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Christian Jürgensen gilt bei Weiche Flensburg als Vorweg-Marschierer.

Coach Jurgeleit der Vater des Erfolges

Pokal-Gegner Flensburg: Jugendlicher Elan und jahrelange Erfahrung

Flensburg/Lübeck - Von Cord Krüger. Vielleicht wird Fin Bartels seine Kollegen vor Christian Jürgensen warnen – dem zweikampfstarken Kapitän und Vorweg-Marschierer des SC Weiche Flensburg 08. Jürgensen ist die Institution und Allzweckwaffe des Viertligisten, der Werder Bremen am Mittwoch (18.30 Uhr) in der zweiten Runde des DFB-Pokals herausfordert.

Womöglich kommt es Bartels, dem verletzten Bremer Stürmer, gar nicht ungelegen, dass er einem Duell mit der Abwehrkante aus dem Weg geht. Denn Jürgensen ist der Typ Spieler, den man als Gegner nicht so gerne hat. Obwohl: „Jürgis“ Position selbst steht noch gar nicht fest. Denn in dieser Saison musste er schon als Sechser, Zehner und natürlich Innenverteidiger ran.

Seine beachtliche Bilanz: drei Tore und eine Vorlage. Doch Weiches Leitwolf bedauert schon jetzt, dass Bartels nach seinem Achillessehnen-Riss im Dezember noch nicht für die Bremer mitmischen kann. „Mit dem bin ich noch aus Kieler Zeiten befreundet“, verriet der 33-Jährige dem „Flensburger Tageblatt“. Eine lange Freundschaft: 2007 standen beide in zehn Regionalliga-Spielen für Holstein Kiel auf dem Platz – Bartels im Angriff, Jürgensen im Abwehrzentrum.

Jurgeleit seit acht Jahren Weiche-Trainer

Danach trennten sich ihre Wege – Bartels zog es über Hansa Rostock und den FC St. Pauli an die Weser, Jürgensen kehrte 2013 nach sechs Kieler Jahren und 145 Spielen inklusive Drittliga-Aufstieg mit den „Störchen“ zurück in seine Heimatstadt Flensburg.

Vom Wechsel überzeugt hatte ihn Daniel Jurgeleit, damals wie heute Weiches Trainer und 2012 Vater des Aufstiegs in die Vierte Liga. Seit acht Jahren hat der Ex-Profi in Flensburg das sportliche Sagen – nur ein Beleg von vielen für eine im Fußball selten gewordene personelle Konstanz.

Ein Jahr Kohfeldt: Er kann auch eine Klatsche gut erklären

Stammkeeper Florian Kirschke zählt wie Jürgensen, Sechser Nedim Hasanbegovic, Zehner Florian Meyer und Rechtsaußen Ilidio Pastor Santos schon seit fünf Serien zum Club, die Verteidiger Jonas Walter (Wadenzerrung/Einsatz fraglich) und Patrick Thomsen gar seit acht Spielzeiten. Um sie herum baut Jurgeleit Sommer für Sommer seinen Kader nur punktuell um, nimmt Talente aus der Region oder vereinzelt Routiniers dazu.

Flensburg warf Bochum aus dem DFB-Pokal

Seit Jahren bugsiert diese Mischung aus jugendlichem Elan und jahrelanger Erfahrung Weiche in die oberen Sphären der Tabelle. Verdienter Lohn: das „Double“ aus Gewinn des Landespokals sowie der Meisterschaft in der Regionalliga Nord in der Vorsaison. Dass es in den Aufstiegsspielen gegen Energie Cottbus nicht zum Sprung in die Dritte Liga reichte, ließ an der Förde jedoch niemanden in Depressionen verfallen.

Der Trost für den verpassten Aufstieg war die erstmalige Teilnahme am DFB-Pokal mit einem Coup in der ersten Runde. Gegen das von Werders Ex-Coach Robin Dutt trainierten VfL Bochum gelang dem aktuellen Dritten der Regionalliga Nord ein 1:0-Erfolg. Kevin Schulz traf zum goldenen Tor. Es ist also Vorsicht geboten vor den Flensburgern – nicht nur wegen Käpt‘n „Jürgi“.

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