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Bei Werder Bremen herrschte nach dem sehr späten Siegtor gegen Eintracht Frankfurt grenzenloser Jubel.

2:1 in Frankfurt von Pavlenka-K.o. überschattet

Schwerer Schock, später Jubel

Frankfurt - Ein Siegtor in der sechsten Minute der Nachspielzeit, ein Torhüter bewusstlos am Boden, ein frecher 18-Jähriger, der ihn vertreten musste, eine frühe Rote Karte und mal wieder ein Videobeweis als Nervenprobe – das Spiel des SV Werder bei Eintracht Frankfurt lieferte am Samstag Geschichten und Gesprächsstoff ohne Ende.

Die wichtigste von allen: Werder hat das turbulente Spiel gewonnen und damit die Gefahr eines Fehlstarts abgewendet. Zu verdanken war das Milot Rashica, der mit einem Freistoß kurz vor dem Abpfiff zum 2:1 (1:0) getroffen hatte. Überschattet wurde die Partie von Sorgen um Werder-Keeper Jiri Pavlenka, der bei einem schweren Zusammenprall hart im Gesicht getroffen worden und bewusstlos am Boden liegen geblieben war.

Plogmann kommt für Pavlenka

Pavlenka kam zwar wieder zu sich, musste aber in die Kabine getragen werden. Von dort kam dann später eine vorsichtige Entwarnung: Vermutlich keine Brüche im Gesicht, aber eine Gehirnerschütterung wird es schon sein. Pavlenka wurde vorsichtshalber in ein Frankfurter Krankenhaus gebracht. „Er wird dort untersucht und kommt erst am Sonntag zurück nach Bremen“, sagte Frank Baumann.

Passiert war das Unglück in der 48. Minute. Pavlenka wollte eine Kopfballrückgabe von Ludwig Augustinsson wegfischen, der Frankfurter Mijat Gacinovic aber auch. Es krachte, es gab Elfmeter und Pavlenka lag ausgeknockt auf dem Rasen. Großer Schreck, große Bestürzung bei den Kollegen. Für Pavlenka rückte Luca Plogmann zwischen die Pfosten und kam mit gerade mal 18 Jahren zu seinem Bundesliga-Debüt. Plogmann führte sich auf dem Weg ins Tor mit einem Rempler gegen Frankfurts Elfmeterschützen Sebastien Haller ein. Das war nicht unbedingt die feine Art und brachte auch nichts. Sekunden später musste Plogmann den Ball aus dem Netz fischen.

Der Moment, der ein Spiel kippen lassen kann: Jiri Pavlenka liegt ausgeknockt auf dem Boden.

1:1 – der Ausgleich und seine Umstände zeigten Wirkung bei Werder. Bis dahin waren die Gäste vor 50.000 Zuschauern in der Commerzbank-Arena das bessere Team gewesen. Zudem spielten sie seit 32. Minute sogar in Überzahl, weil sich Eintracht-Verteidiger Jetro Willems eine Tätlichkeit gegen Theodor Gebre Selassie geleistet hatte. Doch all diese Vorteile waren plötzlich weg – wegen Pavlenka. „Es war ein Schock“, gestand Mittelfeldmann Davy Klaassen. „So ein Vorfall macht etwas mit einer Mannschaft. Es ist eine schwierige Situation, wenn da ein Kollege bewusstlos vor einem liegt“, sagte auch Trainer Florian Kohfeldt, der einerseits Verständnis zeigte, aber auch immer unzufriedener wurde mit seinem Team. „Wir haben unsere Struktur verloren“, monierte er.

Die Eintracht drängte, Werder wankte. „Das müssen wir fußballerisch besser lösen“, forderte Kohfeldt, der deutlich glücklicher gewesen war mit der Leistung, als auf dem Platz noch Gleichheit der Kräfte herrschte: „Da hatten wir viele Chancen, haben gut gespielt.“ Der Ertrag war das 1:0 durch Yuya Osako, dessen Tor allerdings erst nach Einsatz des Videobeweises zählte (21.). Eine knappe Minute verging zwischen Tor und dessen Anerkennung. Kohfeldt verständnislos: „Das war ganz klar kein Abseits von Yuya. Wieso dauert so etwas dann eine Minute?“ Werder hatte in der Folge noch zwei gute Chancen, auf 2:0 erhöhen, und alles deutete auf einen sicheren Sieg hin.

Große Erleichterung vor der Länderspielpause

Doch tatsächlich brauchte Werder am Ende den Zauberschuss des spät eingewechselten Rashica, um den ersten Dreier der Saison einzufahren. Den Freistoß hatte der kosovarische Nationalspieler selbst erzwungen, dann trat er an und jagte den Ball an Rückkehrer Kevin Trapp vorbei im Eintracht-Tor vorbei ins Eck. Große Erlösung bei Werder, große Freude auf der Bank. „Es war sehr, sehr emotional am Ende“, gestand Kohfeldt. Ein Unentschieden wäre kein Fortschritt gewesen, der Sieg dagegen hievt Werder ins obere Drittel der noch wenig aussagekräftigen Tabelle. „Da ist schon sehr viel Erleichterung“, räumte Baumann ein. Denn nun geht es mit dem beruhigenden Gefühl von vier Punkten in die Länderspielpause. Erst in zwei Wochen geht es weiter – Gegner im Weserstadion ist dann der 1. FC Nürnberg.

Werder überbrückt die Zeit mit Testspielen in Leer am Dienstag (Gegner: FC Emmen aus der Eredivisie der Niederlande) und am Samstag in Cloppenburg (Gegner: Drittligist SV Meppen). Dann fehlen zwar die Nationalspieler, dafür wird Last-Minute-Einkauf Nuri Sahin seinen Einstand geben.

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Werder Bremen feierte in letzter Sekunde einen 2:1-Sieg gegen Eintracht Frankfurt.
Werder Bremen feierte in letzter Sekunde einen 2:1-Sieg gegen Eintracht Frankfurt. © dpa
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Werder Bremen feierte in letzter Sekunde einen 2:1-Sieg  gegen Eintracht Frankfurt. © gumzmedia
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Werder Bremen feierte in letzter Sekunde einen 2:1-Sieg  gegen Eintracht Frankfurt. © dpa
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Werder Bremen feierte in letzter Sekunde einen 2:1-Sieg  gegen Eintracht Frankfurt.n
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