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Thomas Delaney erzielte gegen Freiburg die Wirkungstreffer.

Sieg gegen Freiburg

Werder feiert dreifachen Delaney

Freiburg - Wohl dem, der so einen Dänen hat! Mit drei Toren hat Thomas Delaney Werder Bremen am Samstagnachmittag zu einem furiosen 5:2 (2:0)-Erfolg beim SC Freiburg geführt!

Werders Serie hat damit Bestand, die Mannschaft von Trainer Alexander Nouri ist auch im sechsten Bundesligaspiel in Serie ohne Niederlage geblieben. Damit verschafften sich die Bremer weitere Luft im Kampf gegen den Abstieg. In einem zwar nicht hochklassigen, dafür aber umso turbulenteren Spiel trafen neben Delaney (45./47./85.) auch Max Kruse (21.) und Fin Bartels (71.). Die Bremer bringen es nunmehr auf 32 Punkte.

Nouri hatte auf den Ausfall von Zlatko Junuzovic (grippaler Infekt) reagiert, indem er Thomas Delaney auf die Achterposition vorzog, wo der Däne an der Seite von Florian Grillitsch auflief. Maximilian Eggestein kehrte dafür in die Startelf zurück und spielte als einziger Sechser vor der Abwehr. In der Defensive setzten die Bremer einmal mehr auf die inzwischen bewährte Dreierkette, mussten allerdings kurz vor dem Anpfiff den zentralen Mann Lamine Sane ersetzen, der sich beim Aufwärmen verletzte und mit Adduktorenproblemen ausfiel.

Große Delaney-Show in Freiburg

Für ihn rückte Luca Caldirola in die Startelf und übernahm den linken Part in der Kette - für den Italiener war es der erste Bundesliga-Einsatz seit dem zweiten Spieltag, als er sich in der Partie gegen den FC Augsburg einen Knöchelbruch zugezogen hatte. Neben Caldirola agierten Milos Veljkovic (rechts) und Niklas Moisander (zentral), der die Kapitänsbinde trug. Dahinter stand Felix Wiedwald im Tor. Die Außenpositionen im Mittelfeld bekleideten zunächst wie gehabt Robert Bauer (links) und Theodor Gebre Selassie (rechts), im Sturm spielten Fin Bartels und der wiedergenesene Max Kruse.

Und genau dieser Kruse war es auch, der das erste große Ausrufezeichen des Spiels setzte! Nach einem weiten Abschlag von Wiedwald schafften es die Hausherren nicht, den Ball am eigenen Strafraum zu klären. Zwar gewann Manuel Gulde zunächst noch das Kopfballduell gegen Fin Bartels, Marc-Oliver Kempf spielte die Kugel dann aber genau in die Füße von Kruse, der sie von der Strafraumkante aus mit seinem starken linken Fuß halbhoch ins lange Eck hämmerte (21.). Für Freiburgs Torhüter Alexander Schwolow gab es bei diesem Abschluss aber mal gar nichts zu halten!

Max Kruse (vorne) und Thomas Delaney waren zwei Hauptdarsteller beim Werder-Sieg in Freiburg.

Bemerkenswert an diesem Treffer: Angedeutet hatte er sich zuvor nicht, eher im Gegenteil. Es waren die Freiburger, die im heimischen und ausverkauften Schwarzwald-Stadion vor 24.000 Zuschauern in der Anfangsphase mehr vom Spiel hatten. Zwar sprangen für die Mannschaft von Trainer Christian Streich keine dicken Chancen heraus - die beste war noch ein Freistoß von Vincenzo Grifo, den Wiedwald zur Ecke klärte (10.) -, aber Freiburg wirkte präsenter, drängte Werder in die Defensive. In der 16. Minute klärten Eggestein und Moisander mit vereinten Kräften gegen Florian Niederlechner, indem sie den Angreifer im Strafraum in die Zange nahmen, dabei aber fair blieben.

Nach Werders überraschender Führung fiel Freiburg im ersten Durchgang nicht mehr viel ein, und auch die Gäste setzten in der Offensive zunächst keine weiteren Akzente. Bitter für die Bremer: In der 40. Minute musste Bauer mit einer Knöchelverletzung vom Platz, für ihn kam Santiago Garcia. Kurios: Es war ein Wechsel, den Trainer Nouri eigentlich schon vier Minuten zuvor hatte vornehmen wollen. Garcia stand schon an der Außenlinie bereit, wurde von Bauer aber zurückbeordert: Werders Kämpfer wollte sich bis zur Pause durchbeißen, was ihm dann aber nicht mehr gelang.

Delaney trifft kurz vor und nach der Pause

Ersatzmann Garcia war nach seiner Einwechslung erst wenige Minuten auf dem Platz - und hatte direkt großen Anteil am 2:0 der Bremer! Nach einem langen Diagonalball von Veljkovic flankte der Argentinier auf Delaney, der in der Nachspielzeit der ersten Hälfte mit seinem zweiten Bundesliga-Tor die Führung der Gäste ausbaute (45.+2). Bartels hatte Garcias Ball zuvor schön durchgelassen, weil er Delaney in seinem Rücken gesehen hatte. Der Däne wiederum ließ Schwolow aus kurzer Distanz keine Chance.

Delaney gegen Schwolow - dieses Duell gab es kurz nach Beginn des zweiten Durchgangs dann sofort wieder, und wieder mit dem besseren Ende für Werders Mittelfeldspieler! Nach einer Flanke von Kruse setzte sich der 25-Jährige im Kopfballduell gegen Kempf durch und bugsierte den Ball im hohen Bogen ins Netz - 3:0 für Werder (47.). Generell war es allerdings ein Zwischenstand, der die bisherigen Kräfteverhältnisse auf dem Platz nicht unbedingt widerspiegelte, aber den Bremern dürfte das herzlich egal gewesen sein.

Ex-Bremer Petersen überwindet Wiedwald im Nachschuss

Erst mit der komfortablen Führung im Rücken war die Nouri-Elf spielbestimmend und hätte sich dafür beinahe mit dem schnellen 4:0 belohnt. Fin Bartels scheiterte nach Kruse-Pass in der 54. Minute allerdings freistehend vor Schwolow. Und Freiburg? Die Gastgeber wirkten beeindruckt, Werders Tore waren zweifelsohne Wirkungstreffer gewesen. Und wenn sich Garcia in der 64. Minute nicht einen folgenschweren Fehler geleistet hätte - die Breisgauer hätten vermutlich kein Tor mehr erzielt. Der Argentinier stieß Maximilian Philipp im Strafraum um - eine vollkommen unnötige Aktion. Schiedsrichter Wolfgang Stark zeigte in seinem 340. Bundesligaspiel (neuer Rekord) sofort auf den Punkt.

Der Ex-Bremer Nils Petersen, der zur Pause ins Spiel gekommen war, schnappte sich den Ball, scheiterte zunächst zwar an Wiedwald, besorgte aber im Nachschuss das 1:3. Werder schüttelte sich danach exakt sieben Minuten lang - und setzte dann den vierten Wirkungstreffer des Nachmittags: Über Kruse, Grillitsch und Delaney landete der Ball nach einem Konter bei Bartels, der Schwolow mit der Hacke überwand (71.). Ärgerlich für Freiburg: Dem Bremer Angriff war eine Szene vorausgegangen, in der Schiedsrichter Stark Grifo im Mittelfeld behinderte, wodurch dieser nicht mehr an den Ball kam.

Auf der anderen Seite sorgte Grifo wenig später aber wieder für Jubel in Rot und Schwarz: Aus zentraler Position markierte er ansatzlos das 2:4 (77.). Da der Schuss verdeckt war, konnte Wiedwald nicht mehr reagieren. Einige Freiburger Fans waren zu diesem Zeitpunkt übrigens bereits nach Hause gegangen. Dass sie den letzten Höhepunkt des Spiels verpassten - sie dürften es verschmerzen können. Denn es war wieder Delaney, der traf! Nach einem Freistoß des eingewechselten Florian Kainz köpfte er den Ball am langen Pfosten ins zum 5:2-Endstand ins Tor (85.). l

Werder feiert das Hacken-Tor von Fin Bartels beim 5:2-Sieg in Freiburg.

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