rivalen nach Hamburg, wo er zwei weitere Jahre verbrachte. © imago

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