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Werder-Trainer Florian Kohfeldt sah sich gegen Hertha BSC oft veranlasst, mit seiner Mannschaft zu schimpfen. Hier gibt‘s klare Worte Richtung Davy Klaassen.

Nach 1:1 gegen Hertha BSC

Plan missachtet: Kohfeldt kritisiert sein Team

Berlin – Klar, der späte Ausgleich von Claudio Pizarro hatte natürlich auch Florian Kohfeldt begeistert. „Aber ich lasse mir keinen Sand in die Augen streuen“, sagte der Werder-Coach nach dem 1:1 in Berlin.

Das Ergebnis war für ihn durchaus okay, der Auftritt seiner Mannschaft nicht. „Wir haben heute das erste Mal seit sehr langer Zeit nicht das gemacht, was wir taktisch besprochen haben“, kritisierte der Coach sein Team, nahm es gleichzeitig aber auch wieder in Schutz. Die Einstellung sei absolut in Ordnung gewesen, und Schiedsrichter Sören Storks habe es den Bremern mit seiner Linie wahrlich nicht einfach gemacht, im Olympiastadion zu bestehen.

„Foul lebensgefährlich“ - Kohfeldt hadert mit Schiedsrichter

„Ich will nicht über den Schiedsrichter meckern“, sagte Kohfeldt: „Hertha hat das gemacht, was der Schiri erlaubt hat. Mit der Härte sind wir nicht klargekommen.“ Ist Werder etwa zu weich? Das wollte Kohfeldt damit auf keinen Fall sagen. In dem Trainer brodelte es gewaltig, doch er wollte sich nicht im Ton vergreifen, nicht zu sehr den Unparteiischen angreifen. Aber er konnte ob der Vorkommnisse auch nicht schweigen. „Das Foul von Niklas Stark an Milot Rashica ist lebensgefährlich. Aufs Standbein, voll drauf. Dass der hier heute ohne Gelbe Karte vom Platz geht, ist nicht zu glauben“, schimpfte Kohfeldt.

Stark hatte nach wenigen Minuten auch schon Klaassen umgesenst. Da war Storks Pfeife unverständlicherweise sogar ganz still geblieben. Weil allerdings der Verdacht einer Notbremse bestand und damit eine Rote Karte möglich gewesen wäre, schaltete sich der Video-Schiedsrichter ein. Die Partie war kurz unterbrochen, Berlins Stark kam aber ungeschoren davon. Immerhin Gelb gab es für Karim Rekik, der Max Kruse nach einer halben Stunde gefällt hatte.

Taktik-Analyse: Werder findet keinen Weg vorbei an der Berliner Mauer

„Wir haben zumindest über 90 Minuten versucht, das Spiel zu machen, und der Gegner hat halt versucht, es zu zerstören“, ließ Kohfeldt durchblicken, was er von der Marschroute der Berliner hielt und forderte: „Wir müssen daran arbeiten, dass wir wieder besser Fußball spielen, um so einen Gegner dann auch zu bestrafen.“

Das war seine Kernbotschaft. Denn Kohfeldt will von seiner Linie, Fußball zu spielen, nicht abrücken. Er will nicht, wie Pal Dardai es mit der Hertha auch mal macht, den Gegner nur bekämpfen. Doch dafür braucht es Qualität und ganz viel Arbeit. „Wir haben die Räume nicht so gefunden und angespielt, wie wir sie anspielen wollten. Das hatte vielleicht auch was damit zu tun, dass man sich in der Woche vor dem Spiel komplett damit beschäftigen muss, was zu tun ist“, monierte der Coach ungewohnt deutlich.

Fotostrecke: Irre! Pizarro kontert Selke spät

Hertha BSC gegen Werder Bremen
Hertha BSC gegen Werder Bremen © gumzmedia
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Kohfeldt: „Werde die Leistung intern sehr kritisch bewerten“

Und sorgte für ein Novum: „In Nürnberg war vielleicht auch der Plan nicht so gut. Heute kann ich es nicht sagen, weil wir ihn nicht mal umgesetzt haben. Ich habe mich da immer mit reingenommen. Heute ist es das allererste Mal, dass ich es nicht tue. Ich werde die Leistung intern sehr kritisch bewerten.“ Schon am Freitag geht es mit dem Heimspiel gegen Stuttgart weiter. Die abstiegsbedrohten Schwaben sind schwer angezählt. Werder geht es da wesentlich besser, daran ändert auch der schwache Auftritt in Berlin nichts. Immerhin hat Pizarro in der Schlusssekunde noch die Führung der Berliner durch den Ex-Bremer Davie Selke (25.) ausgeglichen.

„Ein glücklicher Punkt“, gestanden am Ende alle Grün-Weißen – nicht nur wegen des späten 1:1. Hertha hatte noch zwei Mal das Aluminium getroffen, Werder dagegen offensiv fast gar nichts auf die Reihe bekommen. „Aber die Moral stimmte“, betonte Kohfeldt. Es sei kein Zufall, dass sein Team in bislang jedem Bundesligaspiel getroffen habe: „Immer an dieses Tor zu glauben, nach vorne zu spielen – ich bin zufrieden, dass meine Mannschaft für so etwas steht.“

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