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Weiche Flensburg probierte es auch auf die robuste Art, aber Johannes Eggestein und Co. ließen sich davon nicht aufhalten: Werder zog souverän ins Achtelfinale des DFB-Pokals ein.

Und jetzt bitte gegen den HSV...

Harnik träumt vom Nordderby im Achtelfinale

Lübeck - Das Trikot hatte er schon verschenkt, nun musste auch die Hose noch weg. Die Fans, die Martin Harnik am Eingang des kurzen Spielertunnels schreiend und kreischend die Hände entgegenstreckten, hätten sonst wohl keine Ruhe gegeben. Also schlüpfte Harnik aus der Hose, um endlich ins Warme zu kommen. Dort angekommen, ließ der Stürmer des SV Werder auch bildlich gesehen die Hosen runter.

Sein Wunsch für die nächste Runde im DFB-Pokal am 5./6. Februar? „Am liebsten gegen den HSV – dann natürlich zu Hause.“ Das wäre das Traumlos für das Achtelfinale, das der SV Werder am Mittwochabend durch einen sicheren 5:1 (3:1)-Sieg beim Regionalligisten SC Weiche Flensburg erreicht hatten.

Dass Harnik danach in der Gunst der Fans so hoch oben stand, lag an seinem Tor-Doppelpack, mit dem er den Deckel auf die Partie gemacht hatte. In der 76. und 81. Minute stach der „Joker“, zuvor hatten Claudio Pizarro (8.), Florian Kainz (37.) und Davy Klaassen per Elfmeter (43.) für den Favoriten getroffen. Ilidio Pastor Santos war zwischenzeitlich der Ausgleich für die Flensburger gelungen (27.).

Kohfeldt bekam einen souveränen Sieg

Am Ende war dieser Treffer nicht mehr als ein kleiner Schönheitsfehler einer Partie, in der Werder-Trainer Florian Kohfedt bekam, was er gefordert hatte: einen souveränen Sieg. „Das war sehr gut heute“, sagte der Coach, der mit dem 5:1 auch einen Haken hinter die bittere 2:6-Pleite gegen Bayer Leverkusen in der Liga machen konnte.

„Für mich stehen die Spiele in keinem Zusammenhang“, sagte Kohfeldt zwar, und auch Sportchef Frank Baumann wollte beide Partien „unabhängig voneinander sehen“, aber natürlich war es in Lübeck auch um Bremer Wiedergutmachung gegangen. „Wir sind jetzt sehr froh und erleichtert, dass wir es so überlegen gemacht haben. Ich hatte zu keiner Phase das Gefühl, dass hier etwas hätte schief gehen können“, sagte Kainz.

Kleiner Einwand: Nach dem 1:1 gab es durchaus ein paar Minuten, in denen das Spiel zumindest offen erschien. Bis Kainz den Ball aus 25 Metern ins Netz schmetterte. „Das Tor“, sagte der Schütze, „kam zu rechten Zeit.“ Wie auch Weiche Flensburg zur rechten Zeit kam. Der Viertligist präsentierte sich als Gegner, der sich tapfer wehrte und lange klug verteidigte, letztlich aber nicht die Qualität besaß, um eine mögliche Verunsicherung bei den 2:6-Bremern zu nutzen.

Harnik: „Das war ein gefühltes Heimspiel für uns“

Ein Grund war sicher auch die Kulisse in der Lübecker Lohmühle, wohin Flensburg mangels ordentlichem Flutlicht im eigenen Stadion ausweichen musste. 8.637 Zuschauer waren gekommen, 5 500 davon hielten aber zu Werder. „Das war ein gefühltes Heimspiel für uns und ein Riesenvorteil“, meinte Harnik, der wie Max Kruse nicht in der Startelf gestanden hatte. Erst nach 66 Minuten kam er und gab dem Abend die Würze – mit seinen späten Toren, mit seinem HSV-Wunsch für die Achtelfinal-Auslosung am Sonntag.

Einzelkritik: Florian Kainz ballert sich in den Blickpunkt

Werder gegen Hamburg – schön wär‘s irgendwie schon, wenn es so kommen würde. Dann hätten alle doch noch ihr Nordderby. Aber niemand aus Team und Mannschaftsführung schloss sich Harnik an. HSV? „Es reicht ja, wenn einer diesen Wunsch äußert“, schmunzelte Baumann. Gegner egal, Hauptsache ein Heimspiel, sagte Kohfeldt.

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