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Die Schalker um Johannes Geis (l.) setzten sich gegen die Bremer um Florian Grillitsch durch.

Bremen verliert bei Schalke 04

Das dritte 1:3 in Folge: Werder kriegt den Laden nicht dicht

Bremen - Damit ist die Aufbruchstimmung bei Werder Bremen unter Trainer Alexander Nouri endgültig dahin: Die Grün-Weißen verloren am Sonntag mit 1:3 (1:2) beim FC Schalke 04 und rutschten auf den Relegationsplatz ab.

Bei der dritten 1:3-Niederlage in Folge machten es die Bremer den Schalkern oft viel zu einfach. Alessandro Schöpf (35.) und Nabil Bentaleb (38.) brachten die Schalker in einer zunächst zähen und dann turbulenten ersten Hälfte mit einem Doppelschlag in Führung. Serge Gnabry verkürzte noch vor der Pause mit einem Elfmeter zum 1:2 (42.). In der zweiten Hälfte blieb Werder harmlos. Der starke Schöpf erhöhte auf 3:1 (63.). Auch das Comeback von Claudio Pizarro, der 20 Minuten vor Schluss eingewechselt wurde, brachte Werder nichts mehr.

Nach den Pleiten gegen Leipzig und Freiburg baute Werder-Trainer Alexander Nouri seine Startelf um: Serge Gnabry begann als einzige Spitze, Ousman Manneh blieb auf der Bank. Im rechten Mittelfeld bekam Fin Bartels den Vorzug vor Izet Hajrovic, im defensiven Mittelfeld kam Thanos Petsos zu seinem ersten Startelf-Einsatz für Werder. In der Innenverteidigung ersetzte Milos Veljkovic den verletzten Lamine Sane. Bei Schalke stand der Ex-Bremer Franco Di Santo, eigentlich als Stürmer Nummer eins eingeplant, wegen einer Bauchmuskelverletzung dann doch nicht im Kader.

Vor mehr als 62.000 Zuschauern in der Veltins-Arena konzentrierten sich die Bremer in der Anfangsphase darauf, kompakt zu stehen, und überließen den Schalkern meist das Spiel. Bei eigenem Ballbesitz leisteten sich die Grün-Weißen allerdings viele technische Fehler und schnelle Ballverluste. Bereits nach fünf Minuten hätte es das erste Mal im Bremer Kasten klingeln können. Nach einer Ecke verlängerte Veljkovic unglücklich auf den völlig freistehenden Eric-Maxim Choupo-Moting - und der senste aus kurzer Distanz deutlich über das Tor von Felix Wiedwald (5.).

Gnabrys Elfmeter kontert den Schalker Doppelschlag vor der Pause

Wenn bei Werder etwas nach vorne ging, dann über Serge Gnabry - insgesamt ging aber wenig. Die erste Bremer Chance hatte Theodor Gebre Selassie, der aus 25 Metern satt draufhielt. Schalke-Keeper Ralf Fährmann parierte glänzend (15.). Danach wurde das Spiel immer zäher. Die Schalker spielten nach vorne, kamen aber durch die engen Bremer Ketten nur schwer durch. Werder verteidigte teilweise mit sechs Mann auf einer Linie.

Das 1:0 war dann ein Zufallsprodukt: Max Meyer, der trotz eines Bänderrisses spielte, zog aus knapp 20 Metern ab, der Ball knallte an die die Unterkante der Latte und sprang zurück ins Feld. Alessandro Schöpf schaltete deutlich schneller als alle Bremer und staubte per Kopf zum 1:0 ab (35.). Nur zwei Minuten später das zweite Tor, das ganz ähnlich aussah: Der Ex-Werderaner Naldo zimmerte einen Freistoß aus knapp 30 Metern aufs Tor, Felix Wiedwald ließ den Ball nach vorne abklatschen, diesmal schoss Nabil Bentaleb ein (38.). Da sah Wiedwald nicht gut aus.

Aber das war es noch nicht in einem plötzlich lebhaften ersten Durchgang. Schöpf lief den Bremer Gnabry im eigenen Strafraum in die Hacken, Schiedsrichter Günter Perl zeigte zurecht auf den Punkt. Gnabry, unter der Woche von Bundestrainer Joachim Löw erstmals zur A-Nationalmannschaft eingeladen, trat selber an und verwandelte zu seinem vierten Saisontreffer (41.). Fast hätten die Schalker vor der Pause noch ein Tor im Stil der ersten beiden erzielt: Choupo-Moting schoss aus kurzer Distanz, Wiedwald blockte, Benedikt Höwedes traf beim Nachschuss - Schiedsrichter Perl erkannte aber die Abseitsposition.

Werders Abwehr weiter fahrlässig

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Schalke den Druck und kam zu Chancen. Erst parierte Wiedwald stark gegen den freistehenden Schöpf, den eine Bentaleb-Flanke erreicht hatte (57.), dann wehrte er einen Schuss von Johannes Geis ab (58.). Wenig später war er chancenlos. Die Bremer ließen Sead Kolasinac ungestört von der linken Seite flanken, der Ball rutschte weit durch auf Schöpf, der flach ins Eck zielte - 3:1 (63.).

Werder-Trainer Nouri reagierte, brachte in der 70. Minute Claudio Pizarro. Es war der erste Saisoneinsatz für den wochenlang verletzten 38-Jährigen. Die großen Impulse blieben beim Comeback allerdings aus. In der 76. Minute fiel Gnabry bei einer Berührung von Kolasinac noch einmal im Strafraum. Einen Elfmeter gab es dieses Mal aber nicht. Viel passierte danach nicht mehr. Schalke verwaltete das Ergebnis und kletterte mit dem Sieg auf den zwölften Tabellenplatz. Werder hingegen steht auf Relegationsplatz 16.
han

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