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Davy Klaassen macht derzeit eine schwache Phase durch.

Kohfeldt erklärt das Formtief 

Das Schwächeln der Stars

Bremen - Fast ein Jahr lang war Werder im Weserstadion unter Florian Kohfeldt unbesiegt. Das ist längst Vergangenheit. Nach dem achten Spieltag war Werder Tabellendritter. Auch das ist längst Vergangenheit. Die Bremer sind nach nur einem Punkt aus fünf Spielen ins Mittelmaß abgerutscht.

Das sehr hochgesteckte Ziel Europa gerät nicht nur in Gefahr, sondern Werder könnte jetzt auch ziemlich rasant in der Tabelle durchgereicht werden. Nach der 1:2-Heimpleite gegen die Bayern gestand Trainer Florian Kohfeldt: „Wir sind individuell alle nicht mehr auf dem Level, wie wir es vielleicht in der Phase Hertha, Wolfsburg waren.“ Werder schwächelt, weil vor allem die Stars schwächeln. 

Führungsspieler haben einen Durchhänger

Über Max Kruse wurde schon viel geschrieben. Der Kapitän ist längst nicht mehr der gefürchtete Unterschiedsspieler. Gegen die Bayern gehörte er immerhin zu den besseren Bremern und bereitete ziemlich stark den Ausgleich von Yuya Osako vor (33.). Der Torschütze fiel fast nur durch diese Szene auf. 

Ähnlich schwach agierten im Spiel nach vorne auch Davy Klaassen und Maximilian Eggestein. Das Duo hatte in den ersten Spielen verlässlich starke Leistungen gezeigt. Eggestein führt sogar mit vier Toren die interne Torschützenliste an. Von weiteren Treffern scheint der 21-Jährige aktuell allerdings weit entfernt. 

Werders Maximilian Eggestein wirkte zuletzt etwas überspielt.

„Maxi hat eineinhalb Jahre durchgespielt, dazu kommen noch seine Einsätze in der U21-Nationalmannschaft“, versuchte Kohfeldt, den Durchhänger des Mittelfeldspielers zu erklären. Und bei Klaassen würde sich bemerkbar machen, dass der 25-Jährige beim FC Everton ein Jahr lang nicht gespielt hat. „Es war klar, dass er bei uns irgendwann vom Rhythmus her sein Toplevel nicht halten kann“, meinte der Coach und betonte: „Die Jungs haben am Limit gespielt. Ich werde sie nicht infrage stellen, denn wir wollen uns entwickeln.“ 

Das ist in der aktuellen Verfassung allerdings schwierig. Denn das Formtief betrifft auch viele andere Profis: Niklas Moisander zum Beispiel, aber auch Ludwig Augustinsson oder Theodor Gebre Selassie. Dem erfahrenen Nuri Sahin gelingt es auch nicht, seinem Team den richtigen Weg zu weisen. „Jeder muss hart arbeiten und in den Spiegel schauen, was er besser machen kann“, forderte Moisander. 

Der Finne monierte die hohe Anzahl an Fehlern in der Defensive und nahm sich dabei nicht aus. Bei beiden Toren des Ex-Bremers Serge Gnabry (20. und 50.) hatte er nicht optimal agiert. Moisander kritisierte aber auch die Einstellung: „Wir haben vielleicht ein bisschen zu viel Respekt gezeigt. Das ist das Schlimmste, was du gegen die Bayern machen kannst. Im Moment haben wir den Mut nicht.“ 

Ganz so dramatisch sah es Kohfeldt nicht. Dem Trainer war ganz wichtig, deutlich zu machen, „dass wir uns gegen die Bayern nicht hinten reingestellt haben. Das war hier schon mal anders. Das war ein anderes Niveau.“ Er erinnerte dabei an die Phasen, „als die Bayern hier 80 Prozent Ballbesitz hatten“. Diesmal waren es nur 56 Prozent. Und Kohfeldt hob Phasen hervor, „wo wir unser Spiel durchgedrückt haben“.

„Must-Win-Match“ gegen Düsseldorf

Nach dem Gegentor war das gewesen – und das 1:1 hatte mit Kruses Vorarbeit auch eine schöne Vorgeschichte, war also kein Glückstreffer. Für Kohfeldt ein Mutmacher. Er will sich jetzt nicht die ganze Saison kaputt reden lassen. Moisander sprang ihm dabei verbal zur Seite: „Wir haben unter Florian ein Jahr lang super gespielt. Er arbeitet sehr hart daran, dass wir wieder gewinnen.“ Viel Zeit bleibt allerdings nicht. 

Schon am Freitag geht es weiter. Dann kommt Aufsteiger Fortuna Düsseldorf ins Weserstadion. Für Außenverteidiger Augustinsson ein absolutes „Must-Win-Match“. Der Druck für Werder könnte kaum noch größer sein. Und Kohfeldt versuchte es erst gar nicht, auch nur ein bisschen gegenzusteuern: „Ich muss hier keinen Blödsinn erzählen, Freitag müssen wir gewinnen und wir werden auch gewinnen.“

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