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Milot Rashica war gegen Stuttgart ein ständiger Unruheherd - ein Treffer war ihm jedoch nicht vergönnt. 

Remis gegen Stuttgart und Hertha

Werder hat Probleme mit mauernden Gegnern – und muss das schnell ändern

Bremen - Für einen kurzen Moment wirkte es so, als hätte er sich mit der Richtung vertan, aber das hatte er natürlich nicht. Milot Rashica blieb in der 42. Minute während des Heimspiels gegen den VfB Stuttgart nur eben kein anderer Ausweg mehr.

Aus Höhe des gegnerischen Strafraums dribbelte Werders Angreifer bis fast an die Mittellinie zurück, wo er den Ball an Innenverteidiger Niklas Moisander abtrat: Alles nochmal auf Null, nächster Anlauf, Spielaufbau von vorne – mal wieder.

Gegen enorm defensiv denkende Schwaben tat sich Werder sehr schwer und musste sich schließlich mit einem ernüchternden 1:1 begnügen – der Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt hatte es schlicht an Lösungen gefehlt, um den Gegner zu knacken. Dieses Problem hatte sich schon in den vergangenen Spielen angedeutet, gegen Stuttgart trat es nun besonders deutlich zutage. Das war auch Kohfeldt nicht entgangen.

Eine Aufgabe, die Werder noch nicht hat lösen können

„Gegner aus den unterschiedlichsten Tabellenregionen überlegen sich inzwischen extrem gut, wie sie uns verteidigen können“, sagte der 36-Jährige nach dem Spiel, „das wurde uns in den vergangenen Wochen als Aufgabe gegeben.“ Stand jetzt ist festzuhalten: Es ist eine Aufgabe, die Werder noch nicht hat lösen können.

Nürnberg hat es getan, Augsburg, dann Hertha und nun auch Stuttgart – Werders Gegner stellen sich vermehrt hinten rein – und die Bremer damit vor große Probleme. Nun ist es einerseits natürlich eine Art Anerkennung, eine Respektsbekundung vor dem guten Fußball, den die Bremer spielen können, wenn die Gegner vornehmlich auf Sicherheit setzen. Es ist andererseits aber längst auch ein probates Mittel, um gegen Werder zu punkten.

Ein seltener Moment des Glücks im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart - Klaassens Ausgleichstreffer vor der Pause.

„80 Prozent Ballbesitz für uns in der zweiten Hälfte sagen alles über die Spielweise von Stuttgart. Ab der 15. Minute versuchen sie nur noch, die Bälle hinten rauszukloppen“, haderte Kapitän Max Kruse – und betonte: „Es ist natürlich unser Fehler, dass wir in den ersten zehn Minuten nicht wach waren.“

Keine Frage: Das frühe 1:0 durch Steven Zuber (2.) spielte den Gästen voll in die Karten. Trotzdem blieb Werder danach mehr als genug Zeit, um einen Weg durch die dicht gestaffelte Abwehrreihe des Gegners zu finden, was nicht gelang. Der Statistik-Dienst „opta“ hat ermittelt, dass Werder während des ersten Durchgangs nur drei Ballaktionen im gegnerischen Strafraum hatte. Da war es fast bezeichnend, dass der Bremer Ausgleich aus einem Distanzschuss von Davy Klaassen resultierte (45.). 

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Werder hat immer noch alle Möglichkeiten

„Ja, heute war es zäh, das muss man ehrlich sagen“, räumte Verteidiger Sebastian Langkamp ein. Und auch, dass ein 1:1, dazu noch vor eigenem Publikum, gegen einen Abstiegskandidaten für Werders Ansprüche viel zu wenig ist: „Dessen müssen wir uns bewusst sein. Wir haben uns das Ziel ja selber hochgesteckt.“

Dieses Ziel, es heißt freilich auch nach dem 23. Spieltag weiterhin Europa. Langkamp: „Wir revidieren da jetzt nichts. Am Ende wird abgerechnet, und entweder haben wir es dann geschafft oder nicht.“ Mit nunmehr 32 Punkten auf dem Konto – im Vorjahr waren es 23 zum selben Zeitpunkt – hat Werder immer noch alle Möglichkeiten. 

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Werder Bremen gegen VfB Stuttgart
Werder Bremen gegen VfB Stuttgart © gumzmedia
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Spätestens seit Freitagabend ist aber klar, dass die Mannschaft in den restlichen Spielen auch mal gegen Teams von oben gewinnen muss. „Wir brauchen jetzt den einen oder anderen Überraschungssieg“, forderte Langkamp, und vielleicht liegen Werder die Spiele gegen fußballerisch bessere Gegner auch einfach mehr. Dass die Mannschaft aus sechs Partien gegen die Kellerkinder Stuttgart (2:3 und 1:1), Hannover (1:1 und 1:0) und Nürnberg (1:1 und 1:1) nur einen einzigen Sieg verbucht hat, spricht dafür.

Florian Kohfeldt wird das Stuttgart-Spiel per Videoanalyse nun auseinandernehmen. Vielleicht sogar noch etwas intensiver, als er es ohnehin mit jeder Partie tut. „Das war ein Analysespiel“, sagte er. „Wie kommst du aus dem Positionsspiel in die nächste Aktion?“ Oder: Was tun gegen mauernde Gegner? Im Heimspiel gegen Augsburg (4:0) hatte Werder den Spieß einfach umgedreht, und dem Gegner den Ball überlassen, womit der FCA überhaupt nicht zurechtkam. 

„Da haben wir den Schlüssel gefunden“, erinnerte Kohfeldt, der freilich nicht jede Woche zu diesem Mittel greifen kann. Es muss und soll auch spielerisch funktionieren, sprich auf die eigene Fußball-Art: „Wir müssen da schnell die nächsten Steps machen.“ Nur gehe das eben nicht immer so fix wie erhofft. Warme Worte für den Werder-Coach gab es nach dem Stuttgart-Spiel von TV-Experte Matthias Sammer. „Er hat mir mit auf den Weg gegeben: Ruhig bleiben, auch wenn es wehtut und Entwicklung manchmal dauert.“

Fest steht: Am liebsten hätte Kohfeldt schon vor dem nächsten Spiel in Wolfsburg (Sonntag, 18.00 Uhr) eine Lösung gefunden. Schaden würde es nicht, denn für Max Kruse ist die Sache jetzt schon klar: „Das wird ein Endspiel um Europa.“

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