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Max Kruse und Claudio Pizarro nach Zielers kuriosem Eigentor.

Von Daniel Cottäus

Kommentar: Eine Leistung wie ein Versprechen

Werder hat die erste Niederlage der Saison kassiert, 1:2 in Stuttgart, um diesen Text direkt mit der schonungslosen Wahrheit zu beginnen.

Verloren, Tabellenplatz fünf statt eins, der zumindest für wenige Stunden möglich gewesen wäre. Das ist Fakt. Fünf und eins – es sind aber auch zwei Zahlen, die klarmachen sollten, dass die Niederlage am Neckar überhaupt keinen Anlass für ernsthafte Enttäuschung liefert.

Werders Saisonstart ist immer noch gut, sehr gut sogar, denn die Mannschaft steht immer noch besser da, als es ihr Außenstehende (und vielleicht sogar die Verantwortlichen selbst) vor der Saison zugetraut hätten. Es gibt das ja im Fußball: Unentschieden, die sich wie Pleiten anfühlen, Siege, nach denen trotzdem keiner zufrieden ist – und nun auch Werders 1:2 in Stuttgart, das die Bremer durchaus als Erfolg verbuchen können. Nicht als Erfolg mit Ertrag, versteht sich. Aber als Erfolg der Entwicklung.

Fotostrecke: Verrücktes Werder-Spiel in Stuttgart

Ein freundlicher Handschlag unter Trainern: Tayfun Korkut und Florian Kohfeldt vor der Partie.
Ein freundlicher Handschlag unter Trainern: Tayfun Korkut und Florian Kohfeldt vor der Partie. © Gumz
In der 9. Minute flankt Kruse von links in den Stuttgarter Strafraum, Osako bringt die Pille im Sprung aus zehn Metern gut aufs Tor - Zieler faustet die Kugel weg.
In der 9. Minute flankt Kruse von links in den Stuttgarter Strafraum, Osako bringt die Pille im Sprung aus zehn Metern gut aufs Tor - Zieler faustet die Kugel weg. © Gumz
Eine Minute später verliert Veljkovic den Ball an Daidavi und reißt den Stuttgarter dann um - Gelb.
Eine Minute später verliert Veljkovic den Ball an Daidavi und reißt den Stuttgarter dann um - Gelb. © imago
Dem ist nichts hinzuzufügen!
Dem ist nichts hinzuzufügen! © Gumz
Was für ein Ball von Didavi in die Gasse auf Donis. Der Angreifer eilt Veljkovic davon, geht am herauseilenden Pavlenka vorbei und vollendet ins leere Tor.
Was für ein Ball von Didavi in die Gasse auf Donis. Der Angreifer eilt Veljkovic davon, geht am herauseilenden Pavlenka vorbei und vollendet ins leere Tor. © imago
Ganz glücklich sieht Werder-Keeper Pavlenka nicht aus, wenn er rauskommt, muss er eigentlich auch den Ball kriegen.
Ganz glücklich sieht Werder-Keeper Pavlenka nicht aus, wenn er rauskommt, muss er eigentlich auch den Ball kriegen. © imago
Gelb-Rot in der 36. Minute: Didavi geht an Veljkovic vorbei und wird dann kurz vor dem Strafraum von dem Bremer zu Boden gerissen. So darf er natürlich nicht hingehen, wenn er schon Gelb hat. Konsequenz: Werder nur noch zu zehnt.
Gelb-Rot in der 36. Minute: Didavi geht an Veljkovic vorbei und wird dann kurz vor dem Strafraum von dem Bremer zu Boden gerissen. So darf er natürlich nicht hingehen, wenn er schon Gelb hat. Konsequenz: Werder nur noch zu zehnt. © imago
Trost von Coach Kohfeldt.
Trost von Coach Kohfeldt. © imago
Gebre Selassie im Duell mit Mario Gomez.
Gebre Selassie im Duell mit Mario Gomez. © imago
Max Kruse im Duell mit Timo Baumgartl.
Max Kruse im Duell mit Timo Baumgartl. © imago
68. Minute: Der Ausgleich - und was für ein kurioser! Sosa macht einen Einwurf auf Keeper Zieler, der lässt den Ball durchrutschen, berührt ihn aber leicht - das Leder trudelt ins eigene Tor.
68. Minute: Der Ausgleich - und was für ein kurioser! Sosa macht einen Einwurf auf Keeper Zieler, der lässt den Ball durchrutschen, berührt ihn aber leicht - das Leder trudelt ins eigene Tor. © imago
Hätte Zieler den Ball nicht mehr berührt, dann hätte der Treffer nicht gezählt. So ist die Freude bei Pizarro und Kruse groß. Zumindest bis zur...
Hätte Zieler den Ball nicht mehr berührt, dann hätte der Treffer nicht gezählt. So ist die Freude bei Pizarro und Kruse groß. Zumindest bis zur... © Gumz
...bis zur 75. Minute Castro trifft trocken ins linke Eck vom Bremer Tor.
...bis zur 75. Minute Castro trifft trocken ins linke Eck vom Bremer Tor. © imago
Gebre Selassie im Duell mit Erik Thommy.
Gebre Selassie im Duell mit Erik Thommy. © imago
Zufrieden sieht anders aus: Werder-Coach Florian Kohfeldt nach der Niederlage.
Zufrieden sieht anders aus: Werder-Coach Florian Kohfeldt nach der Niederlage. © imago

Werder hat gezeigt, was es will und auf welche Weise das klappen soll. Hat auswärts phasenweise begeisternden Fußball geboten, sich auch von Rückschlägen (0:1, Platzverweis) nicht vom eigenen Plan abbringen lassen. Das war nicht fehlerfrei, keineswegs. Vielleicht am Ende, nach dem 1:1, auch nicht clever genug. Aber es war mutig, konsequent, erfrischend. Irgendwie mitreißend – und es ging schief. Dieses Mal. Denn tritt die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt auch in den kommenden Spielen ähnlich selbstbewusst und zielstrebig auf, sind weitere Siege nur eine Frage der Zeit. Dieses Versprechen hat Werder mit der Leistung in Stuttgart abgegeben.

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