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Nils Petersen schießt Freiburg in der 24. Minute nach Elfmeter in Führung.

0:1 - Werder verliert in Freiburg

Petersen bringt Werder wieder in Gefahr 

Freiburg - Rückschlag statt Befreiungsschlag im Abstiegskampf: Die Bremer verloren am Samstagnachmittag mit 0:1 (0:1) beim SC Freiburg und rutschten nur dank der bessern Tordifferenz nicht auf den Relegationsplatz ab, den weiterhin Mainz besetzt.

Ausgerechnet der Ex-Bremer Nils Petersen hatte per Strafstoß für den einzigen Treffer gesorgt. Zuvor war Aron Johannsson ein ziemlich dummes Foul unterlaufen. Werder hatte wesentlich mehr Ballbesitz als die Gastgeber, konnte sich aber kaum Torchancen erarbeiten und haderte auch mit Schiedsrichter Robert Hartmann. Der versagte den Bremern kurz vor Schluss einen Elfmeter. So wird das Nordderby am nächsten Samstag im Weserstadion ein echter Abstiegsfight.

Kohfeldt hatte die erwartete Startelf ins Rennen geschickt. Einzige Änderung im Vergleich zum 3:1-Sieg gegen Wolfsburg: Für den verletzten Kapitän Zlatko Junuzovic durfte Thomas Delaney von Beginn an ran. Vor einer Woche hatte der Däne etwas überraschend zunächst nur auf der Bank gesessen.

Beide Mannschaften begannen bei unangenehmen Schneeregen und auf tiefem Rasen extrem vorsichtig, Freiburg sogar noch etwas mehr als Werder – eigentlich ungewöhnlich für einen Gastgeber. Aber Coach Christian Streich hatte offenbar gehörig Respekt vor den zuletzt so starken Bremern und seinem Team deshalb ein sehr defensives 4-4-2-System verordnet. Werder agierte im 4-1-4-1 und mühte sich um einen guten Spielaufbau. Doch Philipp Bargfrede und Co. fanden kaum Lücken, um überhaupt Mal Richtung Freiburger Strafraum zu kommen. Beide Teams agierten defensiv taktisch so diszipliniert, dass es kaum Höhepunkte gab. Da war es am Spielfeldrand schon wesentlich aufregender. Da gerieten die Trainer verbal etwas aneinander. „Du fängst doch an, Kollege“, fauchte Kohfeldt.

Petersen verwandelt Elfmeter

Der Werder-Coach sollte sich später noch mehr ärgern, diesmal aber nicht über Streich, sondern über seinen Flügelspieler Aron Johannsson. Der bis dahin völlig unauffällige US-Nationalspieler schlief erst bei einem schnell ausgeführten Freiburger Freistoß und brachte dann auch noch den enteilten Marco Terrazzino im Strafraum ziemlich ungeschickt zu Fall. Schiedsrichter Robert Hartmann blieb gar keine andere Wahl, er entschied auf Strafstoß. Und Nils Petersen ließ sich diese Gelegenheit nicht entgehen – 1:0 (24.). Der Ex-Bremer jubelte, so wie er es immer tut und wie er es auch angekündigt hatte.

Zehn Minuten später war Petersen dann als Schlichter gefragt. Seine ehemaligen Bremer Kollegen waren nach einem bösen Foul von Amir Abrashi an Bargfrede ziemlich aufgebracht. Petersen beruhigte die Gemüter. Dass Abrashi für seine offen Sohle gegen Bargfrede nur Gelb und nicht Rot sah, war ein großes Glück für den Freiburger.

Werder wollte nach vorne spielen, aber es fehlte oft das Tempo und die Risikobereitschaft, um gefährlich zu werden. Die einzige Chance in der ersten Halbzeit gab es deshalb passenderweise nach einer Ecke, doch Niklas Moisander scheiterte mit seinem Kopfball an Keeper Alexander Schwolow (37.). Das war trotz 60 Prozent Ballbesitz zu wenig, da musste nach der Pause wesentlich mehr kommen.

Handschlag nach Disput

Schönes Bild dann kurz vor dem Wiederanpfiff: Streich ging auf Kohfeldt zu, erklärte ihm offenbar seine Sichtweise des Disputs während des Spiels. Am Ende gab es eine Umarmung und einen Handschlag. Damit war zumindest das Thema erledigt. Auf dem Platz ging es natürlich emotional weiter. Werder hatte noch mehr Ballbesitz und durch Ludwig Augustinsson auch schnell eine gute Chance. Doch der Schuss des Schweden ging knapp am Gehäuse vorbei (50.) - und damit hatte sich die Bremer Torgefahr auch schon wieder erledigt. Weitere Chancen? Fehlanzeige!

Gegen Ende der Partie wurde es immer hitziger: Thomas Delaney im Zwist mit Amir Abrashi.

In der 64. Minute reagierte Kohfeldt, brachte Ishak Belfodil für Maximilian Eggestein. Der Algerier rückte als zweite Spitze an die Seite von Kruse. Werder agierte fortan im 4-4-2-System – und Freiburg igelte sich in der eigenen Hälfte ein. Eine Direktabnahme von Delaney konnten die Gastgeber dabei nicht verhindern, doch der Däne hatte zu hoch gezielt (72.).

Johannsson verletzt vom Platz

Kohfeldt wechselte erneut, allerdings nicht ganz freiwillig. Johannsson musste verletzt runter, für ihn kam Winter-Einkauf Milot Rashica (74.). Kurz darauf der nächste Tausch: Bargfrede raus, Jerome Gondorf rein (77.). Im dichten Schneetreiben setzten die Gäste voll auf Angriff und hätten dafür durchaus belohnt werden müssen. Doch Schiedsrichter Hartmann versagte den Bremer einen möglichen Strafstoß, Christian Günter hatte Max Kruse gestoßen und ihn somit um eine gute Chance gebracht (86.). Direkt im Gegenzug entschied Hartmann dann nach einem engen Zweikampf von Milos Veljkovic und Petersen pro Angreifer. Doch Haberer verschoss den Elfmeter (87.). Es war ein schwacher Trost für die Bremer, die in einem schwierigen Spiel durchaus einen Punkt verdient gehabt hätten.

Werder verliert 0:1 beim SC Freiburg

SC Freiburg gegen Werder Bremen.
SC Freiburg gegen Werder Bremen. © Gumz
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SC Freiburg gegen Werder Bremen. © nordphoto
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