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Maximilian Eggestein weiß, wie es sich anfühlt, in Dortmund zu gewinnen.

Vor Topspiel in Dortmund

Eggestein hofft auf Sahins Tipps

Bremen - Max Kruse hatte das Spiel von der linken auf die rechte Seite verlagert, dort folgte der große Auftritt von Maximilian Eggestein. Mit einem Haken ließ er zunächst Raphael Guerreiro ins Leere laufen, dann zog er ab, knallhart, mit links und aus schwieriger Position - der Rest war nur noch Jubel.

Werder gewann das schwere Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund im Dezember 2017 mit 2:1, Eggestein hatte mit seinem 1:0 quasi die Ouvertüre dazu geliefert. Ein Jahr nach dem Erfolg reisen die Bremer nun wieder zum BVB. „Es wäre schön, wenn es nochmal so gut läuft“, sagt der Werder-Profi im Vorfeld der Partie - allerdings wohlwissend, dass sich die Vorzeichen stark verändert haben.

Werder trifft auf das Maß aller Dinge

„Im letzten Jahr war es eine ganz andere Situation. Da war Dortmund mitten in einer schwierigen Phase“, erinnert Eggestein. In der Tat musste BVB-Trainer Peter Bosz nach der Niederlage gegen Werder gehen. Peter Stöger übernahm für den Rest der Saison, ehe im Sommer Lucien Favre kam, um aus Dortmund wieder eine echte Spitzenmannschaft zu machen. Noch immer ungeschlagen, die meisten Tore erzielt und schon neun Punkte Vorsprung auf Bayern München - Schwarz-Gelb ist aktuell das Maß aller Dinge im deutschen Fußball.

„Wir wissen, dass wir einen guten Tag erwischen müssen, um dort etwas mitzunehmen“, sagt Eggestein - und ergänzt: „Dazu wäre es gut, wenn Dortmund nicht seinen allerbesten Tag hat.“ Es sind Worte, die den Respekt vor dem Gegner greifbar machen, an denen sich die Schwere der Bremer Aufgabe ablesen lässt. An einem Plan, wie der BVB vielleicht erstmals in dieser Saison zu knacken ist, arbeiten sie bei Werder aber trotzdem. 

Maximilian Eggestein: Darum ist Delaney so stark

„Viel wird darauf ankommen, dass wir ihre schnellen Unterschiedsspieler nicht zur Entfaltung kommen lassen, wir müssen das Risiko beim Gegenpressing genau abwägen“, betont Eggestein. Der 22-Jährige dürfte dabei an Namen wie Marco Reus, Jadon Sancho oder Christian Pulisic denken. Neben der sportlichen Herausforderung wartet auf Werder in Dortmund auch in dieser Saison noch eine weitere: die atmosphärische. „Schon beim Einlaufen nimmst du die ganze Gewalt des Stadions wahr“, sagt Eggestein, „so laut ist es nirgendwo sonst.“

Vieles spricht, wenn man ehrlich ist, also nicht dafür, dass Werder dem Spitzenreiter ein Bein stellen kann. Und dennoch haben die Bremer einen Mann im Kader, der sich als echter Trumpf entpuppen könnte: Nuri Sahin. „Er hat ja noch Teile der Vorbereitung in Dortmund mitgemacht und kann uns bestimmt ein paar Tipps geben“, sagt Eggestein über den Ex-Dortmunder, der im Dezember 2017 den herrlichen Treffer des Bremers übrigens von der BVB-Bank aus verfolgt hatte. Bei einer etwaigen Neuauflage am Samstag dürfte er sich deutlich mehr freuen.

Maxi Eggestein: Sein Werder-Weg in Bildern

Maximilian Eggestein hat das geschafft, wovon viele nur träumen können: Er ist Profi-Fußballer geworden. Darauf hat der Defensivspieler lange hingearbeitet.
Maximilian Eggestein hat das geschafft, wovon viele nur träumen können: Er ist Profi-Fußballer geworden. Darauf hat der Defensivspieler lange hingearbeitet. © gumzmedia
Maximilian Eggestein
2011 wechselte Eggestein vom TSV Havelse zum SV Werder und stach hervor. So schoss er in der Saison 2012/13 14 Tore für die U17 des Bremer Leistungszentrums. © imago
Zur Spielzeit 2014/15 rückte er in Werders U23 in der Regionalliga Nord auf, wo er sich auf Anhieb als Stammspieler im offensiven Mittelfeld durchsetzen konnte. Im Januar 2015 durfte Eggestein dann erstmals mit ins Trainingslager nach Belek, um sich weiter anzubieten und an den Profibereich gewöhnen zu können.
Zur Spielzeit 2014/15 rückte er in Werders U23 in der Regionalliga Nord auf, wo er sich auf Anhieb als Stammspieler im offensiven Mittelfeld durchsetzen konnte. Im Januar 2015 durfte Eggestein dann erstmals mit ins Trainingslager nach Belek, um sich weiter anzubieten und an den Profibereich gewöhnen zu können. © imago
Im Alter von 17 Jahren und 356 Tagen wohlgemerkt. Das macht ihn hinter Thomas Schaaf (17 Jahre und 353 Tage) zum zweitjüngsten Bundesliga-Spieler der Vereinsgeschichte.
Im Alter von 17 Jahren und 356 Tagen feierte er sein Profi-Debüt. Das macht ihn hinter Thomas Schaaf (17 Jahre und 353 Tage) zum zweitjüngsten Bundesliga-Spieler der Vereinsgeschichte. © gumzmedia
Vollends etablieren konnte sich der Mittelfeldspieler vorerst nicht bei den Profis. Eggestein war zunächst weiter in der U23 gefragt, mit der er im Mai 2015 den Aufstieg in die 3. Liga schaffte.
Vollends etablieren konnte sich der Mittelfeldspieler vorerst nicht bei den Profis. Eggestein war zunächst weiter in der U23 gefragt, mit der er im Mai 2015 den Aufstieg in die 3. Liga schaffte. © imago
Sein Startelfdebüt feierte der gebürtige Hannoveraner über ein halbes Jahr später - im August 2015. Werder gastierte bei Hertha BSC. Das Spiel endete 1:1.
Sein Startelfdebüt feierte der gebürtige Hannoveraner über ein halbes Jahr später - im August 2015. Werder gastierte bei Hertha BSC. Das Spiel endete 1:1. © imago
Mittlerweile ist der Jungprofi gereift, spielt im defensiven Mittelfeld eine immer größer werdende Rolle beim SV Werder.
Mittlerweile ist der Jungprofi gereift, spielt im defensiven Mittelfeld eine immer größer werdende Rolle beim SV Werder. © gumzmedia
Beim 3:0-Sieg gegen Schalke 04 im April 2017 schoss Eggestein sein erstes Tor für die Profis vor der eigenen Fankurve. Davon hatte Eggestein immer geträumt, wie er verriet.
Beim 3:0-Sieg gegen Schalke 04 im April 2017 schoss Eggestein sein erstes Tor für die Profis vor der eigenen Fankurve. Davon hatte Eggestein immer geträumt, wie er verriet. © gumzmedia
Anfang Juli verlängerte der Mittelfeldspieler vorzeitig seinen Vertrag an der Weser.
Anfang Juli verlängerte der Mittelfeldspieler vorzeitig seinen Vertrag an der Weser. © gumzmedia
Maximilian Eggestein
Zu Beginn der Saison 2017/18 war er häufig in der Startelf zu finden und stand in fast allen Partien auf dem Platz.  © gumzmedia
Maximilian Eggestein
Im Herbst 2017 wurde er außerdem erstmals in die deutsche U21-Nationalmannschaft berufen und bestritt die EM-Qualifikation mit dem Team. © imago
Maximilian Eggestein konnte sich während der Saison 2017/18 zu einem unangefochtenen Stammspieler entwickeln.
Maximilian Eggestein konnte sich während der Saison 2017/18 zu einem unangefochtenen Stammspieler entwickeln. © gumzmedia
Am 26. Spieltag konnte er einen wichtigen Treffer gegen den 1. FC Köln erzielen.
Am 26. Spieltag konnte er einen wichtigen Treffer gegen den 1. FC Köln erzielen. © gumzmedia
Auch in der Saison 2018/19 ist Eggestein im zentralen Mittelfeld gesetzt.
Auch in der Saison 2018/19 ist Eggestein im zentralen Mittelfeld gesetzt. © gumzmedia
Im März 2019 wurde Maxi Eggestein dann zum ersten mal von Bundestrainer Joachim Löw für die A-Nationalmannschaft berufen - für einen Einsatz im Testspiel gegen Serbien und im EM-Quali-Spiel reichte es aber noch nicht.
Im März 2019 wurde Maxi Eggestein dann zum ersten mal von Bundestrainer Joachim Löw für die A-Nationalmannschaft berufen - für einen Einsatz im Testspiel gegen Serbien und im EM-Quali-Spiel reichte es aber noch nicht. © Sielski-Press
Maximilian Eggestein hat im April 2019 seinen Vertrag bei Werder Bremen verlängert. Die Bekanntgabe folgte zwei Tage nach der Vertragsverlängerung von Bruder Johannes.
Maximilian Eggestein hat im April 2019 seinen Vertrag bei Werder Bremen verlängert. Die Bekanntgabe folgte zwei Tage nach der Vertragsverlängerung von Bruder Johannes. © gumzmedia

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