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Florian Kohfeldt hatte in Freiburg am Ende das Glück auf seiner Seite und schrie seine Freude über den Punktgewinn heraus.

1:1 gegen den SC Freiburg

Viele Probleme und ein Punktgewinn

Freiburg - Irgendwann in der Schlussphase waren sie plötzlich da, diese Gedanken, die kein Trainer der Welt gerne hat – und Florian Kohfeldt konnte nichts gegen sie tun. Im Auswärtsspiel beim SC Freiburg lag seine Mannschaft am Sonntagnachmittag mit 0:1 hinten, als sich der Werder-Trainer schon mit einem äußerst unangenehmen Szenario konfrontiert sah.

Niederlage gegen Leverkusen, Niederlage in Mainz, Niederlage gegen Gladbach – und nun auch in Freiburg? Aus dem anfänglichen Bremer Aufschwung wäre dadurch endgültig eine handfeste Bremer Krise geworden. „Ich habe mir überlegt, was das für uns bedeutet hätte“, sagte Kohfeldt – und hielt fest: „Jetzt bin ich froh, dass ich keine vierte Niederlage am Stück erklären muss.“

Augustinsson mit Torriecher

In der Nachspielzeit hatte Ludwig Augustinsson den Treffer zum 1:1-Endstand erzielt. Es war ein Tor, das es dem Bremer Lager erlaubte, einen äußerst durchwachsenen Auftritt in milderem Licht erscheinen zu lassen. Eckball Max Kruse, Unordnung im Freiburger Strafraum, dann ein Stockfehler von Lucas Höler – und Augustinsson wurde zu Werders Mann des Tages. 

Aus kurzer Distanz drosch der Linksverteidiger den Ball in der zweiten Minute der Nachspielzeit ins Netz, was für eine regelrechte Explosion auf der Werder-Bank sorgte. Kohfeldt sprang auf, rannte bis weit aufs Feld, die Hände dabei zu Fäusten geballt – das Schlimmste hatte seine Mannschaft gerade noch einmal abgewendet. „Natürlich bin ich nicht vollständig zufrieden, weil ich das Spiel gewinnen wollte“, sagte der Trainer, „es war unter dem Strich aber ein verdienter Punkt.“

Gemessen an Einsatzwille und Moral sicher keine falsche Einschätzung. Die Bremer hätten sich am Ende aber auch nicht beklagen dürfen, wenn sie gegen über weite Strecken gefährlichere Freiburger mit leeren Händen dagestanden hätten. Kohfeldt hatte vor dem Spiel angekündigt, seine Elf würde „mit Wut im Bauch und voller Tatendrang“ in den Breisgau reisen. Davon war während der ersten 20 Minuten allerdings nicht viel zu sehen. Die Gastgeber fanden besser ins Spiel, ohne die ganz großen Chancen zwar, aber eben wacher und entschlossener auf dem Weg nach vorne. 

Pascal Stenzel (17.), der Ex-Bremer Jerome Gondorf (18.), Marco Terrazzino (25.) und der starke Luca Waldschmidt (27.) kamen zu Abschlüssen und lieferten einen Vorgeschmack darauf, dass Werder ein ziemlich arbeitsreicher Nachmittag bevorstehen würde. „Wir hatten Freiburg nicht mit einer Dreierkette erwartet“, räumte Kohfeldt später ein. Deswegen habe sein Team Probleme mit den Verlagerungen gehabt.

Einzelkritik: Ohne Pavlenka wäre Werder untergegangen

Martin Harnik konnte die unfreiwillige Vorlage von Freiburgs Keeper Alexander Schwolow nicht nutzen.

Werder war für seine ersten Chancen auf Freiburger Mithilfe angewiesen. Jeweils Torhüter Alexander Schwolow brachte Martin Harnik mit Patzern in gute Positionen, der Bremer Angreifer nutzte sie aber nicht aus (21./31.). Die dickste Möglichkeit ließ allerdings Davy Klaassen liegen, der nach butterweicher Flanke von Startelf-Debütant Johannes Eggestein zu unplatziert aufs Tor köpfte (33.). 

Kohfeldt hatte im Mittelfeld kurz zuvor auf eine Raute umgestellt, was seiner Mannschaft mehr Stabilität zu verleihen schien, als es hinten den großen Rückschlag gab. Nach einem Waldschmidt-Schuss flog der Ball an die Hand von Niklas Moisander – Schiedsrichter Bastian Dankert entschied nach Einsatz des Videobeweises zurecht auf Strafstoß, und Waldschmidt verwandelte eiskalt (42.). Klaassen verpasste kurz danach den Ausgleich, weil Schwolow bei seinem Distanzschuss zur Stelle war (45.).

Augustinsson mit dem richtigen Riecher

Pavlenkas Paraden halten die Partie offen

„In der Pause habe ich den Jungs gesagt, dass sie jetzt nicht auf Teufel komm’ raus nach vorne spielen sollen“, berichtete Kohfeldt. Das war zuletzt schief gegangen. Mit Kontrolle zur Wende, so lautete der Plan. In der 50. Minute wäre er beinahe schon hinfällig gewesen. Nachdem Waldschmidt völlig frei vor Jiri Pavlenka aufgetaucht war, bewahrte der Torhüter die Gäste mit einer starken Fußabwehr vor dem 0:2 (50.). 

Es war der Auftakt einer ganzen Reihe von Paraden, die Pavlenka bis zum Schlusspfiff noch zeigen sollte. Ob gegen Gondorf (59.) oder später gegen Höler (85.) – Werders Nummer eins war zur Stelle. „Er hat uns im Spiel gehalten“, sagte Werders Sportchef Frank Baumann.

In der 87. Minute hatte aber auch Pavlenka Glück, als Höler nur den Pfosten traf. Nachdem die Bremer Joker Claudio Pizarro (79.) und Yuya Osako (82.) gute Chancen vergeben hatten, sorgte Augustinsson für die späte Erlösung. „Ich habe versucht zu riechen, wo der Ball hinkommt und dann nicht mehr viel nachgedacht“, sagte er. Die unangenehmen Gedanken seines Trainers an eine mögliche vierte Pleite hatte er so vertrieben.

Fotostrecke: Waldschmidts Elfmeter und Augustinssons Last-Minute-Tor

Werder Bremen gegen den SC Freiburg
Werder Bremen gegen den SC Freiburg © dpa
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