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Hängende Köpfe: Werder Bremen verlor bei RB Leipzig.

Werder Bremen verliert 1:3 gegen RB Leipzig

Keita und Selke bremsen Bremer Euphorie

Leipzig/Bremen - Auf die Euphorie folgt der Dämpfer: Nach drei Spielen ohne Niederlage hat Werder Bremen am Sonntag bei Aufsteiger RB Leipzig mit 1:3 (0:1) verloren.

Naby Keita mit einem Doppelpack (42./74.) und der Ex-Bremer Davie Selke (90.+5) erzielten die Tore des Tages für die Leipziger. Werders Serge Gnabry war der zwischenzeitliche Anschlusstreffer gelungen (76.). Damit rutschte Werder in der Tabelle auf Rang 15 ab. Leipzig, jetzt Tabellenzweiter, stellte einen neuen Rekord auf: Bisher hatte kein Aufsteiger keines der ersten acht Saisonspiele verloren.

Werder-Trainer Alexander Nouri vertraute der gleichen Anfangself wie beim 2:1-Sieg gegen Bayer Leverkusen. Neben den in die U23 zurückgestuften Sambou Yatabare, Fallou Diagne und Maximilian Eggestein fehlten gegen Leipzig erneut auch Lennart Thy, Florian Kainz und Thanos Petsos im Kader. Bei Leipzig saß Davie Selke zunächst nur auf der Bank.

In einer ersten Halbzeit mit wenigen Höhepunkten hatten die Leipziger den besseren Start - und schon nach fünf Minuten die erste hochkarätige Chance. Nach Vorlage von Kapitän Dominik Kaiser setzte sich Yussuf Poulsen robust gegen Florian Grillitsch und Lamine Sane durch und scheiterte mit seinem Abschluss am lange stehen gebliebenen Werder-Keeper Felix Wiedwald.

Keita macht's clever: 1:0 für Leipzig zur Pause

Danach blieb Leipzig die bestimmende Mannschaft, erspielte sich aber kaum Chancen. Von Bremen kam nach vorne so gut wie gar nichts. Kurze Aufregung gab es, als Werder-Stürmer Ousman Manneh im Leipziger Strafraum einem Ball hinterherging: RBL-Torwart Peter Gulacsi kam heraus, Manneh stürzte. Schiedsrichter Robert Hartmann entschied gegen einen Elfmeter - die richtige Entscheidung.

Als schon alles nach einem torlosen Halbzeitstand aussah, hatte RB Leipzig doch noch ein Ass im Ärmel: Naby Keita zog mit dem Ball zunächst glücklich an Grillitsch vorbei, umkurvte dann mit schlafwandlerischer Sicherheit Theodor Gebre Selassie und Felix Wiedwald und schoss zum 1:0-Halbzeitstand ein.

Gnabrys Treffer reicht nicht

GER, 1. FBL, RB Leipzig vs. Werder Bremen
Werder wollte den Schwung nach dem vergangenen Sieg gegen Leverkusen mitnehmen und in Leipzig die nächsten Zähler holen. © nordphoto
GER, 1. FBL, RB Leipzig vs. Werder Bremen
Doch schon vor der Partie beim Aufsteiger war klar: Das wird kein Zuckerschlecken. © nordphoto
GER, 1. FBL, RB Leipzig vs. Werder Bremen
Nach fünf Minuten hieß es aus Bremer Sicht erstmals Luft anhalten. Yussuf Poulsen stürmte alleine auf Felix Wiedwald zu, doch Werders Schlussmann parierte stark. © nordphoto
GER, 1. FBL, RB Leipzig vs. Werder Bremen
Gute Passkombinationen gab in der ersten Hälfte kaum. Grund dafür waren ständige Spielunterbrechungen aufgrund von Foulspielen. © nordphoto
Schließlich fiel der erste Treffer der Partie durch eine Einzelaktion von Leipzigs Naby Keita. © dpa
GER, 1. FBL, RB Leipzig vs. Werder Bremen
Keeper Wiedwald musste sich nach 42 Minuten erstmals geschlagen geben... © nordphoto
RB Leipzig - Werder Bremen
...und der Gastgeber feierte seinen Torschützen zum 1:0. © dpa
GER, 1. FBL, RB Leipzig vs. Werder Bremen
Das tut weh! Werders Santiago Garcia nach einem harten Foulspiel von Dominik Kaiser. © nordphoto
RB Leipzig - Werder Bremen
Auch für das 2:0 war der stark aufspielende Keita verantwortlich. © dpa
GER, 1. FBL, RB Leipzig vs. Werder Bremen
Doch Serge Gnabry (l.) verkürzte einen Augenblick später auf 1:2... © nordphoto
...und Cheftrainer Alexander Nouri feuerte sein Team nochmal kräftig an. © nordphoto
GER, 1. FBL, RB Leipzig vs. Werder Bremen
Den Schlusspunkt setzte jedoch ausgerechnet Ex-Bremer Davie Selke, der zum 1:3-Endstand aus Bremer Sicht traf. © nordphoto

Werder kam mit mächtig Energie aus der Pause - und hatte prompt den Ausgleich auf dem Fuß: Izet Hajrovic schickte Gebre Selassie über die rechte Seite, der spielte scharf in die Mitte und Abwehrspieler Bernardo rettete in höchster Not vor dem einschussbereiten Serge Gnabry. Bei der nachfolgenden Ecke sprang der Ball an den Pfosten.

Gnabry schafft den Anschluss - Selke trifft zum 3:1

Danach war es aber das gleiche Spiel wie in Hälfte eins. Leipzig kontrollierte den Ball und kam zu Chancen. Erst hielt Wiedwald noch einen Schuss aus 20 Metern von Emil Forsberg (63.), später musste er dann noch einmal hinter sich greifen: Der eingewechselte Ex-Bremer Davie Selke chippte eine Flanke clever auf Naby Keita - und der köpfte aus kurzer Distanz ein (74.).

Werder reagierte sofort: Nach Manneh-Vorarbeit kam der eingewechselte Fin Bartels mit Tempo über die rechte Seite, passte scharf auf den zweiten Pfosten und der in den Ball rutschende Gnabry brachte den Ball über die Linie (76.). Für mehr sollte es nicht reichen.

Stattdessen kamen die Leipziger in der fünften Minute der Nachspielzeit noch zu einem Treffer. Wiedwald war beim letzten Angriff noch mit nach vorne gegangen, Leipzig konterte und Davie Selke schoss ins leere Tor. Die Bremer kassierten nach drei Spielen ohne Niederlage wieder eine Pleite.

han

Starker Sane, schwacher Theo

Felix Wiedwald
Felix Wiedwald: Es begann so gut für den Keeper mit einer starken Parade gegen Poulsen. Am Ende waren es dann doch noch drei Gegentore. Zumindest beim 0:1 gibt es Gesprächsbedarf, da lässt er sich vielleicht etwas zu leicht vom allerdings sehr flinken Keita umkurven. Note 3,5 © nordphoto
Santiago Garcia
Santiago Garcia: Dieses Spiel wird der Linksverteidiger in schmerzhafter Erinnerung behalten. Bekam einige Leipziger Tritte ab, zwei sogar gegen den Kopf. Das lag allerdings auch an seiner eigenen wilden Spielweise. Hinten war das manchmal gefährlich, vorne meistens ungefährlich – für den Gegner. Note 3,5 © nordphoto
Niklas Moisander
Niklas Moisander: Nicht so auffällig wie Sane, aber insgesamt ein zuverlässiger Innenverteidiger. Note 3 © dpa
Lamine Sane
Lamine Sane: Blieb im Leipziger Angriffswirbel fast immer ganz cool und gewann 79 Prozent seiner direkten Duelle. So spielt ein guter Abwehrchef. Note 2,5 © dpa
Theodor Gebre Selassie
Theodor Gebre Selassie: Ging bei Keitas Solo zur Leipziger Führung viel zu früh runter. Gewann nur jeden dritten Zweikampf, das ist für einen Außenverteidiger eigentlich inakzeptabel. Eine gute Hereingabe, die gerade noch entschärft wurde, kann ihn da auch nicht mehr retten vor der Note 5. © dpa
Florian Grillitsch
Florian Grillitsch (bis 78.): Der Sechser klemmte sich immer wieder in die Viererkette oder gab im Spielaufbau sogar den Libero. Verlor zu viele wichtige Zweikämpfe in der gefährlichen Zone – wie vor den beiden ersten Gegentoren. Verletzte sich direkt vor dem 0:2 und musste deshalb runter. Note 5 © nordphoto
Serge Gnabry
Serge Gnabry: Sein großes Können blitzte diesmal zu selten auf – und dabei war er auch nicht gerade vom Glück verfolgt. So rutschte der linke Mittelfeldspieler bei einem vielversprechenden Konter aus. Immerhin drückte er die Kugel sicher zum Anschlusstreffer über die Linie. Note 3 © nordphoto
Zlatko Junuzovic
Zlatko Junuzovic: Erst war er gar nicht zu sehen, dann ein gemeiner Tunnel von Keita an ihm nicht zu übersehen. Rannte so viel wie kein anderer Bremer (fast zwölf Kilometer). Das war für die Defensive wichtig, für die Offensive brachte es fast nichts. Note 4 © nordphoto
Clemens Fritz
Clemens Fritz (bis 70.): Guter Beginn mit einigen Balleroberungen. Der Kapitän war sichtlich bemüht, das Werder-Spiel nach vorne zu bringen. Doch das gelang ihm einfach nicht, er baute mehr und mehr ab. Note 4 © dpa
Izet Hajrovic
Izet Hajrovic (bis 62.): Ein toller Pass auf Gebre Selassie, der zu einer Großchance führte – das war es aber auch fast schon vom rechten Mittelfeldspieler. Immerhin etwas zweikampfstärker als sonst. Note 4,5 © nordphoto
Ousman Manneh
Ousman Manneh: Das war nicht sein Spiel. Der 19-Jährige offenbarte einige technische Schwächen. Die konnte er diesmal auch nicht durch seinen großen Fleiß vergessen machen. Immerhin: Sein Pass nach gutem Durchsetzungsvermögen leitete den Anschlusstreffer ein. Note 4,5 © nordphoto
Aron Johannsson
Aron Johannsson (ab 70.): Kam als zweite Spitze, holte sich aber viele Bälle lieber selbst aus dem Mittelfeld, um vorne nicht zu verhungern. Gebracht hat es ihm und der Mannschaft allerdings nichts. Note - © nordphoto
Fin Bartels
Fin Bartels (ab 62.): Gleich zweimal Tor-Vorbereiter – leider auf beiden Seiten. Sein Pass auf Grillitsch war vor dem Strafraum alles andere als ideal und brachte den Kollegen gehörig in die Bredouille. Diesen Fehler machte Bartels aber sofort mit der feinen Vorlage zum Gnabry-Tor wieder wett. Ansonsten ging auch für ihn nicht viel nach vorne. Note - © nordphoto
Milos Veljkovic
Milos Veljkovic (ab 78.): Nach zwei Spielen auf der Bank wurde der Serbe diesmal als Sechser für den verletzten Grillitsch gebraucht. Blieb unauffällig. Note - © Mediengruppe Kreiszeitung / nordphoto

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