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Werders Defensive machte es Freiburg zu leicht. Hier im Zweikampf: Ex-Bremer Nils Petersen (l.) und Milos Veljkovic

„Blöde Gegentore“, verdiente Heimpleite / Große Sorge um verletzten Sane

Werder lädt Freiburg ein – 1:3

Bremen - Von Malte Rehnert. Frank Baumann hatte auf ein schönes Geschenk zu seinem 41. Geburtstag gehofft – und wurde bitter enttäuscht. Werder Bremen lieferte am Samstag im Heimspiel gegen den SC Freiburg einen Auftritt ab, der an schwache und blutleere, eigentlich überwunden geglaubten Zeiten erinnerte.

Vorne zu harmlos, hinten viel zu fehlerhaft: So kam das letztlich vollauf verdiente 1:3 (0:2) gegen die Breisgauer zustande, die auswärts in dieser Saison bisher alle Spiele verloren hatten. Aber Werder war ein dankbarer Gegner, um diese Misserfolgsserie zu beenden. Entsprechend frustriert stand Baumann hinterher in den Katakomben des Weserstadions und fasste den sehr ernüchternden Auftritt in treffende Worte. „Wir haben heute die Grundtugenden vermissen lassen, die uns zuletzt stark gemacht haben. Wir waren nicht kompakt, zu passiv und gedanklich langsamer als die Freiburger“, kritisierte der Sportchef: „Unterm Strich war es zu wenig.“

Zu wenig auch, um sich im Tabellenkeller ein bisschen Luft zu verschaffen. Die Bremer hätten bis auf Platz zwölf springen können, bleiben nun aber mit sieben Punkten auf Rang 15 stecken. Abstiegskampf! „Freiburg war aufmerksamer, mutiger“, analysierte Werder-Trainer Alexander Nouri, der zum dritten Mal hintereinander die gleiche Anfangsformation gewählt hatte. Und über den empfindlichen Rückschlag sagte der 37-Jährige: „Die Basis, die wir in den vergangenen Wochen geschaffen haben, hat einen Kratzer abbekommen. Aber sie ist nicht komplett zerstört worden.“

Kapitän Clemens Fritz wurde deutlicher und bemängelte die Einstellung: „Das wird schon irgendwie klappen, weil Freiburg ja auch noch kein Auswärtsspiel gewonnen hat – dieses Gefühl konnte man bekommen. Aber es klappt eben nicht, wenn man sich nicht so den Arsch aufreißt wie gegen Wolfsburg und Leverkusen.“ Gegen diese beiden Teams hatte Werder zuletzt zu Hause gewonnen und wollte nun den Hattrick schaffen. Die Bremer, bei denen Stürmer Aron Johannsson überraschend gar nicht im Kader stand, begannen auch gut.

Bremens Abwehr viel zu passiv

Ousman Mannehs Kopfball fischte Freiburg-Keeper Alexander Schwolow gerade noch mit der linken Hand weg (5.). Die Gäste, bei denen der Ex-Bremer Nils Petersen erneut nur auf der Bank saß, kamen in der Offensive zunächst selten zum Zug. Aber auch Werder war nach der schwungvollen Anfangsphase kaum noch gefährlich. Die Freiburger verteidigten gut. Beide Mannschaften scheuten sichtbar das Risiko. Und auch die Standards brachten hüben wie drüben keinen Ertrag. Da musste schon eine Einzelleistung herhalten. Freiburgs Maximilian Philipp marschierte einfach mal los, die halbe Bremer Mannschaft schaute zu, aber keiner griff ein.

Am Ende seines Solos schob Philipp den Ball dann flach links rein – 1:0 (29.). Sein fünftes Saisontor. Und viel, viel zu einfach aus Bremer Sicht. „Der geht da durch sechs Mann durch, das darf niemals passieren“, schimpfte Fritz. Es kam aber noch dicker: Nach einer Ecke zog Manneh den Freiburger Karim Guede völlig plump am Trikot. „Ein Fehler, aus dem er lernen wird“, meinte Fritz. Am Elfmeter von Vincenzo Grifo war Werder-Keeper Felix Wiedwald zwar dran, aber der Ball letztlich drin – 0:2 (39.). „Wieder so blöde Gegentore“, ärgerte sich Wiedwald. Ganz bitter zudem: Marc Torrejon war Lamine Sane bei der Ecke aufs Bein gefallen, der Bremer humpelte mit Tränen in den Augen vom Platz (41.). Den Senegelasen hatte es ausgerechnet (und offenbar schlimmer) am rechten Knie erwischt, das ihm seit langem Probleme bereitet.

Jubelnde Freiburger, hadernde Bremer

Nun bangt Werder um den zuletzt formverbesserten Abwehrmann. Kurz nach Sanes Auswechslung war Pause – und Werder wurde von vielen Fans im mit 41.500 Zuschauern ausverkauften Weserstadion mit reichlich Pfiffen verabschiedet. Verständlich, fand auch Zlatko Junuzovic: „Wir haben uns mit dieser Halbzeit das ganze Spiel zerstört.“ Die Schadensbegrenzung im zweiten Durchgang brachte immerhin das Anschlusstor. Nach schönem Doppelpass mit Junuzovic traf Santiago Garcia volley zum 1:2 (67.). Werder war dran, allerdings nicht lange. Mit einem abgefälschten Schuss gelang Amir Abrashi das entscheidende Freiburger 3:1 (75.). „Heute war ein schlechter Tag“, stöhnte Junuzovic, versprach aber: „Wir werden uns die Mentalität und Leidenschaft wieder holen.“

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