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Florian Kohfeldt zeigte sich im Vorfeld des Duells mit dem zuletzt wankenden Rekordmeister FC Bayern relativ zurückhaltend.

Jahrelange Durststrecke gegen Bayern

Zum Siegen fest entschlossen

Bremen - Es gehört zu den Selbstverständlichkeiten des Sports, dass Trainer im Vorfeld einer Partie Sätze wie diesen formulieren: „Wir haben das feste Ziel, das Spiel zu gewinnen.“ Wäre ja auch komisch, wenn nicht. Florian Kohfeldt hat diese Selbstverständlichkeit auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel des SV Werder gegen Bayern München (Samstag, 15.30 Uhr) zum Besten gegeben. 

Die Aussage hätte es aber kaum in die Öffentlichkeit geschafft, wenn Werder nicht eine dermaßen schwarze Serie gegen die Bayern zu bieten hätte. Seit zehn Jahren kein Sieg mehr, in den letzten 15 Anläufen holten die Bremer nicht mal einen Punkt. Wieso sollte aus Wollen jetzt also Können werden?

Kohfeldt betont Münchener Offensivqualität

Florian Kohfeldt kann nichts versprechen, will auch nichts versprechen. Im Grunde will er den eigenen Fans nicht mal den Mund wässrig machen. Das alles wäre wohl unseriös bei der Ausgangslage. Werder zuletzt in der Liga viermal sieglos, die Bayern zwar auch nicht in einer Überform, aber eben immer noch die Bayern. 

„Eine Mannschaft mit Weltklassespielern auf jeder Position“, so Kohfeldt, „und von denen kann jeder – mit Ausnahme von Manuel Neuer vielleicht – in der Offensive ein Spiel entscheiden.“ Dass Werder also gegen diese Mannschaft gewinnt, ist mehr eine Hoffnung als ein tatsächlich erwartbares Szenario.

Erwartbar ist, dass die Bayern zum 16. Mal in Folge gegen die Bremer gewinnen. Allerdings hat zuletzt eine Entwicklung begonnen, die die Garantie auf einen Bayern-Sieg schmelzen und die Bremer Hoffnung wachsen lässt. Kurz: die Bayern waren in der Liga zuletzt nicht mehr die Bayern. Drei Spiele, zwei Remis, eine Niederlage – Präsident Uli Hoeneß bat Stars zum Rapport, Trainer Niko Kovac wackelte.

Keine Bremer Kampfansagen

Erst in der Champions League trat das Team am Dienstag wieder mit Glanz und Gloria auf, triumphierte mit 5:1 über Benfica Lissabon. Kovac ist vorerst gerettet, und Kollege Kohfeldt hat mit Missfallen registriert, dass die Münchner ihre Klasse nur eine Zeitlang versteckt hatten, aber gewiss nicht verloren haben. Deshalb bleibt er bei seinem Optimismus in den Grenzen des Nötigen. „Wir wollen gewinnen, aber wir wissen, dass es schwer wird. Unmöglich ist es aber nicht. Man hat immer eine Chance zu gewinnen.“

Erwartbare Aussagen sind das. Nichts, was ein Ballyhoo vor der Begegnung der zwei alten Rivalen, die sich in den 1990er Jahren und später Anfang der 2000er packende Duelle geliefert hatten, befeuern würde. Allenfalls lässt sich vor dem erneuten Vergleich sagen, dass Werder auf dem Papier schon lange nicht mehr so nahe dran war an dem Branchenprimus wie jetzt. Werder Siebter, Bayern Fünfter, nur durch drei Punkte getrennt. Kohfeldt versucht, aus dieser Konstellation Kraft für sein Team zu ziehen und erinnert an das bis dato letzte Duell im Januar. 

Für Werder gab es in der jüngeren Vergangenheit gegen die Bayern nichts zu holen.

Werder war damals als 16. unfassbar weit weg vom überragenden Spitzenreiter FC Bayern. Dennoch boten die Bremer den Münchnern die Stirn, hatten das Team beim 2:4 wenigstens mal wieder richtig gefordert. „Damals hat uns die Qualität der Bayern nicht geschreckt. Und sie schreckt uns auch diesmal nicht“, meint Kohfeldt, und es blitzt bei ihm das Freche auf, das Werder unter seiner Leitung stark gemacht hat.

Bayern zuletzt anfälliger als gewohnt

Werder muss dieses Freche am Samstag wieder auf den Platz bringen, um bei den Bayern ausgemachte Schwachstellen zu nutzen. Kohfeldt sagt es so: „Wir dürfen nicht nur dem Ball hinterherlaufen, dann machen wir irgendwann die Fehler. Wir brauchen ein eigenes Kombinationsspiel, brauchen eigene Ballbesitzphasen, um dann im letzten Drittel mit Tempospiel gefährlich zu werden. Die Bayern haben zuletzt Raum für Konter geboten. Das ist neu, das gab es in den vergangenen Jahren nicht.“ Möglicherweise ist das die Chance für Werder, die ewig lange Niederlagenserie endlich zu beenden.

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