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Felix Wiedwald (r.) musste die dritte Pleite in Folge hinnehmen, nachdem er den gelb-gesperrten Jaroslav Drobny im Tor ersetzte. 

0:1-Heimpleite gegen Gladbach

Werder stürzt auf den Relegationsplatz

Bremen - Von Björn Knips. Es kommt immer dicker für den SV Werder Bremen. Der stark abstiegsbedrohte Bundesligist hat auch das vierte Spiel in diesem Jahr verloren. Gegen Borussia Mönchengladbach setzte es eine durchaus verdiente 0:1 (0:1)-Heimpleite.

Thorgan Hazard gelang bereits nach zwölf Minuten der Siegtreffer. Werder hatte offensiv viel zu wenig zu bieten. Weil der Hamburger SV überraschend mit 3:0 in Leipzig gewann, stürzte Werder am 20. Spieltag auf den Relegationsplatz. Für Trainer Alexander Nouri könnte es nun eng werden. Mit 16 Punkten aus 17 Spielen ist seine Bilanz mehr als dürftig. Nouri hatte wie schon in Augsburg Kapitän Clemens Fritz auf die Bank gesetzt. Dort musste auch Theodor Gebre Selassie Platz nehmen, der vor einer Woche noch das Führungstor geschossen hatte. Noch schlimmer erwischte es Ulisses Garcia, den es aus der Startelf direkt auf die Tribüne spülte. Dafür kehrten Santiago Garcia und Niklas Moisander nach Sperre beziehungsweise Verletzung in die Anfangsformation zurück.

Werder probierte es wieder mit einer Dreierkette in der Abwehr – und das sollte zum großen Problem werden. Speziell auf der linken Seite. Dort sollte Garcia eigentlich die Dreierkette verlängern, agierte aber sehr offensiv. Wie in der zwölften Minute: Der Argentinier verlor in der gegnerischen Hälfte den Ball und fehlte, als Thorgan Hazard den Konter mit einem Rechtsschuss zum 1:0 nutzte. Dazwischen lag ein Solo von Christoph Kramer, den kein Bremer stoppen konnte. Die Dreierkette spielte auf Abseits, doch Milos Veljkovic dabei leider nicht mit. Zudem hätte Moisander durchaus Richtung Hazard herausrücken können. Und Keeper Felix Wiedwald konzentrierte sich vielleicht etwas zu sehr auf die kurze Ecke.

Hazard schießt Werder tiefer in die Krise 

Immerhin fing sich Werder sofort. Fin Bartels hatte postwendend nach Zuspiel von Zlatko Junuzovic die Riesenchance zum Ausgleich, scheiterte aber aus sechs Metern am starken Gladbacher Schlussmann Yann Sommer (17.). Den muss Bartels aber einfach machen! Ähnlich erging es auf der anderen Seite auch Andre Hahn, der die Kugel allerdings aus kurzer Distanz über das Tor beförderte (23.). Wenig Sekunden zuvor hatte Patrick Herrmann einen Moisander-Aussetzer ungestraft gelassen. Der Gladbacher probierte es vergeblich mit einem Kunstschuss.

Werder-Anhänger mit einem Pfeifkonzert zur Halbzeit

Und Werder? Die Bremer fanden einfach keinen Weg in den Gladbacher Strafraum. Thomas Delaney mühte sich vergeblich um ein Aufbauspiel. Dem Dänen gelang wenigstens hin und wieder mal ein guter Pass. Der zuletzt so starke Max Kruse war völlig abgetaucht. Ein harmloser Schuss aus 20 Metern, das war es vom Ex-Nationalspieler (30.). Und Serge Gnabry war überhaupt nicht zu sehen. Die Werder-Fans im mit 42100 Zuschauern ausverkauften Weserstadion waren entsetzt ob der Vorstellung ihrer Mannschaft. Und so folgte dem Halbzeitpfiff vom Unparteiischen Benjamin Brand ein Pfeifkonzert.

Nouri reagierte. Für Santiago Garcia und Milos Veljkovic brachte der Coach Theodor Gebre Selassie und Claudio Pizarro. Und aus der Dreier- machte er eine Viererkette (Gebre Selassie, Moisander, Sane, Bauer). Werder begann auch druckvoll, doch das war nicht von langer Dauer. Gladbach konnte sich schnell befreien und hatte durch Hahn eine gute Möglichkeit zu erhöhen, doch Wiedwald parierte mit seinen Fäusten (52.).

Johannsson verpasst die Chance zum Ausgleich

Die Gastgeber taten sich weiter sehr schwer im Vorwärtsgang. Gladbach verteidigte allerdings auch aufopferungsvoll, wie in der 67. Minute Tony Jantschke, der sich gerade noch in einen Schuss von Delaney schmeißen konnte (67.). Nach feiner Vorarbeit von Bartels hätte das durchaus der Ausgleich sein können. Pizarros Kopfball kurz darauf war dagegen zu harmlos und die Aktion von Hazard gegen Junuzovic im Strafraum für Schiri Brand nicht elfmeterwürdig (69.).

Nouri probierte noch mal alles, brachte in der 80. Minute in Aron Johannsson einen weiteren Stürmer. Für ihn verließ der schwache Gnabry das Feld und musste sich dabei einige Pfiffe gefallen lassen. Und Johannsson hatte tatsächlich die große Chance zum Ausgleich, doch der US-Nationalspieler köpfte eine gute Bartels-Flanke über das Tor (84.). Für mehr reichte es bei Werder nicht. In dieser Verfassung wird es ganz schwer mit dem Klassenerhalt.

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