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Werder-Kapitän Max Kruse wünscht sich insgesamt mehr Feuer auf dem Trainingsplatz.

Werder-Kapitän moniert zu braves Verhalten

Kruse: „Bei uns kracht es zu wenig“

Bremen – Es kommt selten vor, dass Max Kruse Medientermine freiwillig und unaufgefordert durch Eigenbeiträge bereichert. Doch am Donnerstag, als der Kapitän des SV Werder Teil der Pressekonferenz vor dem Rückrundenstart bei Hannover 96 (Samstag, 15.30 Uhr) war, kam es anders.

Kruse sprang plötzlich auf einen Zug auf, den Trainer Florian Kohfeldt aufs Gleis gestellt hatte. Es ging um das Thema Reibung innerhalb des Teams, um den Erfolgswillen, um Krach im Training. Um Kruses Wortbeitrag kurz zusammzufassen: Er will, dass bei Werder häufiger mal die Fetzen fliegen.

Kruse wünscht sich mehr Feuer im Training

„Bei uns ist zu wenig Reibung, es kracht zu wenig im Training“, sagte der 30-Jährige und heftet den Satz an eine Antwort, die sich einmal mehr um das Thema Europa drehte. Aber von Europa zu träumen, ist eben nur das eine. Den unbedingten Willen zu zeigen, dieses Ziel auch zu erreichen, das andere. Und Kruse, der grundsätzlich lieber hemdsärmelig als feingeistig auftritt, fordert von seinen Kollegen, in der Rückrunde insgesamt mehr Feuer zu entwickeln. Im Training, in den Spielen. 

„Bei Spitzenteams sieht man viel häufiger, dass es auf dem Trainingsplatz auch mal kracht. Da müssen wir auch hinkommen. Ich will damit nicht sagen, dass einer den anderen umflexen soll. Aber bei uns sind Woche für Woche Spieler unzufrieden, weil sie nicht gespielt haben. Dann nur in sich reinzugrummeln, bringt aber nichts. Man muss diese Unzufriedenheit dann auch mal spüren“, erklärt Kruse. Soll wohl heißen: Ihm geht es bei Werder zu lieb und zu brav zu.

Vielleicht auch ein Grund, weshalb Werder nur als Tabellenzehnter in die Rückrunde startet. „Nach Europa kommen wir nicht, wenn wir damit zufrieden sind“, meint Kruse und appelliert an alle, in der zweiten Saisonhälfte zwei Leitlinien bedingungslos zu folgen. Erstens: „Wir brauchen in der Defensive den absoluten Willen, Gegentore zu verhindern.“ Zweitens: „In der Offensive brauchen wir den gleichen unbedingten Willen, um den Ball auch reinzumachen.“

Kleines Einmaleins des Fußballs, möchte man meinen. Aber Kruse würde es nicht so formulieren , wenn er die Punkte nicht als Bremer Hauptproblem ausgemacht hätte. „Daran haben wir in der Vorbereitung ja auch gearbeitet.“

Kohfeldt: „Es geht nur noch ums Gewinnen“

Florian Kohfeldt hatte den Erfolgswillen zuvor ebenfalls zu seinem Thema gemacht, hatte nochmal die engen Spiele am Ende der Hinrunde beleuchtet, um zu verdeutlichen: So reicht es einfach nicht. „Wir haben zwar viel Lob für unsere Spielweise bekommen, und unsere fußballerische Entwicklung ist gut. Aber gute Leistungen allein sind zu wenig. Jetzt geht es nur noch ums Gewinnen. Wir müssen in der Rückrunde mehr Punkte holen als in der Hinrunde. Punkt!“ 

Und die Formel dafür sieht ungefähr so aus: Ein intensiverer Konkurrenzkampf erhöht die Reibung, Reibung erhöht die Trainingsqualität und eine höhere Trainingsqualität erzeugt mehr Punkte. Auf diese Kettenreaktion setzt Kohfeldt, wenn er in Verteidigung (Langkamp gegen Veljkovic) und Angriff (jeder gegen jeden) die Rangeleien um die Plätze befeuert. Mit Kruse in einer Doppelrolle: als zusätzlicher Anheizer, aber auch als Ablassventil, wenn zu viel Dampf unterm Kessel ist. Kruse sagte es so: „Der Trainer sorgt für den Druck, ich für den Spaß.“

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