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Josh Sargent feierte einen Traum-Einstand in der Bundesliga.

Kohfeldt schützt seinen neuen Star

Sargents Super-Debüt und die Folgen

Bremen - Erstes Spiel, erste Ballberührung, erstes Tor – ein besseres Bundesliga-Debüt kann es einfach nicht geben: Werder-Talent Josh Sargent hat den ohnehin schon großen Hype um seine Person mit diesem Traumstart in eine noch höhere Dimension getrieben.

Und was verkündete dieser erst 18-jährige US-Amerikaner nach dem 3:1-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf via Twitter? „Beginners luck“ – Anfängerglück! Es war freilich mehr als das, denn Sargent ist ein Wiederholungstäter. Sprechen durfte Sargent darüber nicht. Werder schottet den jungen Angreifer noch ab. 

„Solche Geschichten schreibt nur der Fußball“

„Das will ich ihm nicht zumuten, es gibt schon genug Aufregung um ihn“, erklärte Trainer Florian Kohfeldt, der Sargent als „einen guten Jungen“ bezeichnete: „Er ist unverbraucht, macht auch mal einen Quatsch in der Kabine. Er hat ein gesundes Selbstbewusstsein.“

Auch die Kollegen redeten gerne über ihren Mitspieler. „Besser geht es nicht. Der Junge ist richtig gut“, sagte zum Beispiel Marco Friedl. Sebastian Langkamp meinte fast schon etwas neidisch: „Ich hatte mit meiner ersten Ballberührung in der Bundesliga nicht so eine entscheidende Szene.“ Und Kevin Möhwald konnte es nicht fassen: „Solche Geschichten schreibt wirklich nur der Fußball.“

Vor einem Jahr hatte sich Sargent für einen Wechsel zum SV Werder entschieden. Das US-Talent war in Europa heiß begehrt, die Bremer setzten sich durch und waren darauf auch mächtig stolz. Spielen durfte Sargent im ersten halben Jahr noch nicht, weil er erst nach der Transferperiode seinen 18. Geburtstag feierte. Medien und Fans schauten bei Sargent trotzdem schon ganz genau hin, fast jeder Schritt von ihm war eine Meldung wert. Kohfeldt hatte zwar durchaus Verständnis dafür, bat aber um Zurückhaltung, äußerte sich nur ungern über das große Talent. Bloß nicht überdrehen, bloß nicht die Erwartungen zu hoch schrauben.

Und dann das! Gleich in seinem ersten Bundesligaspiel startet der Youngster direkt durch. Mit seinen regelmäßigen Toren in der U23 hatte er sein Können schon angedeutet. Auch bei den Testspielen mit den Profis gehörte er immer wieder zu den Torschützen. Im Pokal gegen Flensburg nahm Kohfeldt ihn dann erstmals mit – als 19. Spieler. Vor Ort strich er ihn dann aus dem 18er-Kader. Diesmal war die Situation ähnlich, denn der Einsatz des erkälteten Yuya Osako war fraglich. 

Der Japaner musste letztlich passen, doch Kohfeldt verriet: „Josh wäre auf jeden Fall dabei gewesen. Mir war klar, dass ich ihn nicht wieder vertrösten kann. Das kannst du mit einem älteren Spieler machen, aber nicht zweimal mit einem jüngeren.“ Außerdem wollte der Coach unbedingt noch einen Stürmer für das Zentrum im Kader haben. Und dann wechselte er ihn tatsächlich ein, obwohl die Partie in der 76. Minute beim Stand von 2:1 durchaus noch auf der Kippe stand. „Ich wollte der Mannschaft das Signal geben, weiter mutig zu sein, weiter pressen“, erklärte Kohfeldt seine Entscheidung für den jungen Stürmer.

Seine Rechnung ging auf. Werder blieb am Drücker – und Sargent machte tatsächlich mit seinem ersten Ballkontakt das 3:1 (79.). „Er muss mit Martin aber noch ausmachen, dass er ihm das Tor geklaut hat“, merkte Kohfeldt mit einem Augenzwinkern an. Harniks Schussversuch hatte Fortuna-Keeper Michael Rensing zwar noch abgewehrt, die Kugel wäre aber auch ohne Sargents Kopfball im Tor gelandet. Es zeigte allerdings auch den Torinstinkt des 18-Jährigen, der nun eine bemerkenswerte Quote aufweist. Schon bei seinen Debüts in Werders U23 in der Regionalliga und in der US-Nationalmannschaft hatte er jeweils getroffen. Das kann schon kein Zufall mehr sein.

Sargent ist seiner Zeit voraus

Das weiß auch Kohfeldt, doch der Coach betonte zugleich: „Josh hat zwar sein Tor gemacht, und ich will auch kein Wasser in den Wein gießen, aber es waren auch ein paar Situationen dabei, die nicht so gut waren.“ Deshalb sollte nun niemand erwarten, dass Sargents Erfolgsgeschichte nahtlos so weitergeht. „Es kann sein, dass er gegen Dortmund wieder dabei ist“, meinte Kohfeldt mit Blick auf die nächste Partie am Samstag beim Tabellenführer: „Die Welt würde aber auch nicht untergehen, wenn nicht.“

Sargent ist ohnehin seiner Zeit längst voraus. Eigentlich wollte ihn der Coach erst im Trainingslager in Südafrika Anfang Januar endgültig an die Profi-Mannschaft heranführen. Nun ist sein Stern schon gegen die Fortuna aufgegangen – Anfängerglück hin oder her.

Fotostrecke: So lief der Werder-Sieg gegen Düsseldorf

Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf
Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf © gumzmedia
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Benotet die Werder-Profis gegen Düsseldorf

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