+
Werder-Trainer Florian Kohfeldt (l.) hat eine hohe Meinung von seinem Ex-Spieler Davie Selke: „Er ist auf dem Weg zum kompletten Stürmer.“

Werder vor Spiel gegen Hertha BSC

Kohfeldts Kontakt zu Selke und ganz viel Lob

Berlin/Bremen – Ein Tor, eine Vorlage, Note eins von vielen Sportmedien: Davie Selke ist nach dem 3:0 von Hertha BSC bei Borussia Mönchengladbach der Stürmer der Stunde.

„Wahnsinn“, jubelte Michael Preetz nach dem Spiel über Selke, für den Berliner Manager „ist es nur eine Frage der Zeit, bis er Nationalspieler wird“. Auch Werder-Trainer Florian Kohfeldt steigt vor dem Spiel gegen Hertha am Samstag in die Schwärmerei über den Ex-Bremer mit ein: „Er ist auf dem Weg zum kompletten Stürmer.“ Gerade mit dem Rücken zum Tor habe sich der 24-Jährige extrem verbessert, beim Ballabschirmen und im Passspiel. Außerdem habe Selke eine unheimliche Physis: „Er räumt auch mal den einen oder anderen aus dem Weg.“

Kohfeldt muss das wissen. Als er noch Co-Trainer von Viktor Skripnik war, zunächst bei der U23, später bei den Profis, war Selke sein Spieler. Vier Jahre ist der Stürmer mittlerweile weg aus Bremen, über den Umweg RB Leipzig ist Selke im Sommer 2017 bei Hertha gelandet. Kohfeldt steht mit ihm immer noch in Kontakt: „Wir schreiben uns manchmal.“ Selke sei einfach ein „super umgänglicher Typ“. Dass das am Samstag anders sein wird, ist Kohfeldt klar: „Er hat auf dem Platz diesen wahnsinnigen Wettkampfcharakter, dann kennt er keine Freunde mehr.“

Was Freunde angeht, ist es in Bremen sowieso eine schwierige Sache geworden für Selke. Mit seinem Wechsel nach Leipzig hatte er viele Sympathien bei den Werder-Fans verspielt. Vergangene Saison gab es für Selke im Weserstadion ein gellendes Pfeifkonzert. Der Profi zeigt aber Verständnis: „Ich bin den Leuten nicht böse. So ist nun mal das Geschäft“, sagte Selke der „Berliner Zeitung“ und betonte weiter seine Verbundenheit nach Bremen: „Jeder, der mal bei Werder war, weiß, dass der Club etwas Besonderes ist. Das Umfeld, das Flair, die Leute.“

Schon gelesen? Hertha-Trainer Dardai will Werder mit „verrückter Idee“ überraschen

Selke dank einer Wette zur Top-Form

Überhaupt sei der Wechsel nach Leipzig „nicht leicht für mich“ gewesen, erklärt Selke. „Aber es war so abgesprochen. Und Werder hat eine gute Summe für einen guten Spieler bekommen.“ Acht Millionen Euro waren das damals. Bei RB schaffte Selke allerdings nicht den großen Durchbruch, nach zwei Jahren wollte der Stürmer nur noch weg. Und Werder wollte ihn zurück. Weil die Bremer aber die Ablöse von rund zehn Millionen Euro nicht berappen konnte, schlug Hertha zu.

In Berlin läuft es jetzt gut für Selke, seit dem 13. Spieltag ist er Stammspieler, sammelte seitdem sieben Scorer-Punkte (ein Tor, sechs Vorlagen) und traf auch im Pokal-Achtelfinale gegen die Bayern. Ein Geheimnis seiner Top-Form: eine Wette! Gemeinsam mit seinem Berater und seinem Vater hat Selke gewettet, wer es schafft, einen Monat lang auf Zucker, Weizen- und Milchprodukte zu verzichten. Wer verliert, zahlt in die Urlaubskasse. Das dürfte am Ende wohl kaum Selke sein – denn im Wettkampf kennt er eben keine Freunde.

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Was denkst Du über den Artikel?

Kommentare