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Kevin Möhwald erzielte gegen Fortuna Düsseldorf sein erstes Bundesliga-Tor mit einem sehenswerten Distanzschuss.

Erstes Bundesliga-Tor bei Startelf-Premiere

Möhwald: „Davon träumt man als Kind“

Bremen - Ein Ritual? Nein, nicht in diesem Fall. Jedenfalls war Kevin Möhwald am Freitagabend nichts davon bekannt, dass er nach seinem ersten Tor in der Bundesliga irgendwelche Mätzchen vor der Mannschaft machen muss. Was ihn durchaus freut.

„Die Rituale, die ich hier bisher erlebt habe, die reichen mir“, lachte der Mittelfeldspieler nach dem 3:1 gegen Fortuna Düsseldorf, zu dem er das 1:0 beigesteuert hatte. Es war bei der Startelf-Premiere das Premierentor für Möhwald, der im Sommer vom 1. FC Nürnberg zu Werder gekommen war. Damals musste er das Einstandsritual durchlaufen – und das soll bei Werder eine ziemlich feucht-fröhliche Angelegenheit sein. 

Sein Tor wurde zu Möhwalds Erleichterung aber nur auf dem Platz gefeiert. Dort aber ausgiebig, denn es war nicht nur ein wichtiges, sondern auch ein besonders schönes Tor gewesen. Die Ablage von Max Kruse, der Schuss aus 20 Metern, der den Ball wie an der Schnur gezogen ins Düsseldorfer Tor schickte – die Freude über diesen Treffer war Möhwald noch lange nach dem Abpfiff anzusehen. Sein Gesicht – ein Gemälde des Glücks. 

Der Moment des Glücks: Kevin Möhwald feiert seinen Führungstreffer gegen die Fortuna.

„Ich habe einfach draufgehalten und war extrem froh, als der Ball im Netz zappelte“, sagte der 25-Jährige und sortierte das Spiel und das Tor in seiner persönlichen Hitliste besonderer Moment „ganz weit oben“ ein: „In der Bundesliga von Anfang an zu spielen und ein Tor zu schießen – davon träumt man ja als kleines Kind.“ Allerdings relativierte er auch: „Es gibt noch deutlich wichtigere Dinge im Leben – vor allem die Familie betreffend. Aber im sportlichen Bereich steht dieser Tag schon weit an der Spitze.“

Kevin Möhwald hat auch einiges an Geduld aufbringen müssen, bis er endlich auch mal ins Rampenlicht rückte. Er war dritte Wahl, zweite Wahl, nun endlich erste Wahl. Die Zeit bis dahin sei „nicht einfach“ gewesen, aber er hat sie mit Optimismus und Eifer gemeistert. 

Hier geht es zur Werder-Einzelkritik gegen Fortuna Düsseldorf: Zweifaches Jokerglück

Möhwalds Fernschuss-Qualitäten gefragt

Trainer Florian Kohfeldt lobt Möhwalds Haltung immer wieder, und selbst sagt der gebürtige Erfurter, dass es ihm „nichts gebracht hätte, wenn ich mich in mein Schneckenhaus zurückgezogen hätte. Denn irgendwann kommt dein Moment, und dann musst du deine Chance nutzen.“ Was er getan hat.

Dass Möhwald – Spitzname „Möh“ – überhaupt in der Startelf stand, hat etwas mit einer offenbar seherischen Kraft bei Kohfeldt zu tun. Seine Überlegungen vor dem Spiel waren diese: Bei zu erwartend viel Ballbesitz und einer engen gegnerischen Abwehr würden Fernschüsse gefragt sein: „Und Möh ist bei uns einer derer, die diese Fernschüsse gut beherrschen. Dass das dann natürlich genauso aufgeht, ist top.“ Findet Möhwald auch.

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