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Milot Rashica stand gegen Hertha BSC nicht im Kader von Werder Bremen - und zeigte eine besondere Reaktion.

Kohfeldt über seine Personal-Auswahl

Trotz Tribüne: Rashica zeigt „Spirit, den wir brauchen“

Bremen - Der Moment, als die Mannschaft des SV Werder zurück in die Kabine kam, war für Trainer Florian Kohfeldt fast so schön wie jedes einzelne der zuvor drei erzielten Tore gegen Hertha BSC.

Von den Fans gerade frisch abgefeiert, stapften die Werder-Profis die wenigen Stufen zu ihrem Kabinentrakt hoch, wurden dort von Milot Rashica in Empfang genommen und gleich nochmal abgefeiert. Was daran jetzt besonders sein soll, mögen sich manche fragen. Nun: Laut Kohfeldt ist es „nicht normal“, dass ein nicht für den Kader nominierter Spieler nach Schlusspfiff zum Gratulieren in die Kabine kommt. Rashica hat es seiner persönlichen Enttäuschung zum Trotz getan und damit einen Treffer erzielt, der in keinem Torverhältnis auftaucht. „Das ist der Spirit, den wir brauchen“, lobte Kohfeldt in Richtung Rashica: „Das ist etwas, das mich sehr gefreut hat.“

Kohfeldt sucht Spieler nach System und Gegner aus

Natürlich hätte der 7,5-Millionen-Einkauf des vergangenen Winters schmollen können, weil er es erstmals seit seiner Verpflichtung nicht in den 18er-Kader geschafft hatte. Auch Florian Kainz, nach gutem Spiel in Augsburg plötzlich wieder nur Bankdrücker, „hätte mich zurecht fragen können, ob ich noch alle Latten am Zaun habe“, meinte Kohfeldt. Doch offenbar mault bei Werder niemand, wenn er nicht berücksichtigt wird. Und für den Trainer ist das das Fundament, auf dem sein System aus personellem Wechselspiel und taktischer Variabilität aufgebaut ist.

Mal dieser, mal jener – Kohfeldt sucht stets genau aus, welche Spieler zu welchem System und welchem Gegner passen. Gegen die Hertha war es ein 4-4-2 mit Raute, mit der der Werder-Coach überraschte – und das Personal dazu bildeten neben den Mittelfeldpfeilern Davy Klaassen und Maximilian Eggestein diesmal Yuya Osako, Max Kruse, Martin Harnik und Nuri Sahin – Letzterer agierte statt Philipp Bargfrede auf der „Sechs“.

Pause für Bargfrede? Bewusste Entscheidung für Sahin!

Erklärung Kohfeldt: „Das war keine Entscheidung, um Bargi zu schonen, sondern eine bewusste Entscheidung für Nuri. Ich hatte schon bei seiner Vorstellung gesagt: Nuri gibt uns die Variante, auch von der Sechs die tödlichen Pässe zu spielen.“ Dass es letztlich Sahin-Standards waren, die zu den ersten beiden Bremer Toren führten und die Hertha zur Strecke brachten, darf als willkommene Erweiterung des Repertoires gewertet werden.

Der qualitativ aufgepeppte Kader findet sich trotz Umstellungen und Veränderungen ohnehin in schnellen Schritten zu einer Einheit zusammen und hat bereits acht verschiedene Torschützen (für zehn Tore) ausgespuckt. Auch das ist ein Indiz für eine hohe Leistungsdichte im Kader. Oder wie Kapitän Max Kruse es sagt: „Egal wer spielt: Die Qualität darf nie abfallen. Das ist uns zuletzt gut gelungen.“

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