+
68. Minute: Der Ausgleich - und was für ein kurioser! Sosa macht einen Einwurf auf Keeper Zieler, der lässt den Ball durchrutschen, berührt ihn aber leicht - das Leder trudelt ins eigene Tor.

VfB Stuttgart gegen Werder Bremen

Zieler lacht über Einwurf-Eigentor: „Ist doch scheißegal...“

Stuttgart - 1982 war es Jean-Marie Pfaff gewesen, der sich einen Einwurf von Uwe Reinders mit den Fingerspitzen selbst ins Tor lenkte.

So unfassbar war das Tor damals, dass angenommen werden durfte, etwas Ähnliches kein zweites Mal mehr zu sehen zu bekommen. Und doch ist es passiert. 36 Jahre später. Und wieder mit Bremer Beteiligung. Ron-Robert Zieler, Schlussmann des VfB Stuttgart, hat sich beim 2:1 über Werder Bremen ebenfalls einen Einwurf selbst ins Netz gelegt – und dabei den Kuriositätspegel nochmal weiter nach oben geschraubt. Während bei Pfaff der Einwurf von einem Gegenspieler kam, war es in Stuttgart in Borna Sosa der eigene Mann, der den Ball Richtung Zieler geworfen hatte.

„Ich konnte es nicht glauben, als es passiert ist“

Er sei „überrascht“ gewesen, dass der Einwurf in seine Richtung kam, sagte Zieler später bei „Sky“: „Ich habe das gar nicht mitbekommen.“ Er richtete sich gerade noch die Schienbeinschoner, schreckte dann auf und wollte den Ball mit dem Fuß stoppen, touchierte ihn auch leicht, ließ ihn aber über den Spann rutschen. Wäre er weggeblieben, hätte der Einwurf-Treffer gar nicht gezählt. Denn das Regelwerk sagt: Aus einem Einwurf darf direkt kein Tor fallen. Es hätte Ecke gegeben, wenn Zieler nichts getan hätte. Ein ziemlicher Blackout also. „Ich konnte es nicht glauben, als es passiert ist", sagte VfB-Trainer Tayfun Korkut und seufzte: „Ich habe das Gefühl, dass ich in meiner Trainer-Karriere alles erleben muss."

Der Moment des Geschehens.

„Zum Glück ist ja alles gut gegangen“, meinte Zieler, der das Slapstick-Tor wegen des 2:1-Erfolgs gut wegpacken konnte. Lachend sagte er: „Heute war bestimmt nicht alles gut, aber wir haben den ersten Sieg. Nur das zählt.“ Und sein Aussetzer sei für ihn letztlich nur eine Randnotiz: „Da wird mir jetzt zu viel drüber gesprochen. Das Tor ist doch scheißegal. Das klären wir intern.“ In dieser Hinsicht hatte er es leichter als Pfaff anno 1982. Durch dessen Fehler verlor der FC Bayern damals mit 0:1 gegen den SV Werder.

Mehr zum Spiel

Einzelkritik: Der rabenschwarze Arbeitstag des Milos Veljkovic

Spielbericht: Erste Werder-Pleite trotz megakuriosem Einwurf-Eigentor

Stimmen zum Spiel - Eggestein: „Unsere Chancenverwertung war zu schlecht“

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Was denkst Du über den Artikel?

Nichts mehr verpassen

Kommentare