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Max Kruse (M.), Milot Rashica und Co. bejubeln das Tor zum 3:1 gegen Mainz 05.

Werder nach 3:1-Sieg gegen Mainz 05

Vom Jäger zum Gejagten

Bremen - Um 17.20 Uhr stand sie plötzlich da. Hoch oben auf den beiden Videowänden und deswegen auch für den Letzten im ausverkaufen Weserstadion deutlich sichtbar: die Blitztabelle.

Etwas weiße Schrift auf grünem Grund, mehr nicht, aber das reichte am Samstagnachmittag vollkommen aus, damit an der Weser zum vierten Mal ausgelassener Jubel aufbrandete. Kurz nach dem verdienten 3:1 (2:0)-Heimerfolg über den FSV Mainz 05 wurde aus der Blitz- dann die tatsächliche Tabelle. Und die sagt aus: Werder Bremen hat sich am 27. Spieltag auf den sechsten Tabellenplatz vorgeschoben – und ist seinem großen Ziel Europa plötzlich ganz, ganz nah.

Werder feiert mit den Fans

„Es war ein richtig schöner Nachmittag“, sagte ein zufriedener Trainer Florian Kohfeldt, dem die Tabelle auf der Videowall und die Reaktion der Fans natürlich nicht entgangen waren: „Das haben wir hier bestimmt seit sieben Jahren nicht mehr gehabt. Schön, dass wir mit den Fans feiern konnten.“ Das konnte Werder. Und das hatte sich Werder nach einem insgesamt guten Auftritt gegen Mainz auch redlich verdient.

Die Gäste hatten vor der Partie in Bremen sechs ihrer vergangenen sieben Spiele verloren – und wurden auch von Werder direkt kalt erwischt. Noch nicht einmal drei Minuten waren gespielt, als Max Kruse seinen ersten Geistesblitz hatte und Milot Rashica per Traumpass auf die Reise schickte. Der Kosovare blieb daraufhin ganz cool, umkurvte Mainz-Torhüter Florian Müller und schob überlegt zum frühen 1:0 ein – ein Traumstart für Werder nach 145 Sekunden. „Ich weiß, dass Max solche Bälle spielen kann. Das trainieren wir oft“, sagte Rashica.

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Kapitän Kruse erwischt einen Gala-Tag

Mainz zeigte sich vom schnellen Rückstand zunächst unbeeindruckt und wäre durch Jean-Philippe Mateta beinahe zum Ausgleich gekommen: Der Franzose chippte den Ball knapp neben das Tor (7.). Kurz darauf hatte Werder Glück, dass es für den ungestümen Einsatz von Niklas Moisander gegen Robin Quaison keinen Elfmeter gab (11.). Alles Szenen, die ohne direkte Folgen blieben – die aber dafür sorgten, dass Mainz immer besser ins Spiel fand. Höhepunkt dieser Phase war eine Chance von Mateta, die Torhüter Jiri Pavlenka entschärfte (25.). „Es hätte in gewissen Phasen auch gegen uns laufen können“, sagte Kohfeldt, „wir haben aber die richtigen Momente gefunden.“ Einen davon gab es in der 36. Minute.

Herrlicher Pass Maximilian Eggestein, Flanke Ludwig Augustinsson, und auf Umwegen landete der Ball vor den Füßen von Max Kruse, der ihn humorlos in die Maschen drosch – 2:0. Erst Vorbereiter, nun Vollstrecker: Werders Kapitän hatte einen wahren Gala-Tag erwischt, setzte seinen starken Lauf der vergangenen Wochen fort. Das mussten auch die Gäste neidlos anerkennen. „Jeder Laie hat heute gesehen, dass Max Kruse das Spiel entschieden hat“, sagte Sportvorstand Rouven Schröder, der früher in Werders Management gearbeitet hatte.

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Fotostrecke: Ein Tor Rashica, zwei Tore Kruse, drei Punkte Werder

Werder Bremen gegen Mainz 05
Werder Bremen gegen Mainz 05 © dpa
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Nach der Pause erlaubten sich die Bremer dann ihre zweite Schwächephase des Spiels – und dieses Mal kamen sie nicht unbeschadet davon. Nach Flanke von Jean-Paul Boetius erzielte Quaison etwas überraschend das 1:2 (52.). Doch als es gerade darauf hinauszulaufen schien, dass Werder eine ungemütliche Restspielzeit bevorsteht, fanden die Hausherren wieder einen dieser von Kohfeldt beschriebenen Momente. Und wieder waren die gleichen Spieler beteiligt. Maxi Eggestein leitete erneut grandios ein, Rashica gab dieses Mal den Passgeber – und Kruse besorgte das 3:1 (63.). Kurz darauf erklangen in der Ostkurve die ersten „Europapokal-Gesänge“.

„So schnell kann das gehen, und schon sind wir Sechster“, sagte Davy Klaassen nach dem Spiel, „wir wissen aber, dass wir noch nichts erreicht haben.“ Es war eine Aussage, die Werders Sportchef Frank Baumann gerne gehört haben dürfte, denn auch der 43-Jährige bremste die Europa-Euphorie direkt wieder aus: „Der Tabellenplatz ist nicht jetzt entscheidend, sondern am Ende der Saison.“

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