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Ex-Werder-Torwart Oliver Reck war bis zum Sommer Trainer bei Kickers Offenbach.

Ex-Werder-Torhüter hat positive Bilanz gegen München

Herr Reck, wie schlägt man die Bayern?

Bremen - Oliver Reck kennt die Zahlen. Wie ein wichtiges Geburtsdatum, die eigene Telefonnummer oder den PIN-Code fürs Handy hat er sie im Kopf abgespeichert. Sie lauten: 28, 12, 8, 8.

Es ist eine auf den ersten Blick nichtssagende Reihe, hinter der sich alles Mögliche verbergen könnte. Bei Reck steht sie für eine sportliche Bilanz, auf die der 53-Jährige bis heute stolz ist. Insgesamt 28 Spiele hat der ehemalige Werder- und Schalke-Torwart während seiner Karriere gegen Bayern München bestritten. Zwölf davon hat er gewonnen, acht verloren, acht endeten unentschieden. Siege gegen die Bayern? Für Reck zwar immer etwas besonders Schönes, aber eben nichts Sensationelles.

„Wir waren damals ja auch auf Augenhöhe“, sagt er. Heute lässt sich das von Werder schon lange nicht mehr behaupten – die aktuelle Bremer Zahlenreihe geht so: 15, 15, 9, 59. Und ihre Dechiffrierung tut durchaus weh: 15 Spiele, 15 Niederlagen, ein Torverhältnis von 9:59. Am Samstag unternimmt Werder nun den nächsten Anlauf, die Negativserie zu beenden. Gute Ratschläge können da sicher nicht schaden. Also, Oliver Reck, wie macht man das bloß, gegen die Bayern zu gewinnen?

Der einstige Werder-Torwart Oliver Reck hat öfter gegen die Bayern gewonnen als verloren. Für ihn kein Wunder: „Wir waren damals ja auch auf Augenhöhe.“

Was folgt, ist ein Lachen in der Leitung. Es klingt herzlich, etwas überrascht auch, aber vor allem: entschuldigend. Denn natürlich hat auch Reck kein Patentrezept parat, schon gar nicht heute, nach so langer Zeit. Stolze 16, fast 17 Jahre sind seit seinem letzten Pflichtspiel gegen die Bayern (damals im Trikot von Schalke) vergangen. Wovon er aber berichten kann, ist das alte Bremer Selbstverständnis. Aus einer Zeit, als Werder gegen Bayern noch ein Spiel war, das die Liga elektrisierte, weil es für zwei Schwergewichte um den Titel ging. Ausgang vollkommen offen.

„Wir hatten damals über viele Jahre hinweg eine sehr starke Mannschaft“, betont Reck, der von 1985 bis 1999 das Werder-Trikot trug. Europokalsieger, Deutscher Meister, DFB-Pokalsieger. Reck hat das alles erlebt. Die Spiele gegen die Bayern waren für ihn dabei „die absoluten Höhepunkte der Saison“. Der Ex-Keeper erklärt: „Mein Geheimnis war, dass ich dann immer besonders motiviert war, weil ich es ihnen zeigen wollte.“ Genau darauf käme es gegen die Bayern an: deren selbstbewusstem Auftreten etwas Vergleichbares entgegenzusetzen.

Zehn Jahre voller Frust: die Werder-Bilanz gegen Bayern

Reck hofft auf Rückkehr der echten Nord-Süd-Gipfel

„Du brauchst die absolute Überzeugung, dass du gewinnen kannst“, sagt Reck. Es ist ein Satz, der auch von Werders Trainer Florian Kohfeldt hätte stammen können. Der 36-Jährige impft seiner Mannschaft genau diese Überzeugung ein, seit er in der Verantwortung steht. Aber ob das heute noch reicht? Reck glaubt es nicht. Dafür hätten sich beide Clubs leistungsmäßig viel zu weit voneinander entfernt. „Die Bayern straucheln. Ich glaube nicht, dass sie Meister werden, denn es ist möglich, ihnen in diesem Jahr ein Bein zu stellen. Aber eher nicht für Werder. Ich denke da an Vereine wie Dortmund, Gladbach oder auch Frankfurt.“

Dass es den alten Nord-Süd-Gipfel schon lange nicht mehr gibt, bedauert Reck, der bis zum Sommer Kickers Offenbach in der Regionalliga trainiert hat, sehr. „Es wäre schön, wenn das irgendwann wiederkommt. Ich würde es Werder wünschen.“

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