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Will mit Werder seinen Ex-Club Borussia Dortmund ärgern: Nuri Sahin.

Werder-Profi spricht über seine Rückkehr nach Dortmund

Sahin: „Es wird nicht schwer für mich, auf der anderen Seite zu stehen“

Dortmund - Zum ersten Mal in seinem Leben muss Nuri Sahin am Samstagabend gegen seinen Herzensverein spielen. Und kurz davor wird der Werder-Profi auch noch offiziell von Borussia Dortmund verabschiedet – vor über 80000 Zuschauern im Signal-Iduna-Park.

Emotionaler geht es kaum, doch Sahin, der 14 Jahre lang das BVB-Trikot getragen hat, geht das Duell recht entspannt an. „Spiele gegen Dortmund müssen nicht wirklich sein. Aber ich glaube nicht, dass es schwer für mich wird, auf der anderen Seite zu stehen. Denn ich bin ja nicht im Streit aus Dortmund gegangen, sondern ich habe ein tolles Verhältnis zum Verein, zu den Verantwortlichen und zur Mannschaft“, sagt der 30-Jährige im Interview mit dem Iserlohner Kreisanzeiger.

Werder-Neuzugang Sahin schwärmt noch immer vom BVB

Von seinem Ex-Club ist er immer noch begeistert und wundert sich nicht, dass die Borussia in der Tabelle ganz oben steht. Schon vom ersten Training unter dem neuen Coach Lucien Favre sei er begeistert gewesen: „Da war eine ganz andere Dynamik drin. Er war ganz klar in seinen Ansagen: Das will ich, das werden wir machen, das sind die Ideen. Die erste Übung war: Spielaufbau durch den Torwart. Das hatte ich relativ selten, dass die erste Trainingsübung, die du in der Vorbereitung machst, sofort Spielaufbau durch den Torwart ist. Ich dachte nur: Geil, so muss Fußball aussehen.“

Trotzdem entschied sich Sahin Ende August zum Wechsel nach Bremen. Durch die Verpflichtung von Thomas Delaney und Axel Witsel sei es für ihn im Mittelfeld eng geworden. „Ich hätte auch in Dortmund bleiben können und hätte sicherlich auch meine Spielanteile bekommen. Aber dann kam der Anruf aus Bremen und da hatte ich das Gefühl: Das passt. Das war genau das, was ich mir vorgestellt hatte“, berichtet Sahin. 

Seinen Wechsel bereut der 52-fache türkische Nationalspieler nicht, obwohl die Borussia von der Meisterschaft träumen darf und er in Bremen auch kein Stammspieler geworden ist. „Ich habe schon kommen sehen, dass Borussia Dortmund um Titel spielen wird. Ich hätte nochmal Deutscher Meister werden können, denn ich gehe davon aus, dass die Jungs das dieses Jahr schaffen. Aber das war nicht meine Motivation“, sagt Sahin und beschreibt seine aktuelle Situation so: „Ich habe von zwölf möglichen Spielen sieben oder acht gemacht, was okay ist. Am Anfang habe ich gute Spiele gemacht, zuletzt habe ich nicht ganz das gezeigt, was ich leisten kann. Ich denke, ich spiele auch in der Kabine eine gewichtige Rolle und ich habe ein gutes, offenes Verhältnis zum Trainer. Aber was mir fehlt, ist die Vorbereitung. Denn die Art, wie wir Fußball spielen wollen, ist schon speziell, da musst du genau wissen, was auf deiner Position zu tun ist – und das wurde in den sechs Wochen der Vorbereitung erarbeitet.“ 

Das hatte zuletzt auch Florian Kohfeldt betont. Ob der Werder-Coach Sahin bei dessen Rückkehr nach Dortmund von Beginn an auflaufen lässt, ist offen. Vergangene Woche saß Sahin gegen Düsseldorf nur auf der Bank. Auch beim Tabellenneunten ist die Konkurrenz groß. „Ich habe meinen Teil dazu beigetragen, dass wir jetzt da sind, wo wir sind. Ich kann natürlich mehr leisten, das weiß ich auch und das werde ich auch“, sagt Sahin und fügt noch an: „Aber es macht mir Spaß, wir haben eine interessante Mannschaft und viele junge Spieler, denen man helfen kann, an die ich meine Erfahrung weitergeben kann.“

Dass der BVB als klarer Favorit in die Partie geht, sei klar, so Sahin: „Dortmund ist zu einer echten Ergebnismaschine geworden. Aber ich glaube, dass wir eine gute Idee haben werden und an einem guten Tag Dortmund ärgern können.“

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