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Die Werderwelt war am Freitagabend nach dem Heimsieg gegen Düsseldorf wieder in Ordnung.

Werders schnelle Wandlung

Krise weg, Genuss zurück

Bremen - Der Profi-Fußball ist ein sehr schnelllebiges Geschäft. Alle, die sich in seiner Umlaufbahn bewegen, betonen das immer wieder. Wie schnelllebig, das hat der Freitagabend im Weserstadion eindrucksvoll gezeigt. Zum Spiel gegen den Bundesliga-Letzten Fortuna Düsseldorf war ein Bremer Team angetreten, das aus den fünf Spielen zuvor nur einen Punkt geholt hatte und das so mancher schon im freien Fall Richtung Abstiegszone wähnte.

Nach einem hochverdienten 3:1-Erfolg verließ indes eine Mannschaft des SV Werder den Platz, die nicht nur neue Helden geboren hatte, sondern die nach 14 Spieltagen schon weit mehr erreicht hat als in den vergangenen Jahren. 21 Punkte hat die Truppe von Florian Kohfeldt nun auf dem Konto, was den Trainer zufrieden bilanzieren ließ: „Das ist schon eine Marke. Eine schlechte Hinrunde kann es schon gar nicht mehr werden.“ Von der Krisenstimmung zur Zufriedenheit in nur eineinhalb Stunden – das kann tatsächlich nur der Fußball.

Große Erleichterung bei Kohfeldt

Der Sieg war freilich bitter nötig gewesen, um die Depressionen der letzten Woche zu vertreiben. Nichts wäre schlimmer gewesen, als auch noch gegen das Schlusslicht zu patzen. Weil das erhoffte Gegenteil eintrat, konnte Kohfeldt den Reportern, die nach dem Spiel im Halbkreis um ihn herum standen, seine Seele öffnen. „Ihr kennt mich, ich muss nicht verhehlen, dass mich dieser Sieg glücklich macht. Er war echt wichtig. Deshalb bin ich erleichtert.“ 

Das konnte er auch sein, denn nach schweren Spielen mit unbefriedigenden Resultaten war endlich alles wieder im Werder-Sinn und im Werder-Stil verlaufen. Die taktische Ausrichtung mit der Raute passte zum Gegner, Einstellung und Konzentration der Spieler waren „bemerkenswert“ (Zitat Kohfeldt), und der Trainer selbst bewies mit seiner Aufstellung und seinen Einwechslungen gleich zwei goldene Händchen. 

Josh Sargent feierte einen traumhaften Einstand im Bremer Bundesligateam.

Kevin Möhwald verhalf er zum Startelf-Debüt, Martin Harnik schmiss er als Joker in die Partie und Josh Sargent kam nach 76 Minuten zu seinem lange erwarteten Bundesliga-Debüt. Die Tore erzielten dann auch Möhwald (20.), Harnik (71.) und nur 86 Sekunden nach seiner Einwechslung Sargent – mit seiner ersten Ballberührung (78.). 

Dass Dodi Lukebakio zwischenzeitlich per Handelfmeter für die Fortuna ausgeglichen hatte, war im Nachhinein locker zu verschmerzen. Denn Werder war geglückt, worauf alle gehofft hatten: die Wende! Oder muss man mit diesem Begriff doch lieber noch vorsichtig sein? Der Erfolg über einen vor allem destruktiven Gegner kann grundsätzlich auch nur als Pflichtsieg eingeordnet werden. Als Sieg, der in den noch ausstehenden drei Partien bis zur Winterpause bestätigt werden muss.

Taktik-Analyse: Kohfeldts Änderungen zeigen gegen die Fortuna Wirkung

„Hammerhartes Restprogramm“

„Natürlich kommen da noch ganz andere Aufgaben auf uns zu“, sagt Kohfeldt mit Blick auf die Gegnerliste, auf der noch Borussia Dortmund, 1899 Hoffenheim und RB Leipzig stehen – Clubs mit Meister- und Champions-League-Ambitionen. „Hammerhart“ sei dieses Restprogramm, meint Werder-Verteidiger Sebastian Langkamp. Kohfeldt weiß aber, dass die bereits erreichten 21 Punkten seiner Mannschaft auch Lockerheit für den Endspurt geben könnte. „Wir gehen jetzt anders in diese Spiele. Jetzt können wir sagen: Dann wollen wir mal...“ 

Netzreaktionen: „Denen in Hollywood fällt auch nichts Neues mehr ein...“

Gestatten, Josh Sargent - Werders Captain America.
Gestatten, Josh Sargent - Werders Captain America. © Twitter @indyfifa
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Oder wie Sportchef Frank Baumann es auf der Mitgliederversammlung vor einigen Tagen ausgedrückt hatte: „Wollen wir mal sehen, wie wir sie ärgern können.“ Mit eben diesem Gefühl, so Kohfeldt, „wollen wir da reingehen“. Sebastian Langkamp wollte am Freitagabend jedoch weder an Dortmund, noch an Hoffenheim oder Leipzig denken. Er wollte auch nicht über das Saisonziel und den weiter bestehenden Kontakt zu den internationalen Plätzen sinnieren. Er wollte nur dies: „Einfach alles wegschieben und den Sieg genießen.“

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