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Tabellenplatz neun – für Werder Bremen um Trainer Florian Kohfeldt soll das nur eine Momentaufnahme sein. Durch einen Heimsieg gegen 1899 Hoffenheim kann die Mannschaft am Gegner vorbeiziehen.

Vor dem Heimspiel gegen Hoffenheim

Noch viel Arbeit vor dem Fest

Bremen - Thomas Horsch ist Co-Trainer von Florian Kohfeldt und wahrlich kein Mann, der für seine überbordenden Gefühlsausbrüche bekannt ist. Ruhig und sachlich oder norddeutsch-nüchtern – es sind eher Attribute, wie diese, die sich mit dem gebürtigen Bremer in Verbindung bringen lassen.

Kohfeldt selbst lieferte am Dienstag das neueste Beispiel dafür. Während der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim (Mittwoch, 20.30 Uhr) berichtete der Cheftrainer von einem kurz zuvor geführten Gespräch mit Horsch. „Er hat gesagt“, begann Kohfeldt, „es ist ja schon etwas verrückt. Wenn wir gegen Hoffenheim gewinnen, dann sind wir an Hoffenheim vorbei. Und wenn nicht, dann sind wir nicht vorbei.“ Kohfeldt gefiel dieser Satz, sehr sogar.

Der Chefcoach gab ihn öffentlich wieder, um die Bedeutung des Spiels zu relativieren. Dabei geben die letzten beiden Partien des Jahres gegen Hoffenheim und in Leipzig sehr wohl die Tendenz dafür vor, in welche Richtung die Saison für Werder im kommenden Jahr weiterläuft.

Platz neun von 18. Sechs Mal gewonnen, drei Mal unentschieden, sechs Mal verloren. Dazu 25 Tore geschossen und 25 kassiert. Ausgeglichener als die aktuelle tabellarische Bilanz von Werder Bremen kann so eine Bilanz nach 15 Spieltagen in der Bundesliga nicht aussehen. Mit ordentlichen 21 Punkten auf dem Konto befindet sich die Mannschaft nach wie vor auf Schlagdistanz zu den Europapokal-Plätzen, ein Heimsieg gegen Hoffenheim, und Werder wäre voll im Soll.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Bremer von den vergangenen sieben Spielen nur eines gewinnen konnten. Mannschaften wie Mainz (19 Punkte), Leverkusen (18) und Freiburg (17) sind von unten nahe herangerückt. Heißt: Bleiben die Punkte kurz vor Weihnachten aus, droht das Abrutschen ins graue Mittelfeld. Florian Kohfeldt sieht das anders. Der 36-Jährige ist das wöchentliche Einordnen und Bewerten von Werders Tabellensituation inzwischen leid.

„Ich mache vom ersten Spiel an jeden Tag an eine Bewertung. Nach Hannover war das Saisonziel in Gefahr, nach Schalke war das Saisonziel zu niedrig“, zählte der Trainer auf – und hielt fest: „Egal, was in den letzten beiden Spielen passiert, wir stehen danach immer noch in einer Tabellenregion mit einer Punktzahl, die uns alle Möglichkeiten offenlässt.“ Werders Sportchef Frank Baumann stimmte dem zu. Er verwies darauf, dass Werder zu Weihnachten so oder so besser dastehen werde, als in den vergangenen Jahren. Zur Erinnerung: Die Bremer brachten es nach der Hinrunde auf 15 (Saison 2017/2018), 16 (2016/2017), 15 (2015/2016) und 17 Punkte (2014/2015). In all diesen Spielzeiten war allerdings auch nie das europäische Geschäft das Ziel gewesen.

Alle Infos zur TSG 1899 Hoffenheim findest du auf heidelberg24.de*.

Werder würde mit einem Sieg an Hoffenheim vorbeiziehen

„Natürlich ist das Heimspiel gegen Hoffenheim wichtig für uns“, sagte Kohfeldt, „ich möchte es aber nicht zu hoch hängen.“ Anders als noch vor dem Duell gegen Aufsteiger Düsseldorf, als der Trainer einen Sieg gefordert hatte, trat er dieses Mal deutlich zurückhaltender auf, was freilich der Stärke des Gegners geschuldet ist. Die Tatsache, mit einem Sieg an den Kraichgauern (23 Punkte) vorbeiziehen zu können, sei aber schon „ein besonderer Ansporn“. Allein, dass diese Möglichkeit kurz vor Weihnachten überhaupt besteht, wertet Kohfeldt als Anzeichen einer positiven Gesamtentwicklung. Zu recht. Nur muss Werder jetzt aufpassen, dass das bisher schöne Bild der Hinrunde nicht auf den letzten Metern an Glanz einbüßt.

Sorgen deswegen macht sich der Trainer nicht. Das 1:2 in Dortmund habe zuletzt schließlich gezeigt, wie sehr die Mannschaft auch nach Rückschlägen (0:2 hinten, Davy Klaassen verletzt raus) noch an sich glaubt. „Wenn du dann trotzdem so weiterspielst, wie die Jungs es getan haben, dann hast du so viel Überzeugung in dir, wie es mehr gar nicht geht“, betonte der Coach. Ein ähnlicher Auftritt gegen 1899 Hoffenheim – und Kohfeldt sieht aus einer bis dato von ihm mit „gut“ bewerteten Hinrunde noch eine „sehr gute“ werden.

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